05. August 2026
Vorschau: Weltcup in Tschechien
Foto:
Foto:
Im Süden Tschechiens, in Vyšší Brod, steht in dieser Woche die dritte Runde der diesjährigen Weltcupsaison an. Nachdem die Saison bisher ganz im Zeichen des Sprints stand, geht es nun zurück in den Wald. Das deutsche Team reist mit einem großen, vielversprechenden Aufgebot ins östliche Nachbarland.
Das Programm
05.08. ab 10:00 Uhr – Qualifikation Mittel/Lang
06.08. ab 10:00 Uhr – Finale Langdistanz
08.08. ab 12:30 Uhr – Finale Mitteldistanz
09.08. ab 11:00 Uhr – Staffel
Den Auftakt zu dieser Weltcuprunde macht ein Qualifikationslauf am heutigen Mittwoch. Dieser bildet eine Mischung aus Mittel- und Langdistanz, die Siegerzeit ist bei 50 Minuten angesetzt.
Die besten 20 jedes Heats qualifizieren sich für das Finale der Langdistanz am Folgetag. Für die Mitteldistanz vergrößert sich das A-Finalfeld noch einmal: Die Bestplatzierten des B-Finals sowie bei den Herren der Sieger des C-Finals rücken ins die Runde der Besten auf.
Das Gelände
Wettkampfort dieser dritten Weltcuprunde ist der Ort Vyšší Brod in Südböhmen. Direkt an der österreichischen Grenze, auf halber Strecke zwischen den Großstädten Budweiß und Linz, liegt die beschauliche Kleinstadt an der Moldau, die vor allem für ihr Kloster bekannt ist.
Die Wettkampfgebiete liegen direkt südlich der Stadt an der Grenze. Es erwartet die Teilnehmenden typisch böhmisches Gelände: Steile Hänge, viele Höhenmeter und Unmengen an Steinen und Geröll, die Laufen und Orientieren anspruchsvoll machen. Hinzu kommt wechselnde Belaufbarkeit und Sichtbehinderung durch Bewuchs.
Das Team
Damen
Birte Friedrichs (MTV Seesen)
Julia Fritz (OL-Team Filder)
Marlene Fritz (OL-Team Filder)
Ellen Klüser (USV TU Dresden)
Hanna Müller (Gundelfinger Turnerschaft)
Patricia Nieke (USV TU Dresden)
Lone Constanze Pompe (SV Robotron Dresden)
Paula Starke (USV TU Dresden)
Herren
Riccardo Casanova (OLG Regensburg)
Ole Hennseler (MTV Seesen)
Timon Lorenz (OLG Regensburg)
Tobias Nagel (OL-Team Filder)
Anselm Reichenbach (SSV Planeta Radebeul)
Anton Silier (Preetzer TSV)
Konrad Stamer (Preetzer TSV)
Eine kurzfristige Änderung gegenüber der Nominierung ergab sich durch den Ausfall von Jule Roßner, für sie rückt Lone Pompe als Ersatzläuferin ins Team.
Insgesamt reist das Team nicht mit dem Maximalaufgebot von sechzehn Läufer*innen an, ein Startplatz der Herren bleibt aufgrund der vollen und intensiven Saison – zuletzt stand in der Vorwoche die Studierenden-WM an – frei.
Als Teamleader*innen treten die Ältesten an, auf denen das Hauptaugenmerk hinsichtlich der Ergebnisse liegen wird. Die Jüngeren sollen weitere Erfahrung im engen internationalen Feld sammeln und mit guten Läufen auf sich aufmerksam machen.
Die Leistungen in der heutigen Qualifikation wiesen die Richtung für den Rest der Woche: Ole Hennseler qualifizierte sich als hervorragender 12. zur Finalteilnahme, bei den Damen schafften gleich fünf Läuferinnen den Sprung unter die besten zwanzig ihres Heats, wodurch sie sich das A-Finale sicherten.
Die Favorit*innen
Im Gegensatz zur WM vor einem Monat hat sich das Teilnehmendenfeld und damit auch die Favorit*innen etwas verändert. So gehen in dieser Woche auch diejenigen wieder an den Start, die unter den Waldspezialisten zu verorten sind.
Topfavoritin für die Rennen in Tschechien ist einmal mehr die Schweizerin Simona Aebersold. Sie stellte jüngst unter Beweis, dass ihr auch der Übergang zum Wald gut gelang, indem sie die Gesamtwertung des Oringen gewann. Topherausforderinnen in den steilen, felsigen Hängen dürften Pia Young Vik (NOR) und die Waldspezialistinnen um Marie Olaussen (NOR) und Venla Harju (FIN) sein. Hinzu kommt aus Schweden Sanna Fast. Nicht am Start sind dagegen zwei weitere starke Schwedinnen: Weder Tove Alexandersson noch Hanna Lundberg treten zur dritten Weltcuprunde an. Weitere interessante Läuferinnen mit Blick auf die Top6 sind die Tschechinnen, allen voran Tereza Rauturier und Denisa Kralova. Ob sie den Heimvorteil nutzen können? Zur Qualifikation heute präsentierten sich die Tschechinnen stark, auch wenn die Ergebnisse wohl mit Vorsicht genossen werden müssen – manch ein*e Topläufer*in lief im Wissen um einen guten Lauf ohne Fehlerzeit nicht mit voller Konsequenz zu Ende, der*die ein oder andere ward sogar wandernd in einem Zieleinlauf der Kategorie „undankbar“ beobachtet.
Größere Veränderungen im Favoritenfeld dürfte es dagegen im Herrenfeld geben, zumal der traditionelle Topfavorit Kasper Fosser (NOR) die Umstellung nicht so problemlos bewerkstelligte wie Aebersold bei den Damen. Eine starke schwedische Fraktion tritt hier an, sieben der acht Läufer, angeführt von den Brüdern Viktor und Emil Svensk erreichten in der Qualifikation die Top 8. Konkurrenz aus dem eigenen Land kommt in Person von Eirik Langedal Breivik (NOR), dem amtierenden Mitteldistanzweltmeister. Aus der Schweiz zeigten sich Fabian Aebersold und Ueli Werren, letzterer bei seinem Weltcupdebüt, mit Top3-Platzierungen stark in Form. Die finnischen Waldspezialisten Topi Syrjalainen und Olli Ojanaho hatten sogar noch Zeit für Späße auf der Ziellinie. Stark zeigte sich auch das französische Team, angeführt von Matthieu Perrin und Quentin Moulet. Schließlich will auch der Heimstar für tschechischen Erfolg sorgen: Tomas Krivda.
Auch bei diesem Weltcup wird sich einmal mehr zeigen, wie konkurrenzfähig die Jüngsten bereits sein werden, und wie weit die Erfahrung reichen wird. Mitunter bemerkte man das schon in der heutigen Qualifikation: Der Jungstar 2026 im Damenfeld, Lucie Dittrichova (CZE), die schon im Sprint ihre Klasse unter Beweis stellen konnte, gewann beim Heimweltcup ihren Qualifikationslauf. Noch im Juniorinnenalter sind Janka Mikes (HUN) und Freja Hjerne (SWE), die ihre jeweiligen Qualifikationsheats auf den Plätzen 3 und 6 beendeten, sowie Matthieu Bührer (SUI) als 8. Bei den Herren qualifizierte sich auch der erst 18-jährige Mihaly Csoboth (HUN) sensationell für die Finalläufe. Im Gegensatz dazu zeigten auch die beiden Altstars Marianne Andersen (46, NOR) und Daniel Hubmann (43, SUI), das mit ihnen durchaus noch zu rechnen ist. Daniel Hubmann beendete sein Rennen sogar auf Platz drei.
Weltcup live!
Nach einem überschaubaren Liveangebot bei der WUOC in der Vorwoche können OL-Liebhaber*innen diesmal wieder aus dem Vollen schöpfen. Neben Liveresultaten gibt es GPS für alle und umfassende Livestreams. So werden nicht nur die heutigen Finalläufe übertragen, auch von der Qualifikation am heutigen Mittwoch gab es einen Stream mit Bildern und Analysen. Schaut rein und feuert unsere sechs Deutschen an, die in Lang- und Mitteldistanz das Finale erreichen konnten!