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03. Dezember 2024

Bundestagung 2024

Bundestagung
Die Bundestagung 2024
Foto: Leon Kollenbach
Die Bundestagung 2024
Foto: Leon Kollenbach

Alle Jahre wieder: Am ersten Adventswochenende fand auch in diesem Jahr die Bundestagung statt. 26 Vertreter*innen, rekrutiert aus den Mitgliedern der AGO sowie den Vertretern der Landesverbände, trafen sich im mittelhessischen Alsfeld, um über die Zukunft des deutschen Orientierungssports zu beraten. Im Zentrum standen auch in diesem Jahr zahlreiche Anträge zu den Wettkampfbestimmungen.

AGO-Tagung

Der Samstagvormittag stand zunächst im Zeichen der AG Orientierungssport. Die Mitglieder der AG versammelten sich und diskutierten über einige Aspekte der strategischen Ausrichtung für die nächsten Jahre. Wichtigster Aspekt ist dabei die Verlängerung des Vertrages zwischen DTB und DOSV, der nach einer einvernehmlichen Verlängerung jetzt erst im Herbst 2025 auslaufen wird. Im Laufe des Jahres wird ein Nachfolgevertrag verhandelt, denn es besteht das große Interesse, diese konstruktive Zusammenarbeit fortzusetzen.
Um die kleineren OSport-Disziplinen in den Sportförderstrukturen Deutschlands zu verankern, wurde beschlossen, darauf hinzuwirken, diese in die Sportartenliste des DOSB aufnehmen zu lassen. Mit dem Ski-OL-Weltcup 2025 kehrt der internationale Orientierungslauf nach 2019 zu einem Großanlass nach Deutschland zurück. Ein noch größeres Event steht 2029 an, wenn die World Games in Karlsruhe ausgetragen werden, Orientierungslauf soll ein Teil dieser sein.
In Vorbereitung der Bundestagung wurden die eingereichten Anträge vorbereitet.


Bundestagung

Am Nachmittag startete die Bundestagung, als die Vertretungen der Landesverbände hinzukamen. Zunächst berichteten die AGO-Mitglieder aus ihren Arbeitsbereichen und brachten damit die Landesfachwarte auf den aktuellen Stand. 14 Berichte – das dauerte einige Zeit. Am Abend stellte Werner Drese als Verantwortlicher für Schulsport das niedersächsische Projekt zur Implementierung des OLs im Schulsportunterricht praktisch vor. Die Übungen sind auf die Grundschule und die Sekundarstufe 1 zugeschnitten, doch auch die Teilnehmenden der Bundestagung zeigten sich begeistert, viele Anfragen zu dem Projekt erreichten Werner sogleich. In informelleren Rahmen konnten am Abend bei einem Kaltgetränk im Freizeitraum des Turnzentrums Alsfeld diverse Vorhaben besprochen und Ideen diskutiert werden.
Zum abschließenden Tagungsblock am Sonntag rückten die zahlreichen Anträge in den Fokus. Viel Arbeit wartete auf die Teilnehmenden und in der Folge der Tagung besonders auf die Verwaltung der Wettkampfbestimmungen um Dietmar Fuchs. Die zahlreichen Anträge zeigen, dass großes Interesse in der Community besteht, sich aktiv in die Gestaltung einzubringen, auch wenn mit 22 Anträgen die Kapazitätsgrenze eines solchen Wochenendes beinahe erreicht ist. Die Beschlüsse sind im Protokoll der Bundestagung nachzulesen, das Wichtigste in Kürze:

Die beiden größten Anträge flexibilisierten die Ausrichter zukünftiger Veranstaltungen in zwei Themenkomplexen, die seit mehreren Jahren inzwischen immer wieder zu Schwierigkeiten führen. Für die DM Sprint wurde beschlossen, dass es dem Ausrichter in Zukunft freigestellt ist, ob der Wettkampf nur als Finale ausgetragen wird, oder ob die Ressourcen vorhanden sind, die Schwierigkeiten insbesondere in der Startlistenerstellung zu stemmen, die eine Quali mit Finale mit sich bringt. Auch in der ewigwährenden Diskussion um die Maßstäbe wurde den Ausrichtern mehr Spielraum gegeben, indem man sich an die internationalen Regeln anpasst. Als Aufnahmemaßstab kommen 1:15.000 bzw. 1:4000 zum Einsatz. Dem Gelände angepasst können Vergrößerungen verwendet werden, für Kinder- und Seniorenkategorien werden diese explizit empfohlen.
Weitere größere Anpassungen betrafen die Einführung regionaler Bundesranglistenläufe und die Klassierung des Knockout-Sprints als Meisterschaftwettbewerb. Die Altersklasseneinteilung bei der DM Staffel für die Seniorenkategorien wurde an die demographischen Gegebenheiten angepasst, um den Senior*innenanteil in den D-Cup-Staffeln zu erhöhen, wurde eine erweiterte Punkteskala einhergehend mit höher zu erreichender Gesamtpunktzahl als Arbeitsauftrag an die Kommission für Wettkampfwesen übergeben. Wichtig ist auch eine Vergrößerung des Angebots im Kinderbereich. Während die Jüngsten durch den Kinder-OL auf der Zielwiese erreicht werden, fehlt ein Übergang zu ersten Erfahrungen im Wald. So wurde nun festgelegt, dass ein solches Angebot verpflichtend anzubieten ist, sei es durch eine Fähnchenbahn, Smiley-Bahn oder begleitete Kategorien. Weitere kleine Änderungen sind im Protokoll nachzulesen und werden im Bericht zur neuen WKB aufgegriffen.


Aufgrund der Fülle der Anträge konnten nicht alle bearbeitet werden. Die übrigen Anträge werden in einer noch einzuberufenden Sondersitzung in den nächsten Wochen bearbeitet. Alle angenommen Änderungen gehen an die Kommission für Wettkampfwesen und werden bis zum Beginn des Jahres eingearbeitet. Die Änderungen gelten ab 2026, auch wenn Ausrichter der Veranstaltungen von 2025 sich dafür entscheiden können, diese schon im nächsten Jahr anzuwenden.

 

Personalsituation

In den Berichten der AGO wurden zahlreiche Personallücken offenbart. Neben der noch immer offenen Verantwortlichkeit für Breitensport wird ab dem nächsten Jahr auch die wichtige Position für Aus- und Fortbildung nicht besetzt sein. Perspektivisch werden auch Nachfolger*innen für die Positionen Natur- und Umweltschutz, sowie TrailO gesucht. OL-Deutschland freut sich über Interessent*innen. Nicht nur der Verantwortliche für Natur- und Umweltschutz, Nikolaus Risch, würde sich über zeitnah interessierte Nachfolger*innen freuen, um diese in den nächsten Jahren in das Amt einarbeiten zu können und auch seine zahlreichen Kontakte weitergeben zu können.
Auch an anderer Stelle gibt es Bedarf: Wer Interesse an Leistungssport und der Arbeit mit Jugendlichen hat, ist herzlich eingeladen, sich im Trainerstab des Bundesnachwuchskaders einzubringen. Ihr wollt euch in der Wettkampforganisation einbringen und habt Interesse an der Qualitätssicherung? Wir freuen uns darauf, euch zu Technischen Delegierten auszubilden, um in den nächsten Jahren weiterhin hochwertige Wettkämpfe anbieten zu können. Je größer der Pool ist, desto geringer der Aufwand für den*die Einzelne*n. Insbesondere Sportler*innen der jüngeren Altersklassen sind gesucht, um langfristig Erfahrung sammeln zu können.

Leon Kollenbach
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