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09. August 2026

Studierenden-WM 2026

Frankreich
Die WUOC 2026 geriet zu französischen Festspielen. Les Bleus führte den Medaillenspiegel mit einigem Abstand an. Symbolisch für die Qualität des Teams steht der Sieg in der Sprintstaffel.
Foto: FADU Portugal
Die WUOC 2026 geriet zu französischen Festspielen. Les Bleus führte den Medaillenspiegel mit einigem Abstand an. Symbolisch für die Qualität des Teams steht der Sieg in der Sprintstaffel.
Foto: FADU Portugal

Die Studierendenweltmeisterschaften 2026 in Vila Real (Portugal) vom 28.07. - 01.08. standen ganz im Zeichen des Sprint-OLs. Athlet*innen aus 30 Nationen traten zu den Wettkämpfen an. Als prägende Nation präsentierte sich Frankreich, die vier Titel für sich reklamieren konnten. Für das beste deutsche Ergebnis sorgte Marieluise Gran mit Platz 16 über die abschließende Mitteldistanz. Trotz einiger guter Leistungen wurde das ausgegebene Ziel einer Top10-Platzierung verfehlt.

KnockOut-Sprint zum Auftakt

Den Auftakt am Dienstag, 28.07., machte der KnockOut-Sprint, der in diesem Jahr zum ersten Mal bei einer WUOC ausgetragen wurde – für die Athlet*innen ein höchst intensiver Einstieg, ging es sogleich mit einer schweren Qualifikation los, um zunächst die Teilnahme an den Finalrunden zu erreichen. Wettkampfzentrum, wie für alle drei Sprintentscheidungen, war der Campo do Calvário, ein Sportplatzgelände direkt östlich der Innenstadt. Die Läufe spielten sich in sämtlichen Geländen rund herum ab – die Stadt Vila Real wurde anlässlich der WUOC fast vollständig kartiert. Lediglich die Qualifikation fand in einem weiter nördlich gelegenen Stadtteil statt.

 Los ging es zur Qualifikation bereits früh morgens um 9:00 Uhr. Ein Platz unter den besten 12 des jeweiligen Qualifikationsheats musste erreicht werden – in einem Startfeld von je 120 Damen und Herren ähnlich schwer wie zu anderen Großanlässen. Schon im ersten Lauf galt es also, die Konzentration hochzuhalten und mit höchstmöglichem Tempo einige durch künstliche Sperren erzeugte Routenwahlen zu lösen, bei denen auch die Höhenmeter nicht vernachlässigt werden durften. Im etwas leichteren Schlussteil ging es ans Maximaltempo mit der Schwierigkeit, gleichzeitig keinen Posten zu vergessen.

Als jeweils 11.-platzierte ihres Heats qualifizierten sich Stanja Lindig und Marek Pompe für die nächste Runde und sorgten so für zwei Viertelfinalteilnahmen.
Zwei Loops erwarteten die Läufer*innen gleich zu Beginn des Viertelfinals am Nachmittag. Derart gegabelt erforderte auch die nächste Runde ab dem Start höchste Konzentration, um nicht mit der falschen Gruppe zu laufen und frühzeitig Zeit zu verlieren, sodass man in der Entscheidung zu Ende der Strecke noch dabei war. Nach dem Loop standen entscheidende Routenwahlen an, die im Head-to-Head-Racing die Möglichkeit boten, durch gute Wahl einen Unterschied zu machen.

Für die deutschen Starter*innen war in diesem Viertelfinale leider Endstation, sowohl Stanja Lindig als auch Marek Pompe schieden als jeweils fünftplatzierte aus. Für Stanja steht damit ein 26. Platz in der Gesamtwertung des KO-Sprints, Marek war aufgrund eines Fehlstempels in einem Parallelheat sogar einen Platz besser und wurde 25. Er habe alles gegeben, die Konkurrenz an diesem Tag erwies sich als läuferisch zu stark, sodass er auch mit eigenen Routenentscheidungen im Schlussteil nicht mehr in den Kampf ums Halbfinale eingreifen konnte. Stanja zeigte sich dagegen besonders mit ihrer läuferischen Form zufrieden, haderte allerdings mit einer Routenwahl im Mittelteil, auf der sie durch eine schlechte Wahl den Anschluss an die Gruppe verlor.

Ohne deutsche Beteiligung fanden also im Anschluss die Halbfinal- und Finalläufe statt. Auf ein sehr laufbetontes Halbfinale folgte ein technisch geprägtes Finale, in dem viele kleine Fallen zu erkennen und zu lösen waren. Am Ende standen zwei französische Favorit*innen Siege: Europameisterin Cécile Calandry setzte sich souverän auf der abschließenden langen Routenwahl an die Spitze und lief zum Sieg. Spannender machte es Weltmeister Guilhem Verove bei den Herren, er hatte nach einer übersehenen Falle zu Beginn einen kleinen Rückstand wettzumachen, konnte sich aber auf seine Physis verlassen und hatte im Ziel sogar noch Zeit eine Flagge anzunehmen.

 

Sprintstaffel

Der Staffeltag ist immer auch ein emotionaler Höhepunkt, wenn es nicht nur um den eigenen Lauf geht, sondern auch darum, die Teamkolleg*innen lautstark zu unterstützen. Die Sprintstaffel stand bereits am Folgetag an gleicher Stelle an. Es ging in den tags zuvor nicht belaufenen östlichen Teil der Stadt. Dort wich das innenstädtische Gelände der ersten Posten einem Wechsel aus Park und Schulgelände, es galt erneut lange Routenwahlen zu lösen und dem Tempo der Gruppe zu folgen. Entscheidend war es oft, einzuschätzen, welche Passage durch die Eingänge in den Schul- oder Parkmauern die kürzeste Laufstrecke zuließ. Gleichzeitig musste in den Gabelungssystemen der Überblick behalten werden, bei 43 antretenden Teams selbst nicht immer das leichteste Unterfangen. Körperlich herausfordernd gerieten besonders die vielen Höhenmeter und der lange Treppenanstieg in Richtung Ziel.

Für Deutschland gingen zwei Teams an den Start. In der Besetzung Stanja Lindig – Anselm Reichenbach – Marek Pompe – Julia Fritz lief Team Deutschland 1 als 15. Team mit 4:48 Minuten Rückstand über die Ziellinie, was Platz 11 in der bereinigten Nationenwertung bedeutete. Die angestrebte Top10-Platzierung wurde damit denkbar knapp verfehlt, trotzdem zeigte sich das Team zufrieden mit der gebrachten Leistung. Besonders stark präsentierte sich Anselm Reichenbach, der die fünftschnellste Tageszeit lief und damit auf Strecke zwei viele Positionen gutmachen konnte. Das zweite Team in der Besetzung Marlene Fritz – Konrad Stamer – Loic Dequiedt – Emma Caspari erreichte Einlaufplatz 21 mit rund einer Minute Rückstand auf die Teamkolleg*innen.

Der Sieg ging einmal mehr an das überlegene Team aus Frankreich. Nachdem Annabelle Delenne auf der Startstrecke noch „nur“ auf Platz vier einlief, drehten schon Romain Pichard und Guilhem Verove das Rennen zu Gunsten von Les Bleus, Schlussläuferin Cécile Calandry konnte bereits Kraft für die kommenden Wettkämpfe sparen. Im Kampf um die weiteren Medaillen setzte sich Viktoria Mag für Ungarn gegen ihre weiteren Konkurrentinnen durch. Drittplatziert im Ziel war das zweite französische Team, sodass die im Zielsprint noch knapp unterlegenen Tschechen sich über die Bronzemedaille freuen durften.

 

Einzelsprint

Nach einem Ruhetag, der für einen Besuch des Modelevents für die Mitteldistanz und einem Regenerationseis genutzt wurde, stand am Freitag, 31.07., die Entscheidung im Einzelsprint an. Im Gelände nördlich der Arena, welches sich teilweise bereits mit dem Finalgelände des KnockOuts überschnitt, wartete ein steter Wechsel aus technisch anspruchsvollen, kurzen Posten und längeren Routenwahlentscheidungen. Schnelle Entscheidungen und präzises Orientieren waren angesichts zahlreicher künstlicher Sperren, verwinkelten Treppen, engen Durchgängen und häufigen Richtungswechseln unerlässlich. Nachdem Hitze die bisherigen Wettkämpfe prägte, berichtete unter anderem Junior Loic Dequiedt über das positive Gefühl angesichts durch frühere Startzeit etwas niedrigerer Temperaturen.

Im deutschen Team berichteten einige Läufer*innen so von leichten Startschwierigkeiten, angesichts des technischen Anspruchs einen guten Rhythmus im Anfangsteil zu finden, und starteten etwas holprig in ihre Rennen. 
Für die deutsche Bestleistung sorgte Marieluise Gran auf Platz 32. Mit einer konstanten Leistung platzierte sie sich im vorderen Drittel des Teilnehmerfeldes, sie hatte am Ende 1:56 Minuten Rückstand auf die Siegerin. Knapp dahinter lief Stanja Lindig auf Platz 44. Ernüchterung herrschte dagegen im deutschen Herrenteam, in dem Konrad Stamer mit Platz 73 die beste Platzierung erlief. Zusätzlich getrübt wurde das Teamergebnis durch einige Fehlstempel.

An der Spitze gingen die französischen Festspiele weiter, auch wenn es diesmal nicht für einen Sieg unserer westlichen Nachbarn genügte. Im Herrenrennen setzte der Italiener Francesco Mariani, selbst Sechsplatzierter im Einzelsprint der WM in Genua zu Beginn des Monats, denkbar knapp vor dem Schweden Linus Wernström durch. Der WM-Zweite Guilhem Verove lief „nur“ zu Bronze. Ebenso minimal war der Abstand im Damenrennen: Klara Borg (SWE) gewann die Goldmedaille mit nur einer Sekunde Vorsprung vor Cécile Calandry. Auf den Bronzerang lief mit Annabelle Delenne eine zweite Französin.

 

Mitteldistanz

Zum Abschluss der Studierenden-WM stand die einzige Walddistanz der Titelkämpfe an. Nördlich von Vila Real ging es in einem Militärgelände auf eine Mitteldistanz. Kurze, knackige Anstiege, wechselnde und teils diffuse Vegetation sowie Steine, Mauern und diffuse Höhen besonders im Südteil des Geländes sorgten für physischen und technischen Anspruch. Dazu kam eine weitere Schwierigkeit: Aufgrund der begrenzten Ausdehnung des Wettkampfgebietes gab es gleich drei Mapflips – alle vier Kartenausschnitte waren auf derselben Laufkarte aufgedruckt, sodass zusätzliche Aufmerksamkeit galt, den richtigen Ausschnitt zu verwenden. Um der portugiesischen Hitze angemessen Rechnung zu tragen, fand der erste Start bereits um acht Uhr statt, sodass für einige Athlet*innen der Tag bereits um fünf Uhr begann. Ihr Vorteil: Niedrigere Temperaturen als zu späterer Stunde, dafür sorgten sie aber auch für Spuren in den Dickichten, die wiederum Späterstartenden zugutekamen.

Ein gutes deutsches Teamergebnis sorgte für einen positiven Abschluss der Studierendenweltmeisterschaften 2026. Marieluise Gran (16., +4:49 Minuten) sorgte einmal mehr für die Bestleistung, auch Teamkollegin Marlene Fritz (18., +5:01) erreichte wenige Sekunden dahinter eine Top20-Platzierung. Diese verpasste Loic Dequiedt, als 21. bestplatzierter Herr, mit einem Rückstand von 4:11 Minuten knapp. Positiv aus deutscher Sicht ist auch das Teamergebnis. Alle vier deutschen Herren und vier von sechs Damen erreichten die besten 50.

An der Spitze gab es kleinere Überraschungen hinsichtlich der Spitzenpositionen. Die Damenkonkurrenz gewann die Finnin Inari Karppinen vor Sprintsiegerin Klara Borg (SWE). Natürlich darf auch keine Französin auf dem Podest fehlen, Bronze ging an die diesjährige JWOC-Medaillengewinnerin Fanny Delahaye. Auch bei den Herren präsentierten sich die Franzosen erneut stark: Antoine Becaert gewann mit deutlichem Vorsprung vor Svante Selin (SWE) und Romain Pichard (FRA), beide Franzosen zeigten international ihre technische Klasse bereits bei ihren bisher einzigen Weltcupauftritten im schwedischen Idrefjäll vor über einem Jahr mit Top20-Platzierungen über die Mitteldistanz.

 

Zum Abschluss der WUOC schließlich gab es eine Closing Ceremony und einen Bankettabend, um die Titelkämpfe gebührend ausklingen zu lassen. Dabei stand im Fokus, wofür Studierendenmeisterschaften auch ausgetragen werden: Internationale Bekanntschaften schließen und pflegen.
Für einen Teil des Teams ging es direkt im Anschluss weiter zum Weltcup nach Tschechien. Ein anderer Teil des Teams geht dagegen in die Vorbereitung der restlichen Saison, Europameisterschaften stehen für die Erwachsenen in Litauen an, für die Junior*innen geht es noch zum Junior European Cup in die Schweiz.

Teamfoto Teamfoto
Das deutsche Team bei der WUOC 2026 in Vila Real (Portugal).
Foto: Nikolaus Risch
Das deutsche Team bei der WUOC 2026 in Vila Real (Portugal).
Foto: Nikolaus Risch
Anselm Reichenbach Anselm Reichenbach
Anselm Reichenbach läuft eine starke Sprintstaffel und bringt Deutschland 1 in der Konkurrenz weit nach vorn. Am Ende wird es Platz 11 für das Team.
Foto: FADU Portugal
Anselm Reichenbach läuft eine starke Sprintstaffel und bringt Deutschland 1 in der Konkurrenz weit nach vorn. Am Ende wird es Platz 11 für das Team.
Foto: FADU Portugal
Emma Caspari Emma Caspari
Emma Caspari beim Einzelsprint der WUOC 2026
Foto: Nikolaus Risch
Emma Caspari beim Einzelsprint der WUOC 2026
Foto: Nikolaus Risch
Marlene Fritz Marlene Fritz
Marlene Fritz im anstrengenden Schlussabschnitt der Sprintstaffel.
Foto: FADU Portugal
Marlene Fritz im anstrengenden Schlussabschnitt der Sprintstaffel.
Foto: FADU Portugal
Konrad Stamer Konrad Stamer
Konrad Stamer wird bester deutscher Herr mit Platz 73 im Einzelsprint.
Foto: FADU Portugal
Konrad Stamer wird bester deutscher Herr mit Platz 73 im Einzelsprint.
Foto: FADU Portugal
Modelevent Modelevent
Ein Teil des Damenteams entspannt beim Modelevent
Foto: Pia Buchholz
Ein Teil des Damenteams entspannt beim Modelevent
Foto: Pia Buchholz
Teambesprechung im Ziel Teambesprechung im Ziel
Marieluise Gran, Emma Caspari und Julia Fritz analysieren im Ziel des Einzelsprints ihre Läufe.
Foto: Nikolaus Risch
Marieluise Gran, Emma Caspari und Julia Fritz analysieren im Ziel des Einzelsprints ihre Läufe.
Foto: Nikolaus Risch
Sprint um Silber Sprint um Silber
Gleich drei Teams kämpfen um die Silbermedaille in der Sprintstaffel. Viktoria Mag sichert diese für Ungarn.
Foto: FADU Portugal
Gleich drei Teams kämpfen um die Silbermedaille in der Sprintstaffel. Viktoria Mag sichert diese für Ungarn.
Foto: FADU Portugal
Herrensieger Einzelsprint Herrensieger Einzelsprint
Der Italiener Francesco Mariani gewinnt Gold im Einzelsprint.
Foto: FADU Portugal
Der Italiener Francesco Mariani gewinnt Gold im Einzelsprint.
Foto: FADU Portugal
Klara Borg Klara Borg
Klara Borg freut sich über ihren ersten internationalen Titel im WUOC Einzelsprint.
Foto: FADU Portugal
Klara Borg freut sich über ihren ersten internationalen Titel im WUOC Einzelsprint.
Foto: FADU Portugal

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Ergebnis WUOC KnockOut-Sprint
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Vorschau: Weltcup in Tschechien
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