24. Dezember 2019

Jahresrückblick 2019

Wenn sich das Jahr langsam dem Ende zuneigt, beginnt für viele eine Zeit, etwas zur Ruhe zu kommen, Rückschau zu halten und Pläne für die Zukunft zu schmieden. Das geschieht oft im Familienkreis, manchmal auch allein oder gemeinsam mit Freunden. Viele können auf großartige Erlebnisse oder sogar Erfolge zurückblicken. Das Jahr hat aber auch die eine oder andere Niederlage bereitgehalten. Und leider gab es auch traurige Momente.

Die Grundlage dafür, dass wir überhaupt einen sportlichen Rückblick halten können, legen die vielen, vielen ehrenamtlich Engagierten, die mit ihrer unermüdlichen Arbeit das Trainingsgeschehen in den Vereinen und die zahlreichen Wettkampfangebote eigentlich erst möglich machen. Sport und insbesondere der Orientierungssport lebt von Selbstorganisation. All die schönen Erlebnisse, die er uns ermöglicht, sind nur durch uns selbst möglich. Deshalb möchte ich alle Engagierten darin bestärken, sich auch in Zukunft mit unbändigem Enthusiasmus einzubringen und diejenigen, denen der Orientierungssport bislang als 'Konsument' unvergessliche Momente bereitet hat, motivieren, sich ebenfalls einzubringen. Die Mitglieder der zentral agierenden Gremien wie z.B. dem TK OL, den Fördervereinen, aber auch dem DOSV werden immer versuchen, bestmögliche finanzielle und vor allem auch organisatorische Rahmenbedingungen dafür zu schaffen und diese zu verbessern. Apropos Rahmenbedingungen. Es ist zu befürchten, dass uns der globale Klimawandel in den nächsten Jahren zunehmend Probleme bereiten wird. Die Trockenheit der letzten beiden Jahre und die damit einher gehenden flächendeckenden Waldschäden werden die Möglichkeiten zur Waldnutzung für unseren Sport voraussichtlich deutlich einschränken. Wir können diese Misere jedoch als Chance begreifen, bei der Erhaltung unserer Sportstätte Wald enger mit den Forstbehörden zusammenzuarbeiten.

Positiv hervorheben möchte ich den Umstand, dass 2019 alle vier Orientierungssportarten auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken können. Dabei meine ich nicht ausschließlich nur die sportlichen Erfolge wie den Jugendeuropameistertitel von Konstantin Kunckel oder die Top-Ten-Platzierung unserer WM-Herrenstaffel. Im letzten Winter konnten alle vier geplanten Ski-OL-Wochenenden erfolgreich durchgeführt werden und das obwohl der Ski-OL aufgrund der globalen Erwärmung und der damit einhergehender Schneemangelgefahr am stärksten von Ausfallrisiken betroffen ist. Zum absoluten MTBO-Highlight der vergangenen Saison gehört zweifelsfrei die Organisation der hochkarätigen internationalen Wettkämpfe im Westerzgebirge, welche die IOF 2016 nach Deutschland vergeben hatte. Der Trail-O beendet mit mehreren nationalen Einstiegs- und Wettkampfangeboten sein langjähriges Schattendasein. Erfreulich ist, dass dieser Trend fortgesetzt werden soll. Orientierungssport ist international. Das ist allgemein bekannt. Weniger bekannt ist allerdings, dass sich aktuell fünf Deutsche intensiv in die Arbeit der IOF, unserem internationalen Dachverband, einbringen und teilweise schon seit vielen Jahren in entsprechenden Fachgremien mitarbeiten. Weil ihre Tätigkeit ansonsten weitgehend unbemerkt von der OL-Öffentlichkeit passiert, soll sie hier einmal besonders hervorgehoben werden. Vielen herzlichen Dank an Anke Dannowski (MTBO- Athletenkommission), Susen Lösch (OL-Athletenkommission), Anne Straube (Trail-O-Athletenkommission), Björn Heinemann (IT-Kommission) und Bernd Kohlschmidt (Ski-OL-Kommission). Alle Fünf sind als Mitglieder der entsprechenden IOF-Gremien zugleich würdige Repräsentanten Deutschlands.

Kein Jahreswechsel ohne die berühmten guten Vorsätze! Mancher nimmt sich vor, kontinuierlicher zu trainieren. Andere möchten ihre Wettkampfergebnisse verbessern. Und für all diejenigen, deren Liste guter Vorhaben noch nicht voll ist, gibt es hier zusätzliche Empfehlungen. Wie wäre es zum Beispiel mit der Absicht, 2020 eine vakante Position im Technischen Komitee oder im Trainerrat zu übernehmen? Oder man plant eine Mitarbeit im Team Wettkampfwesen, im Bereich Öffentlichkeitsarbeit bzw. im IT-Umfeld. Ferner steht ganz hoch im Vorsatz-Ranking ein Engagement im EU-geförderten internationalen OL-Projekt 'OPEN ACCESS TO ORIENTEERING - Urban Orienteering as a Grassroots Sport in Europe', welches bei entsprechender personeller Unterstützung 2020 in die zweite Genehmigungsrunde gehen kann. Hierfür werden sehr dringend und zeitnah Mitarbeiter gesucht. Mein größter Wunsch für 2020 ist, dass wir den Orientierungssport weiter voranbringen und dass wir uns in einem konstruktiven Miteinander gemeinsam für dieses Ziel einsetzen. Im Namen des Technischen Komitees wünsche ich allen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Jahr 2020.