25. September 2025
Weltcup-Abschluss in der Schweiz
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Für das Eliteteam geht es am Wochenende nach Uster in der Schweiz – der dritte Weltcup des Jahres und damit der internationale Saisonabschluss steht an. Von Freitag bis Sonntag warten drei Sprintentscheidungen auf ihre Sieger*innen.
Das Programm
Fr. 26.09. ab 13:15 Uhr – Einzelsprint
Sa. 27.09. ab 17 Uhr – Sprintstaffel
So. 28.09. ab 11 Uhr – KO-Sprint
Los geht’s am Freitag mit dem Einzelsprint. Dieser ist gleichzeitig Qualifikationslauf für den KO-Sprint am Sonntag. Alle drei Wettkämpfe finden in Uster unweit von Zürich statt und nutzen dieselbe Arena nahe des Stadtparks mitten in der Stadt, die typisch schweizerisch anmutet. Es wird spannend sein zu sehen, welche Schwierigkeiten die Bahnleger sich überlegt haben, um in jedem Lauf neue spannende Bahnen zu bieten.
Wie immer können die Rennen online verfolgt werden. Es gibt Liveresults, GPS und auch einen Livestream. Zumindest am Freitag und Samstag sind die Rennen für alle Teilnehmenden der DM Staffel perfekt gelegen: Der Einzelsprint kann während der Anfahrt nach Regensburg verfolgt werden (tut mir leid liebe Fahrer*innen), die Sprintstaffel am Samstag ist zeitlich direkt nach der Siegerehrung der DM Staffel gelegen.
Das Team
Damen
Emma Caspari (OL Team Lippe)
Birte Friedrichs (MTV Seesen)
Maren Guthier (OLV Steinberg)
Ellen Klüser (USV TU Dresden)
Katharina Linke (MTV Seesen)
Patricia Nieke (USV TU Dresden)
Jule Roßner (OK Leipzig)
Paula Starke (USV TU Dresden)
Herren
Bojan Blumenstein (OSC Kassel)
Riccardo Casanova (OLG Regensburg)
Colin Kolbe (TuS Lübbecke)
Timon Lorenz (OLG Regensburg)
Florian Nagel (OL-Team Filder)
Tobias Nagel (OL-Team Filder)
Marek Pompe (SV Robotron Dresden)
Konrad Stamer (Preetzer TSV)
Die Ziele für die Wettkämpfe sind dieselben, wie sie für die anderen Weltcupeinsätze in diesem Jahr auch waren: Top50 und damit Weltcuppunkte. Dass das bei einem so breiten Startfeld schwer genug ist, ist hinlänglich bekannt. Ziel im Einzelsprint dürfte darüber hinaus Platz 36 sein, der zur Teilnahme am KO-Sprint berechtigt. Mit Ausnahme von Bojan wäre ein Erreichen dieser Platzierung für alle Deutschen ein erstmaliger Erfolg. In der Sprintstaffel möchte sich das deutsche Team in den Top10 der Welt etablieren. Bis dorthin ist noch ein Stück zu gehen, zumal beim Weltcup – anders als bei einer EM – bis zu vier Teams pro Nation an den Start gehen dürfen, sodass Zeitverluste einzelner Staffeln nicht so schwer ins Gewicht fallen. Auch für Deutschland gehen vier Staffeln an den Start, wobei die genaue Besetzung der einzelnen Teams noch nicht öffentlich kommuniziert wurde.
Die Favoriten
Wie gut Favoritenvorhersagen zutreffen, konnte man zur EM in Belgien ausführlich begutachten – nämlich gar nicht. Weder Mattias Barros Vallet, noch Pia Young Vik oder Cecile Calandry, die Goldmedaillengewinner*innen der EM, hatte man vorher ernsthaft als Sieganwärter auf dem Zettel, die letztgenannte Französin trotz guter Ergebnisse in diesem Jahr sich wohl nicht einmal selbst. Weil zusätzlich einige Athlet*innen bereits die Saison beendet haben an dieser Stelle trotzdem ein Versuch: Simona Aebersold (SUI) ist bei den Damen trotz nicht optimaler EM weiterhin Topfavoritin, zumal sie zuhause läuft. Das Qualifikationsformat des KO-Sprints dürfte auch Läuferinnen wie Andrine Benjaminsen (NOR) zugutekommen. Auch bei ihr lief die EM nicht wie erwartet („nur“ Gold in der Sprintstaffel), auch sie wird bessere Ergebnisse ins Auge gefasst haben. Auch wenn der Charakter des Geländes und der Bahnen ein anderer sein dürfte als in Belgien hat sich die Finnin Inka Nurminen spätestens vor Monatsfrist zu einer ernstzunehmenden Medaillenanwärterin aufgeschwungen. Abschließend sind zwei Schwedinnen zu nennen: Hanna Lundberg und Alva Sonesson.
Bei den Herren ist die Spezialisierung zwischen KO- und Einzelsprintspezialisten etwas ausgeprägter als bei den Damen. Im KO-Sprint geht das Podest wohl nicht ohne August Mollén oder Jonathan Gustafsson – sofern sie die Qualifikation im Einzelsprint schaffen, was nicht unbedingt gesetzt ist. Vor Heimpublikum wollen auch die Schweizer wieder angreifen, insbesondere mit ihren Spezialisten Timo Suter und dem zuletzt verletzten Riccardo Rancan.
Der Einzelsprint liegt eher den technisch starken Läufern wie Martin Regborn, Kasper Fosser oder dem bei der EM enttäuschenden Tuomas Heikkila. Gut in Form ist auch der Neuseeländer Tim Robertson, der Tscheche Tomas Krivda kann im Einzelsprint immer auf ein Podium laufen.
Eine gute Chance richtig zu liegen besteht wohl noch in der Sprintstaffel: Auch dieses Mal dürften die Schweiz, Schweden und Norwegen das Podest unter sich ausmachen. Außenseiterchancen hat Finnland, die bei der EM lange mit den Topnationen mithielten.
Spannend wird es im Kampf um die Weltcupgesamtwertungen. Im Einzelweltcup Damen liegt Simona Aebersold souverän mit über 70 Punkten in Führung und profitiert dabei auch davon, dass Tove Alexandersson ihre Saison bereits beendet hat. Damit sie den Weltcup nicht gewinnt, muss schon ein größeres Wunder geschehen.
Uneindeutiger ist es bei den Männern: Vierzig Punkte trennen den Führenden Max Peter Bejmer (SWE) und Kasper Fosser (NOR), der noch den Rucksack eines Fehlstempels in Schweden mit sich trägt. Diesen Abstand kann Fosser allerdings mit zwei Siegen unabhängig von der Leistung Bejmers wettmachen, auch wenn ein Sieg im KO-Sprint unwahrscheinlich sein dürfte. Weitere acht Punkte dahinter liegt Martin Regborn, wobei dieser in einem Sprintweltcup grundsätzlich die besten Chancen hat – er ist auch ein Mann für den KO-Sprint.
Im Nationenweltcup liegt Schweden vor Norwegen in Führung, der Abstand ist noch nicht vorentscheidend groß. Die Schweizer brauchen eine herausragende Leistung, um dort noch einmal angreifen zu können, zusätzlich sind sie wohl auf Schützenhilfe der anderen angewiesen. Ohne einen Sieg in der Sprintstaffel geht für die Eidgenossen aber sicher nichts mehr.
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