Geschichte des Orientierungslaufs Geschichte des Orientierungslaufs

 
Geschichtliche Entwicklung in Deutschland

Der Orientierungslauf hat seine Wurzeln in Skandinavien. Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden in Norwegen die ersten Orientierungsläufe und Ski-Orientierungsläufe dokumentiert. In der Nationalbibliothek Österreichs fand sich ebenfalls ein Bericht von einem Wettkampf im Mountainbike-Orienteering in diesem Zeitraum. In Deutschland können Orientierungsläufe nach aktuellem Quellenmaterial zu Beginn der 30iger Jahre des 20. Jahrhunderts nachgewiesen werden. Im Jahre 1933 fand beispielsweise im Tegeler Forst in Berlin ein Orientierungslauf statt. Aber auch in weiteren Regionen können Berichte über den OL in der Zeitschrift "Der Leichtathlet" oder Tageszeitungen nachgelesen werden. So wurden im Jahr 1937 Wettkämpfe in München, Wittenberg, Leipzig oder Hannover ausgetragen.

In dieser Anfangszeit war die Sportart der Leichtathletik zugehörig, wobei die damalige Durchführung der Orientierungsläufe auch durch die intensive Unterstützung auf verschiedenen Ebenen eine weitaus höhere Akzeptanz und einen höheren Bekanntheitsgrad als heute genoss. Nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte sich der Orientierungslauf dann im Teil der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik unterschiedlich.

Übergreifend können einige wichtige Meilensteine hervorgehoben werden: Dazu zählt unter anderem die Gründung der Internationalen Orientierungslauf Föderation (IOF) im Jahr 1961. Sowohl die BRD als auch die DDR waren jeweils eines der 10 Gründungsmitglieder. Die Einführung einer international gültigen Zeichnungsvorschrift für Orientierungslaufkarten (ISOM) im Jahr 1969 kann ebenfalls als wesentliche Veränderung bezeichnet werden. Im Jahr 1977 wurde der Orientierungslauf schließlich durch das Internationale Olympische Komitee als nichtolympische Disziplin anerkannt.

Im Rahmen der politischen Veränderungen mit der folgenden Wiedervereinigung beider deutschen Staaten wurde im März 1990 durch die ostdeutschen Orientierungsläufer in Bad Blankenburg der Deutsche Orientierungslauf Verband (DOLV) gegründet. Im selben Jahr erfolgte der erste und einzige Länderkampf zwischen der BRD und der DDR.

Der DOLV stellte zum Ende des Jahres 1990 nicht zuletzt aufgrund des finanziellen Anreizes von Seiten des Deutschen Turner-Bundes (DTB) seine Tätigkeit ein. Die OL-Gemeinde aus dem Osten Deutschlands trat anschließend ebenfalls dem DTB als Dachverband der Orientierungssportler in Westdeutschland bei.

Bis in die Gegenwart sind die Orientierungssportarten im DTB organisiert, wobei der Bereich Mountainbike-Orienteering angesichts der zusätzlichen Verbindung zum Bund Deutscher Radfahrer (BDR) eine gewisse Sonderstellung einnimmt.

Im Jahr 2014 wurde der Deutsche Orientierungssport-Verband (DOSV) gegründet, um die gemeinsamen Interessen der Sportlerinnen und Sportler der verschiedenen Orientierungssportarten zu vertreten und den Orientierungssport zu fördern. Eine Vereinbarung zwischen DTB und DOSV regelt seit dem Jahr 2018 die Aufgabenverteilung.

 
Geschichtliche Entwicklung in der Bundesrepublik

Die eigenständige Entwicklung des Orientierungslaufes verlief nach dem zweiten Weltkrieg zunächst schleppend, da nicht selten der Ruf einer paramilitärischen Sportart existierte. Nach dem Krieg wurde durch den Deutschen Sportbund zunächst der Deutsche Skiverband mit der fachlichen Betreuung des Orientierungslaufes beauftragt. Im Saarland wurde im Jahr 1952 ein Orientierungslauf dokumentiert. International gibt es Berichte von Zeitzeugen, dass schwedische Orientierungsläufer in den Gründerjahren mit OL-Gruppen durch die Welt fuhren und die Sportart verbreiten sollten. So fand u.a. am 4. August 1958 in Arnsberg "Västtysklands första Orientering" statt. Dabei handelte es sich um einen von schwedischen Orientierungsläufern organisierten OL im Arnsberger Wald, bei dem auch Deutsche gestartet sind.

Im Jahre 1960 folgte die 1. Westdeutsche Meisterschaft, drei Jahre später die erste Deutsche Meisterschaft im OL. Offiziell war der OL seit 1961 im Deutschen Skiverband (DSV) organisiert. Ein Jahr später starteten Orientierungsläufer aus der Bundesrepublik bei der Europameisterschaft.

Die erste wirklich spezifische Orientierungslauf-Karte in Farbe wurde im Jahr 1966 aufgenommen. An Weltmeisterschaften im OL nahmen westdeutsche Orientierungsläufer seit 1968 teil. In die 70iger Jahre fällt die Einführung von Wettkampfrichtlinien oder eines nationalen B- und C-Kaders. 1974 folgte der erste Bericht über den Leistungssport OL an das Bundesministerium des Innern.

Im Jahr 1975 gab es in der Bundesrepublik erste Bestrebungen, einen eigenen Verband zu gründen. Diese Gründung fand allerdings nie statt. Stattdessen übernahm der Deutsche Turner-Bund (DTB) im Jahr 1976 die nationale und internationale Betreuung des Orientierungslaufes.

 
Geschichtliche Entwicklung in der Deutschen Demokratischen Republik

Im Osten Deutschlands war die Entwicklung des Orientierungslaufes aufgrund der politischen Bedingungen und des notwendigen exakten kartographischen Materials mitunter stark eingeschränkt. In der Deutschen Demokratischen Republik bestand teilweise nur unter Sonderbedingungen der Zugriff auf die topographischen Grundkarten.

Die erste Meisterschaft im Touristischen Skilanglauf wurde im Jahr 1953 ausgetragen. Das Format ähnelte dem Ski-Orientierungslauf. Zum Ende der 50iger Jahre wurden dann erste Orientierungsläufe in der DDR durchgeführt. Hier standen allerdings nicht selten weitere Aufgaben mit im Blickpunkt der Wettkämpfe.

Im Jahr 1958 wurde der Deutsche Wanderer und Bergsteiger Verband (DWBV) gegründet. Der Orientierungssport war seitdem in diesem Verband organsiert. Die ersten Deutschen Meisterschaften der DDR im Einzellauf fanden nach den internationalen Regeln im Jahr 1962 statt. In dieses Jahr fällt auch die Gründung der Zentralen Fachkommission OL. 1964 wurde auf der ersten farbigen Spezialkarte gelaufen. Als Pioniere im Kartenzeichnen haben die deutschen Orientierungsläufer maßgeblich an den fünf Jahre später veröffentlichten Darstellungsvorschriften der IOF mitgewirkt. Im Jahr 1965 konnten die Orientierungsläufer in der DDR auf die ersten Spezialkompasse zurückgreifen.

Die Verbindung zwischen dem Anspruch auf internationale Anerkennung des jungen Staates und dem Engagement beim Orientierungslauf sorgte dafür, dass DDR-Orientierungsläufer in den Jahren 1964-1972 an Europa- und Weltmeisterschaften teilnehmen durften. Im Jahr 1970 wurde der DWBV in DWBO umbenannt. Damit war seit diesem Zeitpunkt der OL beim Deutschen Verband für Wandern, Bergsteigen und Orientierungslauf auch namentlich im Verbandsnamen enthalten.

Nach dem Beschluss des Deutschen Turner und Sportbundes (DTSB) im Jahre 1973 wurde der OL als nichtolympische Sportart vom internationalen Sportgeschehen ausgeschlossen. Eine Teilnahme an Welt- und Europameisterschaften sowie dem Weltcup war danach für Orientierungsläufer aus der DDR nicht mehr möglich. Lediglich beim hochkarätig besetzten internationalen Ostsee-OL sowie bei Wettkämpfen in Ostblock konnten Orientierungsläufer aus der DDR danach auch international auf sich aufmerksam machen.

Bei einer Bestandsaufnahme im Jahr 1987 wurden 4500 Orientierungsläufer sowie 227 Clubs gezählt. Im Jahr 1989 sorgten die politischen Veränderungen dafür, dass eine Arbeitsgruppe Orientierungslauf gebildet und schließlich zu Beginn des Jahres 1990 der DWBO aufgelöst wurde. Im Oktober 1990 fanden die letzten DDR-Meisterschaften im Orientierungslauf statt.


Internationale Wettkampfentwicklung

Die ersten Weltmeisterschaften im Orientierungslauf wurden 1966 im finnischen Fiskars ausgetragen. Zum damals alle zwei Jahre durchgeführten WM-Programm zählte ein Einzellauf und eine Staffelveranstaltung. Diesen Einzellauf (später als Klassikstrecke und heute als Langdistanz bezeichnet) ergänzte im Jahr 1991 die Kurzstrecke (heute als Mitteldistanz bezeichnet). 2001 wurde die Sprintdistanz ins WM-Programm aufgenommen. Seit dem Jahr 2003 gibt es jährlich Weltmeisterschaften. 2014 fand erstmals eine Sprintstaffel im Rahmen von Weltmeisterschaften statt. Aufgrund der stetigen Weiterentwicklung der Sprintdistanzen folgte ab dem Jahr 2019 eine jährliche Disziplinentrennung zwischen Wald-Weltmeisterschaften und Sprint-Weltmeisterschaften in urbanem Gelände. Weltcup-Läufe (offiziell seit 1986) sowie Europameisterschaften (1962, 1964 und seit 2000 wieder im Zweijahres-Turnus) ergänzen das umfangreiche Wettkampfprogramm. Als eine vom Internationalen Olympischen Komitee anerkannte nichtolympische Sportart zählt der Orientierungslauf seit 2001 zu den Wettkampfsportarten der World Games.

Vielerorts können Wettkämpfe durch die Internetübertragung der Zwischenzeiten an Postenstandorten sowie die Verwendung von GPS-Sendern, welche die besten Orientierungslaufenden am Start zugeteilt bekommen, live verfolgt werden. Bei Großveranstaltungen gehören Kameras im Wettkampfgelände sowie komplett durchproduzierte Fernsehbeiträge inzwischen zum Standard.

Profisportler, vor allem aus Europa, reisen heutzutage zu Orientierungslaufveranstaltungen in der gesamten Welt und bestreiten damit ihren Lebensunterhalt.


Ausgewählte Themen


Weltmeisterschaften und Weltcup-Läufe auf deutschem Staatsgebiet

Die 3. Weltmeisterschaften im Orientierungslauf wurden 1970 in Friedrichroda (DDR) ausgetragen. Unmittelbar nach der Wiedervereinigung fand das Weltcup-Finale am 6. Oktober 1990 in Uslar mit zwei deutschen Mannschaften statt.

Im Jahr 1994 folgte ein Weltcup in Quedlinburg. Die 16. Weltmeisterschaften im Orientierungslauf wurden im Jahr 1995 in Detmold/Lippe durchgeführt. In Dresden und der Sächsischen Schweiz beendeten die besten Orientierungsläufer der Welt im Jahr 2004 beim Weltcup-Finale die Saison.


World Games in Deutschland

Als Vorführ- und Mitmachsportart war der Orientierungslauf erstmalig im Jahr 1989 bei den World Games in Karslruhe vertreten. Seit dem Jahr 2001 zählt der OL zu den Wettkampfsportarten der World Games und ist damit fester Bestandteil. Im Jahr 2005 fanden die Titelkämpfe mit dem zentralen Veranstaltungsort Duisburg sowie den Partnerstädten Oberhausen, Mühlheim an der Ruhr und Bottrop erneut in Deutschland statt.


Technische Veränderungen

Technische Neuerungen boten zum Ende des 20. Jahrhunderts dem Orientierungssport in Deutschland ganz neue Möglichkeiten. So revolutionierte in den 90iger Jahren das Spezialprogramm OCAD die Kartenaufnahme. Durch die Digitalisierung der Daten wurde das Aufnahme- und Druckverfahren wesentlich vereinfacht. Bis dahin war die Erstellung und Vervielfältigung von Laufkarten mit sehr viel Handarbeit verbunden. Inzwischen können zahlreiche Basisdaten über die Seiten der Landesvermessungsämter kostenpflichtig oder kostenfrei bezogen und in unterschiedliche Kartenerstellungssoftware importiert werden. Trotz der zunehmenden Automatisierung der Prozesse ist der manuelle und finanzielle Aufwand bei der Erstellung einer Orientierungslaufkarte bis zum heutigen Tag nicht unerheblich.

Ein in Deutschland entwickeltes elektronisches Kontrollsystem, welches heute den Namen SPORTident trägt, ermöglicht seit den 90iger Jahren die elektronische Kontrolle und Auswertung von Orientierungsläufen. Das bis dahin genutzte Kontrollverfahren mittels Lochzange und Startkarte bzw. Stempel wurde in diesem Zusammenhang vielerorts über einen längeren Zeitraum abgelöst. Nachdem über viele Jahre mit einem Chip am Postenstandort gelocht wurde, setzt sich die berührungsfreie Postenkontrolle mittels Chip auch immer mehr beim Orientierungslauf durch. Zum Einsatz kam diese Art der Kontrolle Anfangs vor allem im Ski-Orientierungslauf und beim Moutainbike-Orienteering.

  
Finanzielle Entwicklung als DTB-Sportart

Im Zuge der Zusammenführung der ostdeutschen und westdeutschen Orientierunssportler im Kreise der DTB-Sportarten und der Auflösung des Deutschen Orientierungslauf Verbandes im Jahr 1990 wurde zunächst über mindestens eine hauptamtliche Trainerstelle sowie eine finanzielle Unterstützung von 350000 - 400000 DM pro Jahr gesprochen. Die letztendlich jährlich zur Verfügung gestellten ca. 175000 DM bildeten eine stabile Basis für die Belange der Orientierungssportler, inklusive Trainingslager sowie der Teilnahme an Weltcups und Weltmeisterschaften. Die Trainerstelle wurde zwar zu 100% durch den ersten gesamtdeutschen Trainer Harald Männel ausgefüllt, finanziell bestand jedoch eine Aufteilung auf zwei DTB-Trainerstellen, so dass effektiv eine halbe Stelle besetzt wurde. Finanziert wurde diese durch das Bundesministerium des Innern (BMI), welches die Gelder im Rahmen des "Aufbau Ost" zur Verfügung stellte. Nach 3 Jahren endete die Förderung, so dass die Trainerstelle im Jahr 1993 auslief. Auch die finanzielle Unterstützung durch den DTB wurde in den Folgejahren stetig reduziert und bis zum Jahr 2015 fast komplett eingestellt. Maßgeblich verantwortlich dafür ist die anhaltende angespannte finanzielle Situation des DTB, welche in Verbindung mit der Kostenexplosion beim 2011 fertiggestellten DTB-Gebäudekomplex mit Hotel, Geschäftsstelle & Sports Academy in Frankfurt steht. Einzig der vierstellige Mitgliedsbeitrag für den Internationalen Orientierungssport Verband (IOF) wird jeweils hälftig durch den DTB und den DOSV beglichen (Stand 2020). 

Die finanziellen Zuwendungen auf Bundesebene beschränken sich auf ca. 50000 € pro Jahr (Stand 2020), welche dem Leistungssport über das BMI zur Verfügung gestellt werden. Die Gelder werden bei einem positiven Bescheid jeweils in einem 4-Jahres-Zyklus bewilligt (2014-2017, 2018-2021) und analog zu weiteren zweckgebundenen Mitteln unter Hilfestellung des DTB beantragt. Die weitere Finanzierung der nationalen Belange wird durch eine Wettkampfabgabe auf Bundesebene, den DOSV, den Förderverein Orientierungslauf sowie Sponsoren und private Spender sichergestellt.

Hinzu kommen mitunter Fördergelder für individuelle Projekte, welche durch das BMI, den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) oder die EU-Kommision zur Verfügung gestellt werden.

 
Tätigkeiten des Fördervereins Orientierungslauf

Der Förderverein Orientierungslauf e.V. wurde im Jahr 1993 mit dem Ziel gegründet, die finanzielle Situation für den Nachwuchs- und Breitensport, den Leistungssport und für übergeordnete organisatorische Tätigkeiten zu verbessern. Dies reicht von Zuschüssen zu Maßnahmen des Nationalkaders, über Festpostennetze, die Unterstützung von Vereinen mit vorbildlicher Nachwuchsarbeit bis zur Anschubfinanzierung neuer Orientierungslaufvereine. Aber auch insgesamt acht internationale Turmhof-Symposien zur Weiterentwicklung des Orientierungslaufes, die Deutsche Orientierungslauf-Liga (DOL) oder das Presseteam wurden in der Vergangenheit finanziell unterstützt. Ein jährlicher Förderpreis für bedeutende Leistungen zur Weiterentwicklung des Orientierungssports in Deutschland sowie die Finanzierung der „Gelben Trikots“ für die Bundesranglistensieger ergänzen die Aktivitäten. In der Praxis sammelt der Förderverein Geld durch Beiträge der ca. 150 Mitglieder (Stand 2020) und Spenden ein und gibt diese Mittel (ca. 20000 - 40000 € pro Jahr) an den Orientierungssport größtenteils auf der Basis von Anträgen weiter. Oft müssen aber auch Löcher gestopft werden, wo Mittel auf nationaler Ebene nicht für die Aktivitäten der Nationalteams ausreichen. Der Bereich Mountainbike-Orienteering wird durch einen eigenen Förderverein unterstützt.   

 
Tätigkeiten des Deutschen Orientierungssport-Verbandes

Der Deutsche Orientierungssport-Verband e.V. (DOSV) wurde am 14.06.2014 im sächischen Hetzdorf gegründet. Die Vertretung und Förderung der gemeinsamen Interessen aller Sportlerinnen und Sportler der Orientierungssportarten ist das oberste Ziel des DOSV. Weitere Zielstellungen sind Kooperationen und die angemessene Darstellung aller Orientierungssportarten. Die Jugendarbeit sowie die Weiterentwicklung des Leistungs- und Breitensports sind weitere Themenschwerpunkte.

Mit der Veröffentlichung des O-Managers als deutsches Meldesystem für alle Orientierungssportveranstaltungen erreichte der DOSV im Jahr 2015 den ersten definierten Meilenstein. Auf dem Weg zur 2020 veröffentlichten gemeinsamen Homepage o-sport.de galt es über mehrere Jahre eine Vielzahl von Absprachen zwischen den Verantwortlichen der Sportarten Orientierungslauf, Ski-Orientierungslauf, Mountainbike-Orienteering und Präzisionsorientieren zu treffen. Einheitliche Sportartenlogos, Präsentationsvideos und die umfassende Darstellung des Orientierungssports bei Veranstaltungen wie dem deutschen Weltcup im Mountainbike-Orienteering 2019 wurden durch die Unterstützung des DOSV ermöglicht.

Einen Großteil der nationalen Wettkämpfe im Orientierungslauf richten seit der Gründung die ca. 1800 Mitglieder der 37 DOSV-Vereine aus (Stand 2020). Neben der Orientierungssport-Homepage und dem Meldeportal O-Manager werden durch den DOSV die Bundesranglisten im OL und Ski-OL sowie die Deutsche Park Tour betrieben. Eine umfassende Darstellung des gesamten Orientierungssports in aktuellen sozialen Medien sowie die Betreuung des zentralen Kartenverzeichnisses O-Maps erfolgt ebenfalls.

 
Aktuelle öffentliche Wahrnehmung und Sportartenentwicklung

Bis zum heutigen Zeitpunkt ist der Orientierungslauf in Deutschland eine vielerorts eher unbekannte Sportart, auch wenn unzählige lokale und regionale Läufe in ganz Deutschland ausgetragen werden. Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern wird in der deutschen Medienlandschaft über die Sportart kaum berichtet. Lokale und regionale Fernseh- oder Zeitungsberichte stehen oft in Zusammenhang mit dem individuellen Engagement einzelner Personen.

National werden Deutsche Meisterschaften und Bundesranglistenläufe sowie der Deutschland-Cup als Vereinsstaffelveranstaltung durchgeführt.

Zum Weltcup sowie den Europa- und Weltmeisterschaften werden deutsche Mannschaften entsendet. Das Training und die Vorbereitung läuft in der Regel parallel zum Studium. Die letzte Stelle in der Sportfördergruppe der Bundeswehr wurde zur Jahrtausendwende gestrichen.

Für die World Games 2019 hatte sich keine Mannschaft aus Deutschland qualifiziert. Es startete ausschließlich Susen Lösch (USV Jena) mit einem personenbezogenen Startplatz.

Ein wesentlicher Punkt in der öffentlichen Wahrnehmung besteht in der Etablierung von Sprint-Orientierungsläufen. Durch diese Läufe in Park- und Stadtgebieten wird seit Beginn des 21. Jahrhunderts eine immer breitere Zielgruppe angesprochen.

Zwischen dem DTB und DOSV abgesprochene Angebote und Maßnahmen erhöhen in einigen Regionen die Sichtbarkeit des Orientierungslaufes. So wurde z.B. das Projekt "Orientierungssport in Großstädten und Ballungsräumen - Konzept für eine naturverträgliche Sportausübung" umgesetzt.

Aufgrund des individuellen Engagements haben sich in bestimmten Regionen Deutschlands Ballungszentren im Orientierungslauf herausgebildet. Durch die Zusammenarbeit mit öffentlichen Institutionen (z.B. Schulen/Gemeinden) und breitensportlichen Angeboten (z.B. Foto-OL, Festpostennetze) wird der Bekanntheitsgrad der Sportart weiter erhöht.

Aktuell existiert in Deutschland allerdings keine nationale Strategie in wesentlichen Themengebieten wie dem Breitensport oder dem Schul-OL.

Im Zuge der Corona-Krise im Jahr 2020 hat sich das bis dahin eher unterschwellig vorhandene digitale Angebot signifikant erhöht, so dass auch neue Teilnehmergruppen den Weg zum Orientierungssport finden.

Die Zahl der aktiven Orientierungsläufer in ganz Deutschland zeigt in den vergangenen Jahrzehnten eine rückläufige Tendenz und liegt aktuell deutlich unter 10.000 (Stand 2020).

 
Quellenangaben und weiterführende Links: