OL OL

20. Mai 2020

Karl-Heinz Mols verstorben

Ein leidenschaftlicher Orientierungsläufer ist für immer von uns gegangen. Am 16. März starb Karl-Heinz Mols aus Bergisch Gladbach. Er wurde 88 Jahr alt. Sein Tod kam für den mehrfachen Familienvater plötzlich und unerwartet; er musste nicht lange leiden, sondern war bis zu seinem letzten Tag sportlich fit.

Karl Heinz Mols kam in den frühen achtziger Jahren aus dem Lager der Amateur-Funker und deren „Fuchsjagd“ genannten Sportdisziplin zum Orientierungslauf. Hier fand der naturliebende Rheinländer sehr bald ein ihn voll erfüllendes Gegengewicht zu seinem Beruf als Maschinenbau-Ingenieur. Sein regelmäßiges Lauftraining in der freien Natur wie auch sein ausgeprägter Hang, sich dem technischen Bereich unserer Sportart zu widmen, machten ihn bald zu einem leistungsstarken Wettkämpfer, der nicht selten einem der begehrten Treppchenplätze bei Deutschen Meisterschaften belegte. Er war einer der wenigen deutschen Läufer, welche ihre Wettkämpfertätigkeit bis in die hohe Altersklasse H 80 hinein aufrecht hielten.

International bekannt wurde Karl-Heinz Mols vor allem in der Disziplin Trail-Orientierung. Hier war er als Helfer beim Rollstuhlschieben für seine Tochter Sigrid bei zahlreichen internationalen Wettbewerben präsent, wobei Sigrid in der sog. Paralympischen Konkurrenz beachtliche Erfolge erzielte.

In der behindertengerechten Sportart Trail-Orientierung leistete Karl-Heinz Mols innerhalb der 1995 in Deutschland ausgetragenen OL-Weltmeisterschaft eine wertvolle Pionierarbeit.

Damals, in den beginnenden neunziger Jahren, als sich die behindertengerechte Sportart international aus verschiedenen Initiativen wie Wheelchair-Orienteering und Pin Point-Orienteering zum heutigen Trail-Orienteering (Trail-O) entwickelte, legte der Internationale Orientierungssport-Verband großen Wert darauf, dass bei der OL-Weltmeisterschaft in Deutschland ein Musterwettbewerb im Trail-O angeboten wurde. Karl-Heinz Mols übernahm damals die schwierige Aufgabe der Bahnlegung und Durchführung dieses Wettkampfes, der im ostwestfälischen Liemke ausgetragen wurde. 

Auf den Zielwiesen unserer Sportart war Karl-Heinz Mols vor allem wegen seiner freundlich offenen Art wie auch seiner trefflichen Weise mit den „Verrücktheiten unserer Sportart“ verbal umzugehen. Unvergessen ist ein Spruch von Karl-Heinz Mols, den er einmal am Ziel einer Deutschen Meisterschaften für einen siegreichen Konkurrenten parat hatte:

„Erich, du riechst die OL-Posten; ich muss sie suchen.“

Nicht allein durch diesen launigen Spruch wird Karl-Heinz Mols uns in lebhafter Erinnerung bleiben und auf den Zielwiesen unserer Sportart fehlen.