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19. Dezember 2019

Anne-Katrin Klar wird neue Beauftragte für Leistungs- und Nachwuchsförderung

Nach dem Rücktritt von Thomas Meier hat sich Anne-Katrin Klar bereit erklärt den Trainerratsvorsitz und damit die Position der Beauftragten für Leistungs- und Nachwuchsförderung zu übernehmen. Anne-Katrin ist seit mehr als 40 Jahren als Orientierungsläuferin aktiv und war bis zuletzt Co-Trainerin im Nachwuchsbereich. Sie ist außerdem Landesfachwartin in Rheinhessen und war maßgeblich an der Organisation der DM Lang im Jahr 2018 beteiligt. Eine ihrer ersten Maßnahmen wird die Einberufung der Trainerratssitzung sein. In einem kurzen Interview erläutert Anne-Katrin ihre Motivation und Schwerpunkte ihrer künftigen Arbeit mit den Trainern und der Nationalmannschaft.

Was reizt Dich an der Aufgabe als Trainerratsvorsitzende? Im Grunde ist es die Tatsache, dass ich davon ausgehe, in dieser Funktion etwas bewirken zu können – bewirken im Sinne von verändern, verbessern, erleichtern, usw. Zudem bin ich der Meinung, dass sowohl im Elite-, als auch im Nachwuchsbereich ein engagiertes Trainerteam am Start ist, welches in einem stabilen Umfeld agieren soll. So soll zum Beispiel mit der Anpassung der OL-Strukturen an das neue Leistungssportkonzept des DOSB weiterhin eine effektive und qualitativ hochwertige Arbeit möglich sein. Hast Du schon Ideen, was Du ganz konkret ändern möchtest? Ja und nein. Mir persönlich ist es zum Beispiel wichtig, dass Informationen gut zugänglich sind. Das fängt damit an, wie wir organisiert sind, wie wir kommunizieren und nicht zuletzt wie wir uns finanzieren. Auf jeden Fall möchte ich die Veränderungen im Team angehen. Daher wird meine erste Amtshandlung die Einberufung der Trainerratssitzung sein. Ich gehe davon aus, dass im Trainerrat diejenigen zusammenkommen, die ganz genau wissen, was wir ändern müssen und was so bleiben kann. Was macht Dich so sicher etwas verändern zu können? Das ist nicht leicht zu beantworten. Vor allem vor dem Hintergrund, dass in den letzten zwei Jahren sich schon sehr viel verändert hat. Ich habe einen riesigen Respekt vor dieser Herausforderung. Aber letztlich ist das wie im Sport. Wenn man ein Ziel hat, braucht man die Motivation, einen Plan und ein Umfeld, welches unterstützt. All das ist vorhanden. Zum Thema Motivation – was treibt Dich an? Das hat viel mit der Erfahrung aus der Arbeit im Nachwuchstrainerteam zu tun. Das hat mir viel Freude und Kraft gegeben, ich bin aber auch ganz praktisch an die Grenzen unserer Strukturen gekommen. Es kostet jede Menge Zeit und Energie, wenn Dinge nicht klar geregelt sind. Dann kommen Fairness und Transparenz an Grenzen. Ich bin definitiv kein Freund von Überregulierung, aber wenn man irgendwo nur 80 fahren darf (und nirgendwo ist etwas anderes geregelt), dann muss man konsequent auch das zugehörige Schild aufstellen. Wahrscheinlich hinkt der Vergleich, aber ich glaube, es ist verständlich.

Wie bist Du zum OL gekommen? Da ich nicht aus einer OL-Familie komme, gibt’s hierzu eine Geschichte. Mein späterer erster Trainer (Alexander Roth, Metall Gera) ist auf mich aufmerksam geworden, als er den Sportunterricht (wir liefen gerade 1000 m um unseren holprigen Sportplatz) meiner Schule besuchte. Ohne weiteres Training wurde ich für das folgende Wochenende für die Kreisspartakiade (Stadtwald Gera) gemeldet und gewann die D11. Das hatte allerdings weniger mit Können zu tun, eher mit dem Willen nicht zu versagen. Aber offenbar hatte ich Talent, zumindest sah das mein Trainer so. Und ich? Ich hatte einfach unheimlich Spaß, so schnell ich konnte durch den Wald zu laufen. Endlich hatte ich meinen Sport gefunden. Das war 1976. 2006 habe ich zum zweiten Mal zum OL gefunden, nachdem ich fast 20 Jahre mit Klettern und gänzlich ohne Laufen verbracht hatte. OL ist ein Sport fürs Leben, was sich bei mir einmal mehr bewahrheitet hat. Was waren Deine größten Erfolge? Wahrscheinlich der Sieg bei den DDR-Meisterschaften 1982 in der D17. Ich kann mich an die entscheidende Postenverbindung gleich zu Beginn der Bahn noch wie heute erinnern und wie froh ich war, an dieser Stelle die richtige Entscheidung getroffen und eine sichere Route gewählt zu haben. Und der 3. Platz bei der DM Mittel 2017 – mit nur 4 Sekunden Rückstand hinter der ehemaligen Nationalläuferin Heidrun Finke.

Was hast Du beim OL gelernt, wovon hast Du profitiert? Gelernt? Viel! Profitiert? Noch viel mehr! Ich hatte das Glück auf Menschen und auf Strukturen zu treffen, die mein Talent erkannten und mich gefördert haben. Dazu gehört mein erster Trainer Alex Roth, der aus meiner Sicht mit riesigem persönlichem Einsatz sowohl Training, Trainingslager als auch Wettkämpfe betreute und mich immer wieder motivierte. Später als Kader im Bezirk Gera (heute Ostthüringen) hat Hans Lange in Weimar für uns O-Training organisiert. Wichtig waren auch die Monate, in denen ich während meines Ausbildungspraktikums bei Helmut Conrad (heute mehrfacher Seniorenweltmeister) wohnen und trainieren konnte. Das war zu meiner Zeit als Juniorin im Nationalteam. Zusammengefasst: Ich habe viel Unterstützung erfahren. Daraus ergibt sich auch ein Teil meiner Motivation mich im OL zu engagieren, weil ich selbst erfahren habe, wie wichtig die Unterstützung auf allen Ebenen ist. Konstantin, unser frisch gebackener Jugend-Europameister, hat mich im letzten Sommer gefragt, warum ich mir das antue. Meine Antwort: Ich bin Überzeugungstäter. Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg! Danke.