13. August 2026
Staffelplatz 8 beim Weltcup in Tschechien
Foto:
Foto:
Im Süden Tschechiens stand zwischen dem 05.-09.08.2026 die dritte Runde der Weltcupsaison an. Das deutsche Team machte mit guten Leistungen auf sich aufmerksam, gekrönt von Platz 8 in der Nationenwertung für die deutsche Damenstaffel, dem besten Ergebnis einer solchen seit vielen Jahren. Im Damenbereich prägte Simona Aebersold (SUI) mit zwei Einzelsiegen das Geschehen, bei den Herren war Viktor Svensk (SWE) der erfolgreichste Athlet.
Ergebnis
Lang - Damen
1. Simona Aebersold (SUI) 96:38 Minuten
2. Marie Olaussen (NOR) +2:23
3. Tereza Rauturier (CZE) +4:21
37. Ellen Klüser +24:01
52. Birte Friedrichs +32:10
54. Hanna Müller +35:41
56. Marlene Fritz +38:00
57. Patricia Nieke +38:52
Lang - Herren
1. Viktor Svensk (SWE) 95:19 Minuten
2. Kasper Fosser (NOR) +1:46
3. Fabian Aebersold (SUI) +1:57
41. Ole Hennseler +17:43
Mittel - Damen
1. Simona Aebersold (SUI) 31:21 Minuten
2. Cécile Calandry (FRA) +2:06
3. Lucie Dittrichova (CZE) +2:28
37. Marlene Fritz +8:20
40. Hanna Müller +8:45
50. Birte Friedrichs +10:50
56. Patricia Nieke +12:01
57. Lone Pompe +12:07
57. Ellen Klüser +12:07
Mittel - Herren
1. Tomas Krivda (CZE) 31:50 Minuten
2. Viktor Svensk (SWE) +0:13
3. Gustav Bergman (SWE) +0:50
44. Ole Hennseler +6:27
Staffel - Damen
1. Norwegen (V. Haestad Bjornstad, M. Olaussen, P. Young Vik)
2. Tschechien (D. Kralova, T. Rauturier, L. Dittrichova)
3. Schweden (F. Hjerne, K. Borg, S. Fast)
8. Deutschland 2 (J. Fritz, E. Klüser, P. Nieke)
Staffel - Herren
1. Schweden (A. Johansson, G. Bergman, V. Svensk)
2. Norwegen (L. Liland, E. Langedal Breivik, K. Fosser)
3. Finnland (M. Kirmula, T. Syrjalainen, O. Ojanaho)
MP Deutschland (A. Silier, O. Hennseler, R. Casanova)
Bericht:
Qualifikation
Die Wettkampfwoche startete am Mittwoch mit einem Qualifikationslauf, in dem die Teilnahme am A-Finale über Lang- und Mitteldistanz ausgelaufen wurde. Entsprechend war die Anforderung dieses Laufes: Eine lange Mitteldistanz mit einer geplanten Siegerzeit von 50 Minuten, zwei lange Routenwahlen testeten die Langdistanzeignung der Athlet*innen. Angesichts der Hitze wurden die Zeiten schließlich doch etwas länger, einige Heats liefen sogar knapp eine Stunde. Bedingt wurde dies sicherlich auch durch die Herangehensweise der Besten: Im Wissen mit einem technisch sauberen Lauf unter die besten 20 laufen zu können, joggten einige Favorit*innen gemütlich ins Ziel. Ein gewisser Langdistanzweltmeister wurde sogar dabei gesichtet, wie er im Zieleinlauf einige Schritte wanderte.
Spannend wurde es eher im mittleren Teil des Startfeldes, die um eine Finalteilnahme bangen mussten. Dort galt es jeden möglichen Zeitvorteil zu nutzen, mitunter ging es dort am Ende sogar um Sekunden und damit entsprechend emotional einher. So erging es unter anderem Marlene Fritz als einer der Youngster im deutschen Team: Schnell wurde absehbar, dass ihre Finalteilnahme vor allem an der Alterskollegin und mehrfachen Juniorenweltmeisterin Rita Maramarosi (HUN), sowie Eef van Dongen (NED), die inzwischen in vielen Trainingslagern mit dem deutschen Team unterwegs ist, hing. Eingangs der langen, undankbaren Wiesenpassage hinauf ins Ziel hatte sie noch Vorsprung, beide Konkurrentinnen wussten dank späterer Startzeit aber, dass es knapp war, der Vorsprung schmolz Sekunde um Sekunde. Am Ende qualifizierte sich Marlene für die Finalteilnahme, wie auch vier weitere deutsche Damen. Sogar für die Niederländerin reichte es noch: Eine unglücklich platzierte Funkstation am Schlussposten verwirrte viele Läufer*innen und sie mussten zurück, um den richtigen Posten zu stempeln. Weil sie dadurch die Finalteilnahme um drei Sekunden verpasste, legte sie Protest ein, wollte damit allerdings eher die Veranstalter für die Zukunft darauf aufmerksam machen, dass selbst solch kleine Veranstalterfehler einen großen Einfluss auf ein Ergebnis haben können. Entsprechend war sie selbst überrascht, als diesem Protest schließlich stattgegeben wurde.
Bei den deutschen Herren qualifizierte sich nur Ole Hennseler für die Finalrunden. Mit einer soliden technischen Leistung und ansprechender läuferischer Form erreichte er einen souveränen 12. Platz.
Lang
Die tschechischen Veranstalter hatten für die dritte Weltcuprunde des Jahres die perfekte Location erwählt, in alle Himmelsrichtungen um das Wettkampfgelände fand sich anspruchsvoller Wald, der entsprechend genutzt werden konnte. Direkt östlich des Qualigeländes fand bereits am Donnerstag die Langdistanz statt. Nach einigen kurzen Posten, die sogleich auch für einige entscheidende Zeitverluste sorgten, starteten sogleich die langdistanztypischen Routenwahlen. Des Wetters wegen – die Veranstalter erwarteten am Nachmittag schwere Unwetter – wurde der Start vorgezogen und das Feld komprimiert. So traf es sich günstig, dass im Mittelteil der Strecke sowieso ein Loop als Gabelungssystem vorgesehen war. Einmal mehr hatten die Veranstalter lange und harte Strecken vorgesehen – für die Herren standen mehr als 15 Kilometer mit über 700 Höhenmetern auf dem Programm, sodass beide Kategorien an der Siegerzeit von 90 Minuten scheiterten.
Das beste deutsche Ergebnis des Tages erlief Ellen Klüser. Als dritte Starterin wurde sie schließlich 37. (+24:01) und war auf dieser harten Langdistanz über zwei Stunden unterwegs. Nach frühen Ungenauigkeiten zu Posten eins und im Loop lief sie eine hervorragende zweite Rennhälfte, auf der sie viele Konkurrentinnen hinter sich lassen und für den entscheidenden Unterschied gegenüber ihren Teamkolleginnen sorgen konnte. Die weiteren Damen reihten sich kompakt auf den Plätzen 52 – 57 ein.
Für ein gutes Ergebnis bei den Herren sorgte Ole Hennseler als 41. (+17:43), auch wenn der Lauf in der Qualifikation am Vortag vermuten ließ, dass sogar noch mehr möglich gewesen wäre. Früh im Rennen war er auf den ersten drei diffusen Posten einer derjenigen, die dort bereits Zeit verloren. In der Folge lief er trotz reduziertem Startabstand ein sehr einsames Rennen, der starke Tscheche Jakub Chaloupsky überholte ihn durch eine andere Gabelung im Loop, sodass er auch dort nicht von der Konkurrenz profitieren konnte.
Ein Erfolgserlebnis konnte auch Lone Pompe im B-Finale verbuchen. Dort wurde sie Siebte, sodass sie für die Mitteldistanz zwei Tage später ins A-Finale hochgestuft wurde.
Die Spitze des Damenrennens wurde maßgeblich von dem verkürzten Startabstand geprägt. Topfavoritin Simona Aebersold machte das, wofür sonst vor allem ihre schwedische Hauptkonkurrentin Tove Alexandersson – bei diesem Weltcup erneut nicht am Start – bekannt ist: Sie brachte das gesamte Podium mit aus dem Wald. Nachdem die Tschechin Tereza Rauturier schon früh im Rennen von der Norwegerin Marie Olaussen aufgelaufen wurde, profitierten nach dem Loop beide davon, dass Aebersold von hinten kam. Starke Begleitung, besonders in der herausfordernderen zweiten Rennhälfte, wenn die Erschöpfung einsetzt, kann rennentscheidend wirken, wenn dadurch höheres Tempo oder größere Sicherheit gegeben wird. So wurde es eine klare Angelegenheit: Aebersold gewann vor Olaussen und Rauturier, Pia Young Vik hatte ohne entsprechend starke Tram als Viertplatzierte keine Chance und schlussendlich vier Minuten Rückstand auf das Podest.
So deutlich es bei den Damen war, umso spannender geriet die Entscheidung der Herren. Innerhalb von acht Minuten starteten vier Hauptakteure dieser Entscheidung. Kasper Fosser (NOR), Viktor und Emil Svensk (SWE), sowie Fabian Aebersold (SUI). Die Bestzeit zu diesem Zeitpunkt hielt Quentin Moulet mit einer äußerst starken Leistung, er lag allerdings noch deutlich hinter der angepeilten Siegerzeit von 90 Minuten zurück. Was also war noch möglich? Fosser flog in üblicher Manier durch den Wald und setzte neue Bestzeiten. Noch schneller aber im Anfangsteil war Viktor Svensk, am ersten Funkposten lag er rund eine Minute vor dem Norweger. Eine Langdistanz wird aber bekanntlich selten zu Beginn entschieden, durch kluge Routenwahlen machte Fosser den Rückstand schnell wieder wett und drehte die Uhr um eine Minute zu seinen Gunsten. Die später rennentscheidende Wendung ereignete sich direkt im Anschluss des Loops: Fabian Aebersold traf auf der langen Routenwahl eine schlechte Entscheidung, Viktor Svensk lief ihn auf und sie absolvierten gemeinsam den Rest der Strecke. Als der Schweizer auf der Arenapassage rund zwei Kilometer vor dem Ziel erfuhr, dass er selbst um einen Podestplatz lief, zündete er den Turbo und beschloss, seinen schwedischen Konkurrenten leiden zu lassen. Die beiden absolvierten die Schlussrunde fast neunzig Sekunden schneller als das gesamte restliche Feld. Das Glück der Tüchtigen war ihnen an einer letzten, entscheidenden Stelle zusätzlich hold: Wie schon Pia Young Vik im Damenrennen und viele seiner Konkurrenten suchte Kasper Fosser den vorletzten Posten im diffusen Dickicht zu früh und verlor Zeit. Aebersold und Svensk dagegen liefen just in dem Moment den älteren Bruder des Schweden, Emil Svensk, auf, der an gleicher Stelle bereits gesucht hatte. Viktor Svensk schlug den Langdistanzdominator Kasper Fosser, auch Aebersold lief noch auf das Podest. Auf dem fünften Platz landete ein 43-jähriger Schweizer – und Daniel Hubmann gab später zu Protokoll, dass dieser fünfte Platz seine schlechteste Langdistanzplatzierung auf tschechischem Boden war.
Mittel
Nach einem Ruhetag wartete eine Mitteldistanz auf die Aktiven, die allein vom Kartenbild nicht derart schwer wirkte. Spoiler: War sie doch. Ein felsiger, steiler Anfangshügel, in dem es schwer war, klare Attackpoints zu setzen, brachte zahlreiche Läufer*innen zur Verzweiflung, es folgte ein Downhill auf anspruchsvoll belaufbarem, steinigen Untergrund durch unübersichtliche Dickichte. Ohne Zeitverlust blieb an diesem Tag wohl niemand, es galt das Tempo so zu wählen, dass sie möglichst gering blieben.
Aus dem deutschen Team meisterte Marlene Fritz diese Herausforderung am besten: Erneut war es ein 37. Platz (+8:20) für die beste Dame in einem mannschaftlich geschlossen guten Wettkampf. Mit früher Startzeit hatte sie wohl den Vorteil, dass – im Gegensatz zu den Favoritinnen – an den Schlüsselstellen noch die Herren gleichzeitig im Gelände waren. Mit nur einer kleinen Unsicherheit am vierten Posten kam sie ansonsten fehlerfrei durch den Wald. Nur wenige Sekunden dahinter erreichte Hanna Müller Platz 40, trotz eines größeren Fehlers in jenem schwierigen Anfangsteil.
Einziger deutscher Herr im A-Finale über die Mitteldistanz war einmal mehr Ole Hennseler, der als 44. (+6:27) weitere Weltcuppunkte sammeln konnte. Nach einem ähnlichen Fehler an Posten sechs, wie ihn später auch Teamkollegin Hanna Müller machte, wurde er zu Rennhälfte vom vier Minuten später gestarteten Finnen Akseli Ruohola aufgelaufen. In der Folge führte er seinen Konkurrenten durch den Wald und musste ihn erst bergauf auf der Wiese zum Ziel um einige Meter ziehen lassen.
Wieder gab es dazu einen deutschen Erfolg im B-Finale der Damen zu beobachten, Julia Fritz gewann dieses Rennen und konnte wichtiges Selbstbewusstsein für die abschließende Staffel tanken.
Die Spitze des Damenrennens war geprägt von wiederkehrenden Fehlermustern. Besonders Posten vier bereitete vielen Athletinnen mit Ambitionen auf einen Platz auf dem Podium Probleme, im Felsgebiet musste ein einziger, etwas markanterer Felsen als Attackpoint herhalten. Wer ihn nicht sah, hatte keine Kontrolle über die Höhe des Postens und fand ihn wenn nur mit Glück ohne Zeitverlust. Nach Platz fünf über die Langdistanz war es einmal mehr Lucie Dittrichova (CZE), die früh für eine Richtzeit sorgte. Sie lag zwar noch etwas über der der angepeilten Siegerzeit, angesichts der vielen Fehler hatte aber niemand ein gutes Gefühl dafür, was ihre Zeit wert sein würde. Und auch sie blieb nicht fehlerfrei: Auf einer nur etwa 70 Meter langen Verbindung im Mittelteil verlor sie mehr als 40 Sekunden, als sie zu hoch im Hang blieb, später ging auf einer kleinräumigen Routenwahl Zeit verloren. Ihrem Tempo in diesem Gelände aber war schwer zu folgen: Pia Young Vik war die erste aus der Gruppe der Favoritinnen, die ihre zwei Jahre jüngere Konkurrentin im Laufe der Strecke gefährden konnte. Zu Rennhalbzeit lag sie eine Minute in Front – dort hatte Dittrichova den entscheidenden Fehler allerdings schon gemacht. In der Folge verlor die Norwegerin Zeit und musste sich am Ende um vier Sekunden geschlagen geben. Kontrollierte Offensive, das schien die Devise für Simona Aebersold zu sein. An der ersten Zwischenzeit im schwierigen Anfangsteil lag sie noch einige Sekunden zurück, in der Folge aber holte sie die vor ihr gestartete Cécile Calandry ein. Gemeinsam konnten diese Beiden dem Tempo der Tschechin im Downhill folgen, sie distanzierten sie sogar noch – so weit, dass Calandry sich über einen zweiten Platz freuen konnte.
In der Konkurrenz der Herren war es Heimstar Tomas Krivda, der die Duftmarke für die nachfolgenden Topfavoriten setzte. Er nutzte seinen Heimvorteil zu einem fehlerfreien Rennen, das der Perfektion sehr nahekam. Und dennoch musste er bis zuletzt zittern, denn drei Schweden schickten sich an, ihm seinen Platz auf dem Treppchen oder sogar den Sieg noch streitig zu machen: Anton Johansson, Gustav Bergman und Langdistanzsieger Viktor Svensk. Und es zeigte sich, dass Krivda eine Chance gelassen hatte: Eine Routenwahl im Mittelteil, auf der er die falsche, etwa zwanzig Sekunden längere Alternative wählte. Besonders Viktor Svensk schickte sich an, dem Tschechen seinen ersten Weltcupsieg streitig zu machen, und bis kurz vor Schluss sah es gut aus für den Schweden. An der letzten Zwischenzeit lag er beruhigende 18 Sekunden in Front, Krivda dagegen nur auf Platz drei. Die Entscheidung brachte der steile Schlussanstieg vor der Zielwiese. Krivda absolvierte diesen fast eine halbe Minute schneller als Svensk und Bergman. So sicherte er sich seinen ersten Weltcupsieg im Wald vor Viktor Svensk und Gustav Bergman.
Staffel
Zur Staffel als Abschluss der Weltcuprunde standen nicht gar so viele Felsen wie in den Tagen zuvor auf dem Programm. Dafür ging es in das „Tal der Tränen“, in dem Wassergräben und Dickichte überhandnahmen. Tatsächlich erwies es sich nicht als Ort der Verzweiflung, zumindest nicht für die Läufer*innen. Sehr wohl für die Zuschauer*innen, wenn just dort immer wieder das GPS aussetzte, wie Kommentatorin Kathrine Bett bemerkte. Die meisten Zeitverluste entstanden durch ein überraschendes Längsgabelungssystem im Hang oder in der Belaufbarkeit der Dickichtpassagen kurz nach dem Arenadurchlauf.
Für Deutschland stand am Ende ein phänomenaler Platz 8 im Rennen der Damen zubuche, herausgelaufen durch das den Ergebnissen der Vortage nach etwas schwächeren Team Deutschland 2. Dem ersten Team passierten an diesem Tage zu viele Fehler, umso wichtiger, dass ein zweites Team bereitstand in die Bresche zu springen. Auf der Startstrecke lief Julia Fritz an der Seite ihrer Teamkollegin Hanna Müller ein solides Rennen, ohne deren Fehler am Rennende mitzumachen. Platz 21 mit 4:13 Minuten Rückstand für die erst 21-jährige, sowie Kontakt zu einigen starken Konkurrentinnen bedeuteten einen soliden Einstieg. Es übernahm Ellen Klüser, die ein bärenstarkes Rennen zeigte. Sie lief die achtbeste Abschnittszeit, verlor nur zwei Minuten auf die Bestzeit. Zwar gewann sie nur vier Positionen, brachte das Team damit aber an eine größere Gruppe heran und brachte Schlussläuferin Patricia Nieke in eine gute Ausgangsposition. Dass sie eine gute Schlussläuferin ist und den Kampf Frau gegen Frau für sich entscheiden kann, hatte Patricia Nieke nämlich in der Vergangenheit schon oft unter Beweis gestellt. So auch diesmal: Sie verlor zwar im Laufe der Strecke die zweiten Teams von Norwegen und Tschechien aus den Augen, lief dafür aber auf die in der Nationenwertung entscheidenden Teams aus Litauen und Frankreich auf – und gewann den Schlussspurt gegen beide. Platz 11 im Rennen bedeutete den 8. Platz der Nationenwertung, ein Ergebnis, auf das eine deutsche Damenstaffel lange warten musste.
Ein deutsches Herrenteam erreichte das Ziel nicht in Wertung. Für Deutschland 1 passierte Anton Silier schon auf der Startstrecke ein Fehlstempel, das zweite Team war nach einer Knieverletzung von Konrad Stamer am Vortag unvollständig angetreten.
Das Damenrennen wurde vorrangig von den Nationen geprägt, die man im Vorfeld weit vorn erwartet hatte: Norwegen, Schweden und Tschechien, dazu die Schweiz. Während Norwegen und Tschechien in ihrer üblichen Bestbesetzung antreten konnten, mussten die Schweiz und besonders Schweden umbauen – was nicht unbedingt einen qualitativen Abfall bedeuten musste. Schweden hatte gleich zwei Weltcupdebütantinnen auf den ersten beiden Positionen, die sogleich ordentlich Betrieb machten. Freja Hjerne übergab nur 13 Sekunden hinter Victoria Haestad Bjornstad (NOR) auf Platz zwei, Klara Borg hielt diese Position, auch wenn der Rückstand auf Norwegen mit Marie Olaussen etwas anwuchs. Die Schweiz hatte auf den Startpositionen etwas Anlaufschwierigkeiten, allerdings auch den unschätzbaren Vorteil, die Schlussstrecke mit Simona Aebersold besetzen zu können – ein Rückstand im Minutenbereich ist damit noch nicht unbedingt eine Vorentscheidung. Nach Paula Gross und Lilly Graber allerdings betrug der Abstand 5:09 Minuten zur Spitze und mehr als vier Minuten zu einer realistischen Medaille. Mit vorn dabei dagegen, als dritter Medaillenkandidat, Tschechien. Für eine Überraschung auf der Startstrecke sorgte die erst sechzehnjährige Kroatin Dora Delic, die mit 24 Sekunden Rückstand auf Platz 6 übergab. Eine ebenso große Überraschung gab es auf Strecke zwei, die Litauerin Judita Traubaite, die im Winter als Biathletin bei Olympia teilnahm. Sie lief zu Klara Borg auf und hielt diesen dritten Platz bis ins Ziel.
Die Entscheidung fiel also, wie sollte es anders sein, auf der Schlussstrecke. Pia Young Vik ging mit 45 Sekunden Vorsprung auf Sanna Fast (SWE) ins Rennen. Weitere 15 Sekunden dahinter folgte Lucie Dittrichova (CZE). Bis zum ersten Funkposten an Posten drei war dieser Abstand egalisiert, alle drei Teams stempelten quasi zeitgleich. Die Vorentscheidung fiel im folgenden „Tal der Tränen“, für den Zuschauer eine Blackbox. Pia Young Vik lief erneut einen Abstand von 30 Sekunden auf Dittrichova heraus, Sanna Fast fiel 2:30 Minuten hinter Dittrichova zurück. An diesem Zustand änderte sich bis ins Ziel nichts. Fast hielt den Abstand, Dittrichova büßte noch eine weitere Minute ein. Von hinten flog Aebersold heran, doch für einen Podestplatz war die Strecke zu kurz. Es gewann Norwegen vor Tschechien und Schweden.
Auf der Startstrecke der Herren war es ein erwartbar enges Rennen mit zwei großen Überraschungen. An der Spitze hatte sich Tino Polsini ordentlich was vorgenommen, powerte auch auf teils ungewöhnlichen Routen wie zu Posten sieben durch das Gelände und führte schon im Arenadurchlauf das Feld für das zweite Schweizer Team an. Die Überraschungen passierten dahinter: Beim etwas unübersichtlichen Posten vor der Arenapassage machten ausgerechnet Routinier Daniel Hubmann (SUI 1) und Anton Johansson (SWE 1) einen kostspieligen Parallelfehler, Johansson verlor 90 Sekunden, Hubmann sogar beinahe drei Minuten. Die weiteren Favoriten blieben dagegen in der erweiterten Spitzengruppe: Miika Kirmula für Finnland, Lukas Liland für Norwegen und Mathieu Perrin für Frankreich.
Daran änderte sich auch auf Strecke zwei nichts: Das Spitzentrio mit Eirik Langedal Breivik (NOR), Topi Syrjalainen (FIN) und Lucas Basset (FRA) blieb dicht beisammen und schenkte sich nichts. Dahinter aber startete Gustav Bergman für Schweden eine Aufholjagd, die ihn bis zur Arenapassage auf zehn Sekunden an diese drei heranbrachte. Im Schlussteil verlor er, wohl durch den Gabelungsposten wieder einige Sekunden und fiel auf eine halbe Minute Rückstand zurück. Der Rückstand für die Schweiz dagegen war zu groß, Matthieu Bührer konnte keine entscheidende Zeit nach vorn gutmachen.
Alles war also bereitet für eine spannende Schlussstrecke. Viktor Svensk egalisierte den Rückstand auf die führenden Norweger schnell, er suchte aber auch keine frühzeitige Entscheidung. Das Duell sollte sich auf den ungegabelten letzten Posten entscheiden: Fosser gegen Svensk. Olli Ojanaho (FIN) und Quentin Moulet (FRA) dagegen verloren die Spitze, für sie ging es um Platz drei und darum, dass Tomas Krivda nicht noch von hinten aufholte. Beide Entscheidungen fielen auf dem Weg zum vorletzten Posten: Vorn griff Svensk unwiderstehlich an, Fosser, der auf der Strecke versucht hatte seinen Konkurrenten abzuschütteln konnte nicht folgen. Der Sieg ging nach Schweden. Im Kampf um Platz drei entledigte sich Ojanaho seines französischen Gegners und führte die Finnen aufs Podest.
Recap zur Vorschau
Was machte eigentlich die neue, junge Generation, die in der Vorschau mit ordentlich Vorschusslorbeeren versehen worden war? Neben der offensichtlichen, äußerst starken Leistung der 21-jährigen Tschechin Lucie Dittrichova machten weitere Zukunftsversprechungen auf sich aufmerksam. Eeva-Liina Ojanaho (FIN) erreichte bei ihrem ersten Weltcupeinsatz einen 6. Platz über die Mitteldistanz, der zwischenzeitlich fast unterging, angesichts der vielen Fehler der Arrivierten aber umso stärker einzuschätzen ist. Die erst 20-jährige Juniorin Freja Hjerne (SWE) verpasste das Podium über die Langdistanz nur um Sekunden und wurde 7. Bei den Herren schlug ebenfalls der diesjährige Juniorenweltmeister über die Langdistanz mit herausragenden Leistungen ein: Bei seinem Weltcupdebüt wurde seine schlechteste Individualplatzierung ein 13. Platz über die Langdistanz, mit der Staffel und einer sechsschnellsten Individualzeit aller Läufer erreichte auch er sein erstes Podium.
Die Prognose: Alle vier werden in den nächsten Jahren viel Spaß machen, wie sie die Topstars herausfordern.
Foto:
Foto:
Foto:
Foto:
Foto:
Foto:
Foto:
Foto:
Foto:
Foto:
Mehr:
Ergebnis Langdistanz
Ergebnis Mitteldistanz
Ergebnis Staffel