Ole Hennseler Ole Hennseler

Wohnort:
Göttingen
Beruf:
Dualer Student Elektro- und Informationstechnik
Jahrgang:
1998
Heimtrainer:
Martin Hennseler
Trainingspartner:
Leichtathleten der LG Göttingen, WG-Mitbewohner, sowie OLer in Göttingen
Erfolge:
8. WOC Staffel 2021 (2. Strecke)
44. WC Mitteldistanz Italien 2021
46. WC Langdistanz Italien 2021
10. WOC-Staffel 2019 (2. Strecke)
12. JWOC Long 2018
Rückblick:

Das Trainings- und Wettkampfjahr 2021 war für mich im Großen und Ganzen sehr zufriedenstellend. Zunächst einmal war ich natürlich sehr froh, dass es nach den extremen Lockdowns wieder regelmäßige Trainingslager mit dem Nationalteam gab und auch ein vollständiges internationales Wettkampfprogramm stattfinden konnte. Auch mit meinen Ergebnissen bei den Zielwettkämpfen bin ich aber sehr zufrieden und sehe, dass ich mich Schritt für Schritt weiterentwickele und so der Spitze nähere.

Während der Grundlagentrainingsphase im Winter hatte ich noch etwas mit Stabilitätsproblemen im Fußgelenk zu kämpfen, konnte aber durch reichlich Kraft- und Alternativtraining trotzdem ordentliche Umfänge trainieren, sodass ich mit einer guten Basis in die Saison starten konnte. 

Hier hieß es in den ersten Trainingslager dann vor allem erstmal Routinen wiederbeleben und festigen und Erfahrung im WM-relevanten tschechischen Gelände sammeln. 

Die WM im Sommer war mein Saisonhöhepunkt. Dort durfte ich über die Mitteldistanz und die Staffel die deutschen Farben vertreten.  Die Mitteldistanzqualifikation lief leider gar nicht wie erhofft, da ich trotz guter Vorbereitung zu viele Fehler einbaute und dadurch auch zu hektisch wurde. Am Ende reichte es mit 3s nicht fürs Finale, aber vor allem war ich mit meinem Lauf höch unzufrieden. Ich wusste, dass ich in dem Gelände und allgemein viel mehr hätte zeigen können. Das galt es dann bei der Staffel auf der 2. Strecke, auf die ich mitten im Feld auf Rang 8 starten durfte, zu beweisen.  Erfreulicherweise konnte ich einen soliden und kontrollierten Lauf zeigen, der am Ende zu einem der besten  Staffelresultate der deutschen Herren seit langem beitrug.  Unterm Strich also 1 guter von 2 Läufen, was rückblickend realistisch ist. 

Für den Saisonschluss mit Weltcup in Italien wollte ich dann auch individuell nochmal Leistung bringen. Mit Platz 44 und 46 ist mir das sehr gut gelungen und ich war auch total zufrieden mit zwei kontrollierten Läufen am Limit. Schön zu sehen, dass ich nah an die Weltcuppunkte ranlaufen kann! Leider nicht so gut verlief die Sprintstaffel. Hier gibt es im Hinblick auf die nächste Saison noch viel zu tun. (Siehe unten)

Insgesamt bin ich mit meiner Situation und Organisation der Saison zufrieden und denke, dass ich mir mit meinem Umfeld recht gute Bedingungen für den Leistungsport geschaffen habe. Wenn es dann so viel Spaß macht, wie aktuell, ist die Motivation natürlich hoch und damit auch die Leistungsbereitschaft. Das alles hat 2021 gut zusammengespielt!

Ausblick:

Für das Wintertraining und die kommende Saison steht viel Arbeit an meiner Laufgeschwindigkeit an. Neben gezielten Temoptrainings, von denen ich möglichst viele mit der Laufgruppe hier in Göttingen absolvieren werde, weil ich weiß, dass mich das am meisten motiviert, liegt der Fokus über den Winter auf (Maximal-)krafttraining. Auch habe ich die letzten Jahre sehr gute Erfahrungen mit intensivem Beweglichkeitstrainings gemacht, sodass ich auch dort weiter einiges an Zeit investieren werden. 

Da die nächste Saison von Sprintwettkämpfen dominiert sein wird, will ich die Chance nutzen endlich auch mein Niveau im Sprint-OL anzuheben. Neben der Grundschnelligkeit, an der ich sowieso arebiten werden, geht das aus meiner Sicht vor allem mit regelmäßigem Kartentraining. Somit sind die WOC und WorldGames, mindestens aber der Sprint-Weltcup in Schweden definitiv mein Ziel für die nächste Saison. 

Grundsätzlich möchte ich mich weiter kontinuierlich verbessern. Mit den zwei soliden Läufen beim Weltcup in Italien, die knapp nicht für Weltcuppunkte reichten, ist Ziel für das nächste Jahr klar: Weltcuppunkte. Dafür wird neben spezifischem Kartentraining und dem weiteren Optimieren von Routinen sicher auch der mentale Part, mit dem ich erst in den letzten Jahren intensiver beschäftigt habe und sehr gute Erfahrungen gemacht habe, eine wichtige Rolle spielen. 

Ich bin sehr motiviert für das nötige Training und denke, dass ich auch ein sehr gute Umfeld habe, welches mir ermöglich viel in den Leistungssport zu investieren. Letztendlich macht es mir einfach immer wieder super viel Spaß im Wald an meine physischen und kognitiven Grenzen zu kommen und alles zu geben.

Wer mal reinschauen möchte, findet mein aktuelles Training hier auf Attackpoint

 

Ole Hennseler