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06. Dezember 2020

Deutschlands „beste“ O-Sport-Karten und -Gelände #14

Nach einigen Jahren mit verschiedenen Postionen im Schwäbischen Turnerbund (STB) ist Steffen Hartmann vom TGV Horn weiterhin als Trainer für den Landeskader tätig und gehört zur Teamleitung für den ArgeAlp. In seinem Verein, der sich rund 50 km östlich Stuttgarts befindet, macht er eigentlich alles (Trainer, Karten, Bahnlegung, SPORTident). Ansonsten reist er gerne zu OLs, bevorzugt zur WM oder in exotische Länder. Letzten Winter war Steffen zum ersten Mal für das IOF Global Development Programm unterwegs – eine Erfahrung, die er jedem empfehlen kann (wenn man wieder problemlos reisen kann). Für die deutsche Orientierungssportgemeinschaft stellt er eine über 35 Jahre alte Karte aus seiner Region vor.

Welches kartierte Gelände (eine Karte) ist für dich am technisch anspruchsvollsten?
Ich denke da an die Karte Bartholomä Nord, eine Karte von 1984 mit einer Größe, die man heute leider nicht mehr so oft findet. Die Karte umfasst den Rosenstein und einige benachbarte Berge am Rand der Schwäbischen Alb.

Warum genau diese Karte?
Auf der Karte gibt es viele Steilhänge (Hinweis: die Äquidistanz im Hang ist 10 m, nur auf der Hochfläche sind es 5 m) mit Felsformationen und Höhlen. Auf der Hochfläche gibt es zahlreiche Objekte – hauptsächlich Überreste keltischer Befestigungsanlagen.
Trotz ihres Alters ist die Karte immer noch gut, so dass ich auch heute noch gelegentlich dort unterwegs bin. Ein weitere Bonus ist die für unsere Gegend sehr gute Belaufbarkeit. Aus Naturschutzgründen ist allerdings nicht mehr die ganze Karte zugänglich.

Welche Distanz/ welches Training eignet sich auf dieser Karte am besten?
Die Karte umfasst ein sehr abwechslungsreiches Gelände, das interessante Routenwahlmöglichkeiten bietet.
Vom Geländetyp ist die Karte super für eine Langdistanz. Ich erinnere mich aber auch an schöne Trainings für die O-Technik.

In welchem deutschen, lange nicht kartierten bzw. unkartierten Gelände würdest du gerne einmal laufen und warum?
Bisher habe ich mir dazu noch nie Gedanken gemacht. Das Gelände des ehmaligen Truppenübungsplatzes in Münsingen wäre sicher mal interessant: ca. 65 km² die über hundert Jahre nur militärisch genutzt wurden. Leider dürfen aus Naturschutz- und Sicherheitsgründen die Wege nur mit Führer verlassen werden.

Welchen geografischen Vorteil siehst du allgemein in OL-Deutschland?
Die große Bandbreite an Geländetypen ist sicher ein großer Vorteil in Deutschland. Technische Gelände, Gebirge, gut zu belaufen und wahre Dschungel, Parks und schöne Altstädte. Eigentlich gibt es wenig auf das man verzichten muss. Leider sind aufgrund der Größe von Deutschland die Gelände nicht immer gerade vor der Haustüre.

Mehr:
Homepage des Turn- und Gesangvereins Horn, Abteilung OL
Info ArgeAlp (OL), wobei Baden-Württemberg eine Gastregion ist
IOF Global Development