23. September 2025
Wir sind ein Team! – JLVK 2025
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Der JLVK 2025 ist vorüber. Die deutsche OL-Jugend konnte sich zwei Tage lang gebührend feiern, und am Ende stand ein weiterer, erwartbarer Gesamtsieg für den LTV Sachsen. Egal ob man aber um den Sieg lief oder nicht, der JLVK hat vor allem eines gezeigt: Eine motivierte OL-Jugend, die großen Spaß gemacht hat und mit Feuereifer bei der Sache war.
Ein großer Dank geht zunächst an die Ausrichter des JLVK 2025 in Osterburg. Die OLer*innen aus Sachsen-Anhalt taten sich in der Ausrichtung zu einer großen Ausrichtergemeinschaft zusammen. Um das Wochenende stemmen zu können, holten sie sich auch Unterstützung von außerhalb, besonders aus Thüringen unterstützten viele Helfer*innen. In einer für Bundesveranstaltungen lange nicht besuchten Gegend Deutschlands konnte so ein nationaler Großanlass stattfinden.
Im Krumker Holz, das in den 80er Jahren bereits kartiert worden war, fanden sowohl der Einzel- als auch der Staffellauf statt. Das Gelände war flach und mitunter durch junge Bäume oder Farn unübersichtlich. Guter Kompasslauf war also essenziell, um sich nicht in größeren Suchaktionen zu verlieren. Das WKZ lag auf einem Sportplatz auf dem Gelände der Landessportschule. So war es gut erreichbar, der Wald lag allerdings einige hundert Meter entfernt, sodass die Schlussabschnitte der Strecken recht laufbetont gerieten.
Der Sieg in allen drei Wertungskategorien (Gesamt, Jugend und Junior*innen) ging im sechsten Jahr in Folge an Grün-Weiß.
Die Sachsen lagen schon nach den Einzelläufen uneinholbar in Front, Klasse und Masse in einem, da kommt niemand mit. In fünf Altersklassen sicherten sie sich den Sieg. Die meisten dieser Siege waren Favoritensiege: Merle Richter (D12), Lone Pompe (D20) und Loic Dequiedt (H20) standen ganz oben auf der Liste der Sieganwärter. Antonia Pompe (D14) und Gustav Bader (H14) waren nicht die absoluten Topfavorit*innen ihrer Altersklassen, überrascht war über diese Siege aber wohl niemand. Besonders in der D14 war die Favoritinnensituation im Vorfeld nicht vollkommen klar – entsprechend gab es hier die knappste Entscheidung des Tages, denn Antonia setzte sich mit nur zwei Sekunden Vorsprung durch. Und wenn es in einer Altersklasse mal nicht für den Sieg reichte, so sorgen die Sachsen mit entsprechender Masse trotzdem für reichlich Punkte. So reiste Sachsen beispielsweise mit gleich 10 (!) D16erinnen an – eine von ihnen würde schon durchkommen; mehr noch: Auch ohne Sieg holten die jungen Damen in der D16 und hochgestartet in der D18 drei Podestplätze.
Umkämpft dagegen waren die weiteren Podestplätze. Es zeichnete sich bereits am ersten Tag ein enger Kampf zwischen Bayern, Hessen und Niedersachsen ab. Für die Hessen blieb die Breite im Landeskader die Schwierigkeit, die Klasse hatten sie allemal: In drei Altersklassen konnten sie im Einzel zuoberst auf dem Siegertreppchen stehen. Besonders beeindruckend: Die Damen und Herren bis 18 gewannen durch Varvara Martemyanova und Julian Doetsch jeweils Hochstarter*innen, beide sind erst 15 bzw. 16 Jahre alt. Die D16 gewann Katja Horst. Zwei Altersklassensiege gingen an das kleine Saarland. In der H12 gewann Leopold Köhler, die H16 gewann Jacob Imbsweiler.
Staffeltag ist Sachsentag, denn dort kommt die Breite, die der sächsische Landeskader besitzt, noch entscheidender zum Tragen. Gleich sieben Siege konnten die Sachsen verbuchen. Sie gewannen die jüngsten Altersklassen D/H12 und 14, sie gewannen erneut die Juniorenklassen, in der H18 konnten sie sogar einen Doppelsieg feiern. Wie tags zuvor gaben die Sachsen drei Siege an Hessen ab: Sowohl in der D16 als auch in der H16 setzten diese sich souverän durch, die Entscheidung in der D14 wurde etwas knapper. In der D18 feierte Niedersachsen einen umjubelten Sieg.
Im Kampf um die weiteren Podestplätze der Wertungskategorien zeigte sich auch hier, dass die Anzahl der Siege nicht ausschlaggebend ist, dafür die Anzahl der besetzten Altersklassen umso entscheidender ist, umso mehr, da es seit diesem Jahr vier Punkte pro Staffelplatzierung gibt. Das mussten besonders die Hessen erfahren, die nur in fünf Altersklassen gewertete Staffeln ins Ziel bringen konnten. Trotz „Sieglosigkeit“, dafür aber mit einigen zweiten und dritten Plätzen, zog Bayern vorbei, sicherte sich Platz zwei und etablierten sich damit weiter als zweitstärkste Kraft der vergangenen Jahre hinter Sachsen. Auch die Niedersachsen überholten noch und komplettierten somit das Podium.
Im Grundgedanken ist der JLVK ein Wettbewerb, bei dem es um den Sieg geht, darum, seine Bestleistung abzuliefern oder wichtige Punkte und Platzierungen für den eigenen Landesverband zu holen, wie es jede*r einzelne Jugendliche an diesem Wochenende voller Elan tat. Der JLVK ist aber so viel mehr. Er ist Gemeinschaft, Teamspirit und Motivation – innerhalb der Teams, aber auch über Landesgrenzen hinweg und bis hin zu den Helferteams, die in den verschiedensten Funktionen für das Gelingen des Wochenendes sorgten.
All das zeigte sich vor dem Wettkampf, wenn die Teams gemeinsam auf die Zielwiese einziehen, sich in ihrer Runde sammeln, letzte Tipps für den Wettkampf besprechen und sich mit einem gemeinsam geschrienen Leitspruch heiß auf den Lauf machen.
Es zeigt im Wettkampf, wenn lautstark jede*r einzelne Läufer*in des eigenen Landesverbands ins Ziel geschrien wird, vielfach aber auch die Konkurrent*innen mit Applaus und Anfeuerung im Zieleinlauf empfangen werden, weil man weiß, dass der Sieg vielleicht nicht „Pflichterfüllung“ war, sondern die unerwartete Krönung einer tollen Leistung. So geschehen beispielsweise in der D18: Das pure Glück in den Gesichtern der drei jungen Damen, als sie sich über den Sieg freuten, muss für jeden – ob Konkurrentin, Teamkolleg*innen, Trainer*innen oder unbeteiligte Zuschauer*innen – ansteckend gewesen sein.
Der Geist des JLVK zeigte sich aber auch auf der Abendveranstaltung am Samstagabend, bei der gemeinsamen Party, bei der die Jugendlichen quer durch die Landesverbände gemeinsam auf die Tanzfläche gehen und zu den DJs Fehl+Stempel tanzen.
Auch vorher zeigte sich das, als die sechs Gäste aus den Niederlanden mit ihrer Energie alle anderen ansteckten und zu einer gemeinsamen Tanzeinlage bewegten, oder der Landesverband Thüringen ein kleines Quiz veranstaltete, bei dem nicht nur der Quizchampion, sondern alle Jugendlichen belohnt wurden, indem die Thüringer für jede richtig beantwortete Frage Bonbons in die Menge warfen. Hessen brauchte nicht einmal eine Entschuldigung um alle anderen mit Süßkram zu versorgen, gemäß dem Motto „süß und schnell“ warfen auch sie mit Zuckersachen um sich. Ums Team ging es auch bei dem neu zusammengeschlossenen Landesverband Baden-Württemberg: Passenderweise verheirateten die beiden beteiligten Verbände Schwaben und Baden sich in ihrem Einzug. Und schließlich hatten auch die Niedersachsen mit ihrem „Bibi und Tina“-Motto inklusive „Jungs gegen Mädchen, Mädchen gegen Jungs“-Darstellung noch eine Botschaft: „Auch wenn wir uns manchmal streiten“ – und dazu zählt sicher auch der sportliche Wettstreit – „wir sind immer noch ein TEAM!“
Ein intensives, spannendes und schönes Wochenende liegt also hinter uns. Im nächsten Jahr geht es nach Lübeck in Schleswig-Holstein und ich freue mich jetzt schon, dort wieder so vielen motivierten Jugendlichen beim OL zuschauen zu können.
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