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14. September 2004

Neuer IOF-Präsident

Åke Jacobson heißt der neue Präsident der International Orienteering Federation (IOF). Er kommt aus Schweden und löst die scheidende Präsidentin Sue Harvey aus Großbritannien ab. Er war der einzige Kandidat bei der heutige Wahl. Dem neuen Präsidenten, der nicht nur in seinen forstwirtschaftlichen Firmen auf Teamarbeit setzt, stehen drei Vizepräsidenten und fünf Mitglieder des Council zu Seite. Insgesamt arbeiten in den verschiedenen Kommissionen der IOF 70 Planer aus der ganzen Welt für den Orientierungssport.

Åke Jacobson
Åke Jacobson
Åke Jacobson

Wichtige Entscheidungen wurden auf den heutigen Sitzungen der IOF ebenfalls getroffen. Die deutsche Seite, vertreten durch Hans Breckle als TK-Vorsitzenden ist zufrieden mit den Ergebnissen. Frauke Schmitt Gran als Mitglied der Elite Event Group vertritt natürlich ebenfalls indirekt deutsche Interessen. In einer spannenden, geheimen Abstimmung wurden die Weltmeisterschaften für 2008 an Tschechien und 2009 an Ungarn vergeben. Die französischen Bewerber für diese Wettkämpfe mußten sich trotz großem Engagement im Vorfeld geschlagen geben. Tschechien wirbt mit einer gut durchorganisierten und dabei trotzdem preiswerten WM. Mit Hilfe der größten Marketinggesellschaft Tschechiens soll das Budget auf 600.000 Euro begrenzt bleiben. Gleich zwei Regionen und zwei zentrale Städte, Brno und Olomouce, stehen ideel und finanziell hinter den jungen Organisatoren. Ungarn plant mit rund 1 Million Euro und verspricht unter anderem die Liveübertragung der Wettkämpfe über Satellit in die ganze Welt aus Miskolc.

Für den Elitesport wird es in Zukunft einige Änderungen geben. Die WM findet ja bereits jedes Jahr statt, die regionalen Meisterschaften, also die der 6 IOF-Regionen, die nahezu den Kontinenten entsprechen, werden nur alle 2 Jahre abgehalten. Weil 2006 der Weltcup zum letzten mal stattfinden wird, muß jetzt mit Hochdruck ein noch medienträchtigeres Zugpferd für die Jahre zwischen den Regionalmeisterschaften erfunden werden. Möglicherweise könnte es in Zukunft Grand Prix Wettkämpfe geben, die auf ein größeres Medieninteresse stoßen dürften.

Als Vollmitglieder der IOF wurden heute Lichtenstein, Kolumbien, Puerto Rico und die Türkei bestätigt. Die Mitgliedszahl liegt jetzt bei 63. Sie ist damit in den letzten 10 Jahren um 40% gestiegen. Der Fokus der IOF wird sich zukünftig nicht mehr auf die teure Gewinnung neuer Mitgliedsnationen richten, um eine Teilnahme am olympischen Programm zu erreichen, sondern vielmehr auf die Entwicklung der Sportart in den bestehenden Mitgliedsländern. Das ist ein erklärtes Hauptziel Åke Jacobsons. Weiterhin sind ihm die Topathleten sehr wichtig. Für sie muß es eine wirksame Plattform zur Präsentation ihrer Leistungen geben, ein Wettkampfprogramm, daß sie fordert und gleichzeitig spannend und Zuschauer- und Medienfreundlich ist.

Mehr:
International Orienteering Federation (IOF)
Tschechien
Ungarn

Lutz Spranger
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