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15. Oktober 2016

Schweizer Doppelsieg über die Langdistanz

Auf heimischen Boden gewannen Judith Wyder und Matthias Kyburz den Weltcuplauf über die Langdistanz. Aufgrund des Ergebnisses ist zumindest bei den Herren der Gesamtweltcup schon entschieden. Die deutschen Starter konnten zum Ende der Saison im physisch fordernden Waldgebiet südlich von Aarau nicht mehr angreifen.

Beim Interview im Zielgelände brachte es der Deutsche Meister Philipp Müller (Post SV Dresden) auf den Punkt: „Die Saison war sehr lang. Jetzt bin ich physisch und mental einfach platt“. Ähnlich wie Patricia Nieke (USV TU Dresden) war der Dresdner Orientierungsläufer auf nationaler Ebene stark in das Jahr 2016 gestartet und hatte international auch viele Rennen bestritten. Beim Weltcuplauf über die Langdistanz waren dann nicht mehr die notwendigen Körner vorhanden, um nochmals anzugreifen und das erhoffte Achtungszeichen im Jahr 2016 zu setzen. Im Gegensatz dazu nutzten Florian Pasda (USV Jena) und Immanuel Berger (Gundelfinger TS) den Wettkampf, um ohne großen Druck internationale Erfahrungen zu sammeln. Platzierungen am Ende des Gesamtklassements waren für die deutschen Starter die Konsequenz. Die läuferischen Rahmenbedingungen waren bei diesem Weltcup etwas speziell. So starteten zwei Läufer in einer Kategorie zeitgleich, wobei nach demselben ersten Posten jeweils unterschiedliche Schlaufen zu absolvieren waren. Nach Beendigung der Schlaufe erhielten die Läufer eine neue Karte. Danach musste die jeweils andere Runde absolviert werden. Vom gemeinsamen Zwischenposten aus ging es dann weiter auf der zunächst identischen Bahn. Ein Schmetterling trennte mögliche Gruppen später im Rennen. Die Läufer kamen oft gezeichnet aus dem nicht selten schwer belaufbaren Wald. So boten sich trotz der oft kurzen Verbindungen Routenwahlen auf den Wegen an.

Im Damenrennen lies Judith Wyder von Anfang an keine Zweifel daran aufkommen, dass der Tagessieg das klare Ziel ist. Die Schwedin Tove Alexandersson begann zwar fulminant ihr Rennen. Nach einem Fehler gelang es Judith Wyder im virtuellen Vergleich aber schon relativ früh im Wettkampf die Führung wieder zu übernehmen. Ab dem Kontrollposten 12 konnten die Zuschauer vor der Videoleinwand an der neuen Kantonsschule in Aarau die Führung der Eidgenossin bejubeln. Diese hatte den Vorsprung bis ins Ziel auf mehr als zwei Minuten ausgebaut. Vor der Schwedin Tove Alexandersson lief Sabine Hauswirth für die Schweiz auf den zweiten Rang. Mit Matthias Kyburz stand auch bei den Herren ein Schweizer ganz oben auf dem Podest. Der Führende im Gesamtweltcup begann das Rennen sehr couragiert und gab die Führung bis ins Ziel nicht ab. Der Weltmeister über die Langdistanz Olav Lundanes (Norwegen) konnte nach einem Fehler am Anfang des Rennens den Rückstand nur noch bis auf 21 Sekunden verkürzen. Hinter Olav Lundanes komplettierte der Norweger Karl Godager Kaas das Podest.

Mit großen Hoffnungen auf Punkte im Weltcup war auch Daniel Hubmann (Schweiz) gestartet. Nach einem verletzungsbedingten Ausfall musste der Schweizer neben der Tageswertung auch die Möglichkeit abgeben, Landsmann Matthias Kyburz noch den Sieg im Gesamtweltcup streitig zu machen. Bei den Damen hat Judith Wyder rechnerisch noch die Möglichkeit Tove Alexandersson von der Spitze zu verdrängen. Zum Abschluss des Weltcups 2016 folgt am Sonntag ab 14:15 der Sprint in Aarau.

Ergebnisse

Damen
1. J. Wyder		Schweiz		1:13:14
2. S. Hauswirth		Schweiz		1:15:16
3. T. Alexandersson	Schweden	1:15:57
53. P. Nieke		Deutschland	1:46:07 
Herren
1. M. Kyburz		Schweiz		1:24:47
2. O. Lundanes		Norwegen	1:25:08
3. C. G. Kaas		Norwegen	1:26:49
58. P. Müller		Deutschland	1:51:27
61. I. Berger		Deutschland	1:54:54
63. F. Pasda		Deutschland	2:08:41 

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