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04. August 2026

Zwei deutsche Diplomplätze im PreO

ETOC 2026 Diplome
Sabrina Schöps und Bjarne Friedrichs sicherten sich in der PreO-Entscheidung der ETOC 2026 Diplomplätze.
Foto: Anja Breckle
Sabrina Schöps und Bjarne Friedrichs sicherten sich in der PreO-Entscheidung der ETOC 2026 Diplomplätze.
Foto: Anja Breckle

Bei den Trail-O-Europameisterschaften in Stettin gab es in der zweitägigen PreO-Entscheidung das bislang beste deutsche Abschneiden bei einer EM-Entscheidung im Trail-O überhaupt. Sabrina Schöps mit Rang vier bei den Junioren und Bjarne Friedrichs mit Platz sechs in der offenen Kategorie schafften es in die Diplomplätze, weitere drei deutsche Teilnehmer platzierten sich unter den Top 15. Eher ernüchternd war aus deutscher Sicht hingegen die Staffel, bei der mit den Plätzen sieben bzw. acht die Diplome knapp verpasst wurden.

PreO: zwei Diplome, fünf Mal Top 15

Beide Teiletappen des PreO-Wettbewerbs wurden in ähnlichen Geländen ausgetragen. Teilnehmern des alljährlichen Bukowa-Cups sind die hügeligen, detailarmen Buchenhochwälder in den Endmoränengebieten südlich von Stettin bestens bekannt. In diesen detailarmen Geländen galt es, vom Weg im Tal aus insbesondere minimalste Geländeformen korrekt zu interpretieren, um die insgesamt 65 Aufgaben - 31 am ersten Wettkampftag und 34 am zweiten Wettkampftag - korrekt zu lösen. Auf der ersten Etappe sorgte aus deutscher Sicht vor allem Sabrina Schöps für ein Ausrufezeichen. Mit nur vier Fehlern gelang ihr der zweite Tagesplatz, während auch Paul Michel mit sieben Fehlern auf Rang neun und Vanessa Schöps mit 13 Fehlern auf Platz 17 noch gut platziert waren.

In der offenen Kategorie lagen Bjarne Friedrichs mit zwei Fehlern und Ralph Körner mit drei Fehlern auf den Plätzen acht und zehn in Lauerstellung zu den Diplomplätzen. Auch Katja Engelhardt mit vier Fehlern auf Platz 23 und Nina Döllgast mit fünf Fehlern auf Rang 27 konnten gute Ergebnisse beisteuern. Einzig Anja Breckle konnte mit zwölf Fehlern und Rang 85 ihr Potential an diesem Tag nicht abrufen.

Tag zwei brachte in beiden Kategorien teils noch deutliche Veränderungen. Bei den Junioren konnte diesmal das deutsche Trio mit jeweils vier Fehlern die Plätze neun bis elf belegen. Beste deutsche Juniorin war an diesem Tag Vanessa Schöps vor Paul Michel und Sabrina Schöps. In der Endabrechnung bedeutete dies für Sabrina Schöps noch den Verlust von zwei Positionen, so dass es am Ende nichts mit der möglichen Medaille wurde, sondern letztlich Rang vier punktgleich mit den Silber- und Bronzeplätzen zu Buche stand. Dieser deutsche Diplomplatz bei den ersten Junioren-Europameisterschaften ist dennoch ein hervorragender Erfolg. Das hervorragende Gesamtergebnis der deutschen Junioren rundeten Paul Michel mit Rang zehn und Vanessa Schöps mit Platz 13 - allesamt im ersten Drittel - ab. Den Sieg sicherte sich wie schon im TempO Jonatán Furucz (SVK), diesmal vor Matilda Lukkari (FIN) und Carolina Mullis (CZE).

Insgesamt deutlich weniger Fehler als am Vortag wurden in der offenen Kategorie gemacht. Bjarne Friedrichs war erneut bester Deutscher und belegte mit einem Fehler Tagesrang 14, Ralph Körner kam mit zwei Fehlern auf Platz 27. Nina Döllgast sicherte sich mit drei Fehlern Platz 37, während Katja Engelhardt mit fünf Fehlern auf Platz 69 und Anja Breckle mit sechs Fehlern auf Rang 73 etwas Federn lassen mussten. Für Bjarne Friedrichs reichte es in der Gesamtwertung für Diplomplatz sechs, Ralph Körner steuerte mit Rang 13 ein weiteres Top-15-Ergebnis bei. Nina Döllgast beendete die PreO-Entscheidung auf Platz 28, Katja Engelhardt kam mit Rang 38 ebenfalls in die vordere Hälfte des Feldes. Anja Breckle musste mit Platz 83 vorlieb nehmen. Der Titel ging in überzeugender Manier mit nur einem Fehler insgesamt an Anders Haugskott (NOR), gefolgt von Laura Eliza Tabaka (LAT) und Antti Rusanen (FIN). In der Para-Kategorie gab es einen schwedischen Doppelsieg durch Ola Jansson vor Michael Johansson, Bronze sicherte sich Alejandro Aguilar Lara (ESP).

Staffel: durchwachsenes Abschneiden in umstrittenem Wettkampf

Mit dem Ziel Diplomplatz waren sowohl die Juniorenstaffel in der Besetzung Sabrina Schöps, Vanessa Schöps und Paul Michel, als auch die erste offene Staffel mit Ralph Körner, Nina Döllgast und Bjarne Friedrichs in den Staffelwettbewerb gestartet. Erstmals konnte Deutschland auch eine zweite Staffel in der offenen Kategorie an den Start bringen. Diese bildeten Katja Engelhardt, der erst zur Staffel angereiste Stefan Schmäling sowie Anja Breckle. Im offenen Golfplatz-Gelände galt es zunächst für alle drei Staffelathleten, je 13 Posten in teils großer Entfernung vor allem mit Hilfe von Peilung und genauer Kartenarbeit zu lösen, bevor nach der Übergabe jeweils zwei TempO-Stationen warteten.

Für die Juniorenstaffel waren insgesamt zwölf PreO-Fehler und damit 720 Strafsekunden leider zu viel, auch wenn das Trio im TempO-Teil komplett fehlerfrei blieb. Am Ende waren die drei deutschen Junioren nach den guten Vor-Ergebnissen mit Staffelplatz acht sichtlich geknickt. Es siegte das Trio aus Lettland vor Italien und Finnland.

Die erste deutsche Offen-Staffel hatte zunächst acht Fehler auf dem Konto. Die berechtigte Annullierung eines fehlerhaften Postens bei zwei Runden reduzierte diesen Wert immerhin auf sechs. Jedoch verblieb ein weiterer sehr diskussionswürdiger Posten - ein 400 Meter entferntes Vor-Rück-Problem mit Z-Posten - trotz eines deutschen Einspruchs, der vom Veranstalter kurz und knapp abgelehnt wurde, sowie eines anschließenden Protests, auf den eine geteilte 2:1-Jury-Entscheidung folgte, in der Wertung. Somit blieb für das deutsche Weltmeistertrio des Jahres 2023 nur Rang acht, was in der bereinigten Wertung ohne zweite Staffeln Platz sieben bedeutete. Die Diplomplätze wurden damit nur um 17 Sekunden, die Medaillen um 77 Sekunden verpasst. Das zweite deutsche Trio kam mit neun Fehlern unter den 31 Teams auf einen achtbaren 23. Platz. Den Titel sicherte sich Finnland sechs Sekunden vor Großbritannien, Überraschungs-Bronze sicherte sich Kroatien. In der Para-Entscheidung gewann Tschechien vor Schweden und Finnland.

Überschattet wurden die Wettkämpfe in und um Stettin und vor allem der Staffelwettkampf von mehreren technischen Pannen von Ausrichterseite, die auch die beiden Senior Event Adviser der IOF nicht verhindern konnten. Diese führten zu wiederkehrenden Verschiebungen und Zeitproblemen. So fand die PreO-Ehrung erst einen Tag später als geplant statt, die Staffelsiegerehrung am Schlusstag kam sechs Stunden nach dem geplanten Zeitpunkt zur Austragung. Entsprechend verschob sich auch das Abschlussbankett, das im Rahmen einer Schifffahrt auf der Westoder abgehalten wurde, deutlich. Statt um 18 Uhr legte das Schiff erst um 21:30 Uhr ab, die Folge waren Dunkelheit und eine verkürzte Fahrtroute.

ETOC-Fazit

Das größte deutsche Team der Trail-O-Geschichte jedoch präsentierte sich als tolle Einheit und vertrat die deutschen Farben in Polen mehr als würdig. Zwei Diplomplätze und insgesamt acht Platzierungen unter den besten 15 sind ein hervorragendes Abschneiden. Im nächsten Jahr warten wieder die Weltmeisterschaften, dann mit besonderen logistischen und finanziellen Herausforderungen: die WTOC ist im November 2027 in den USA geplant, rund um Palmdale in Kalifornien. Dennoch wird Deutschland auch hier versuchen, ein schlagkräftiges Team an den Start zu bringen, das erneut um die Medaillen und Diplome mitkämpfen kann.

ETOC 2026 PreO Offen ETOC 2026 PreO Offen
Siegerehrung der offenen Kategorie im PreO mit Bjarne Friedrichs auf Platz sechs.
Foto: Nina Döllgast
Siegerehrung der offenen Kategorie im PreO mit Bjarne Friedrichs auf Platz sechs.
Foto: Nina Döllgast
ETOC 2026 PreO Junioren ETOC 2026 PreO Junioren
Siegerehrung der Junioren-Kategorie im PreO mit Sabrina Schöps auf Platz vier.
Foto: Nina Döllgast
Siegerehrung der Junioren-Kategorie im PreO mit Sabrina Schöps auf Platz vier.
Foto: Nina Döllgast
ETOC 2026 Staffelteam ETOC 2026 Staffelteam
Das neunköpfige deutsche Team beim Staffelwettbewerb.
Foto: Zoltán Mihaczi
Das neunköpfige deutsche Team beim Staffelwettbewerb.
Foto: Zoltán Mihaczi

Mehr:
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Ergebnis PreO Tag 1
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