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03. April 2020

Neuer Druckmusterbogen für die Optimierung des Kartendrucks

Orientierungssport-Veranstaltungen stehen und fallen auch mit der Qualität ihrer Karten. Neben der Kartenaufnahme und -zeichnung kommt dabei insbesondere auch dem Kartendruck eine wichtige Rolle zu. Die Optimierung und Anpassung der Farben auf das jeweilige Druckermodell ist für einen guten Kartendruck unabdingbar. Nun steht ein neuer Druckmusterbogen als Testdruckdatei für verschiedene OCAD-Versionen zur Verfügung.

Michael Frenzel (Berlin) und Andreas Dresen (Mainz) haben gemeinsam den neuen auf die neue Kartennorm ISOM 2017-2 ausgelegten Druckmusterbogen erarbeitet, der die bisherige, bereits einige Jahre alte Version des Druckmusterbogens ablöst. Der notwendige Offsetdruck des neuen Bogens soll im Laufe der nächsten Wochen bzw. Monate folgen. Sobald dies geschehen ist, werden die gedruckten Exemplare über das TK Orientierungssport beziehbar sein.

Wie geht man bei der Druckoptimierung idealerweise vor?

Die Kartendatei wird zunächst auf dem für den Wettkampf vorgesehenen Papier gedruckt. An den Farbpasskreuzen im Zentrum und in den Ecken werden Passungsfehler erkennbar, die durch Kalibrierung des Druckers behoben werden müssen. Die gebräuchlichen ISOM-Symbole sind mit ihren Hauptdimensionen abgebildet und werden mit einer Messlupe in acht- oder zehnfacher Vergrößerung kontrolliert.

Die im OCAD eingestellten Werte – typischerweise die Linien – werden vom Drucker oft nicht eingehalten und müssen in der Datei angepasst werden. Zur Kontrolle der Farbwerte wird der unvermeidliche rechte Druckrand abgeschnitten und der Probedruck mit dem im Offsetverfahren gedruckten Druckmusterbogen zusammen geschoben. Wichtig ist dabei, dass der Vergleich bei bedecktem Licht erfolgen muss. Die Anpassung der Farbwerte erfolgt in der Farbliste der Datei.

Sehr hilfreich sind die ebenfalls zum Download verfügbaren Farbmusterbögen, die ausgedruckt werden können und in denen sich oft ein passender Mischton findet. Die vorgesehenen PMS-Farben mit den CMYK-Farben des Druckers annähernd zu simulieren ist mühsam und zeitaufwendig, aber unverzichtbar. Alle Korrekturwerte notiert man und überträgt sie in die Kartendatei.

Die Optimierung kann beim ersten Mal durchaus mehrere Stunden dauern, weswegen man im Copyshop "um die Ecke" nur in Ausnahmefällen gut gedruckte Karten bekommt. Wer nicht direkt aus OCAD drucken kann und daher für den Druck PDF einsetzen muss, sollte unbedingt den PDF-Export aus OCAD verwenden. Wer ältere OCAD-Versionen verwendet, kann mit der Druckmusterbogen-Datei nun auch die aktuellen Symbole der ISOM 2017-2 nutzen, indem man die Darstellungen löscht und mit dieser Blankodatei ein neues Kartenprojekt beginnt.

Mehr:
Dokumente zum Kartenwesen (u.a. die Dateien zur Druckoptimierung ganz unten)