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28. November 2020

Bundestagung wählt TK-Mitglieder und verabschiedet neue Fachgebietsordnung

Bei der erstmals als Videokonferenz durchgeführten Bundestagung Orientierungssport wurden viele Entscheidungen für die Zukunft der O-Sportarten in Deutschland getroffen. So standen unter anderem die turnusmäßige Neuwahl des Technischen Komitees und die Verabschiedung eines Beschlussvorschlags für die neue Fachgebietsordnung auf dem Programm.

Angesichts der weiterhin bestehenden corona-bedingten Kontaktbeschränkungen musste auch die diesjährige Bundestagung Orientierungssport - bestehend aus dem Technischen Komitee und den Vertretern der Landesturnverbände für das jeweilige Fachgebiet Orientierungslauf - als interaktive Tagung mittels Videokonferenz stattfinden.

Trotz des ungewohnten Formats konnten auf der vom TK-Vorsitzenden Steffen Lösch geleiteten Tagung viele wichtige Punkte für die Weiterentwicklung des Orientierungssports in Deutschland beraten und beschlossen werden.

In Kurzberichten gaben die einzelnen TK-Mitglieder einen Überblick über die vielfältige Arbeit in den einzelnen Themenfeldern, nachdem die ausführlichen TK-Berichte bereits im Vorfeld an die Landesvertreter versandt worden waren. Die anschließende Aussprache nahmen die Landesvertreter gerne an, um zu einzelnen Punkten Fragen zu stellen und weitere Informationen zu erhalten. So zeigte sich eine starke Zustimmung zu dem aktuell in Erarbeitung befindlichen Verhaltenskodex des deutschen Orientierungssports insbesondere für das Zusammenspiel mit Jagd, Forst und Umweltverbänden.

Als Gäste berichteten auch Achim Bader als Präsident des Deutschen Orientierungssport-Verbandes (DOSV) und Lutz Spranger als Vorsitzender des Fördervereins Orientierungslauf über das Wirken der beiden für den Orientierungssport sehr wichtigen Institutionen im abgelaufenen Jahr.

Ein wichtiger Tagesordnungspunkt war die anstehenden Neuwahl der Mitglieder des Technischen Komitees für die nächsten vier Jahre. Dabei stellten sich der bisherige Beauftragte für Wettkampf- und Kartenwesen Jan Müller (USV TU Dresden) und der bisherige Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit Fred Härtelt (Leonberg) nach langjähriger Tätigkeit nicht mehr zur Wahl. TK-Vorsitzender Steffen Lösch dankte beiden Mitstreitern für die hervorragende und engagierte Arbeit in den vergangenen Jahren.

Unter der souveränen Wahlleitung von Jan Müller wurden die Amtsinhaber Steffen Lösch (USV Jena) als TK-Vorsitzender, Alfons Ebneth (OLG Regensburg) sowohl als Verantwortlicher für Aus- und Fortbildung als auch als Verantwortlicher für Finanzen, Anne-Katrin Klar (OLF Mainz) als Verantwortliche für Spitzensport und Nachwuchsförderung, Nikolaus Risch (ASG Teutoburger Wald) als Verantwortlicher für Umwelt- und Naturschutz, Diethard Kundisch (USV TU Dresden) als Verantwortlicher für Ski-Orientierungslauf und Ralph Körner (OLV Landshut) als Verantwortlicher für Präzisionsorientieren (Trail-O) mit einstimmigem Votum aller 15 präsenten Landesvertreter wiedergewählt. Weiter kraft Amtes als Vorsitzender des Fachausschusses MTBO im Bund Deutscher Radfahrer (BDR) gehört zudem Sebastian Anders (ESV Bitterfeld) als Verantwortlicher für Mountainbike-Orienteering dem TK an.

Leider nicht besetzt werden konnten die vakant gewordenen Funktionen des Verantwortlichen für Wettkampf und Kartenwesen und des Verantwortlichen für Öffentlichkeitsarbeit, die bereits seit acht Jahren unbesetzte Funktion des Verantwortlichen für Breiten- und Freizeitsport, sowie der neu geschaffene Posten des Verantwortlichen für Jugend- und Schulsport (Bundesjugendfachwart). Hier sind insbesondere das amtierende TK und die Landesvertreter, aber darüber hinaus auch alle anderen Orientierungssportler aufgerufen, geeignete Personen für diese wichtigen Ämter zu finden.

Große Bedeutung kam dem Tagesordnungspunkt zur Beratung und Beschlussfassung über die vom Technischen Komitee im Vorfeld erarbeiteten Neufassung der Fachgebietsordnung zu. Diese soll die mittlerweile deutlich veraltete Fachgebietsordnung aus dem Jahr 2000 ablösen und die Funktionen, Gliederung und Zuständigkeiten im Fachgebiet Orientierungssport des DTB zukunftsgerecht regeln. Die Tagungsteilnehmer brachten sich sehr aktiv und konstruktiv in die Diskussion ein, beschlossen nur geringfügige noch einzuarbeitende Adaptionen und verabschiedeten letztlich im Übrigen das Dokument ohne Gegenstimme. Um in Kraft treten zu können, muss diese Beschlussvorlage der Bundestagung zur Fachgebietsordnung noch vom Bereichsvorstand Sportarten-Entwicklung des DTB genehmigt und beschlossen werden.

Auch über zwei im Vorfeld eingereichte Anträge aus den Ländern hatte die Bundestagung zu entscheiden. Die Verpflichtung für Ausrichter von Bundesveranstaltungen zur Verwendung des berührungsfreien Stempelsystems SPORTident Air+ wurde einstimmig beschlossen, die aufgrund des corona-bedingten Ausfalls des Jugend- und Juniorenländervergleichskampfes (JLVK) 2020 ausnahmsweise Zulassung der Junioren des Jahrgangs 2000 für den JLVK 2021 mit deutlicher Mehrheit angenommen.

Einen letzten wichtigen Block nahmen die gemeinsamen Überlegungen zum Umgang mit den Herausforderungen durch die COVID-19-Pandemie ein. Dabei wurde intensiv diskutiert, ob auch in Corona-Zeiten versucht werden muss, Sportangebote auch auf Bundesebene zu ermöglichen, soweit die infektionsschutzrechtlichen Rahmenbedingungen dies zulassen, oder ob dies in den aktuell angespannten Zeiten als falsches Signal zu interpretieren ist, das die Gefahr einer falschen Sicherheit oder eines mangelnden Risikobewusstseins seitens des Orientierungssports suggeriert. Nahezu alle Tagungsteilnehmer äußerten hier den Wunsch, in jedem Fall den Versuch zur Durchführung von Bundesveranstaltungen zu unternehmen. Gleichwohl war man sich einig, dass jegliche O-Sport-Veranstaltungen nur unter zwingender Anwendung und Einhaltung eines präzise ausgearbeiteten, adäquaten Hygienekonzepts geschehen kann. In der Folge wird sich eine vom TK eingesetzte Arbeitsgruppe mit der Erarbeitung eines adaptierten Hygienerahmenkonzeptes für den Orientierungssport im Hinblick auf die anstehende Saison 2021 beschäftigen, um es uns allen im kommenden Jahr so gut es geht zu ermöglichen, den Natursport, den wir alle so lieben, auch auf Bundesebene wieder aktiv ausüben zu können.

Abschließend dankte Tagungsleiter Steffen Lösch dem Landesfachwart aus Hamburg Tim Schröder für die technische Vorbereitung und Adminstration der Videokonferenz, sowie den teilnehmenden TK-Mitgliedern, Landesvertretern und Gästen für die aktive und konstruktive Beteiligung an der Tagung, die fast eine Stunde früher als geplant geschlossen werden konnte.

Mehr:
Technisches Komitee Orientierungssport
Landesfachwarte Orientierungslauf
Informationen zur Struktur des Orientierungssports im DTB