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22. Mai 2020

Deutschlands "beste" O-Sport-Karten und -Gelände #1

Manchmal hört man deutsche O-Sportler*innen über ihre Karten und Gelände klagen und sagen, dass sie anderswo besser, spannender wären. Doch wissen wir denn alle, was sich uns alles für schöne Gebiete in unserem Land für Orientierungsaufgaben bieten? Deswegen möchten wir in der Zeit ohne Wettkämpfe eine kurzweilige Serie starten, in der einige von uns ihre Lieblingsgelände kurz vorstellen und auch damit aufzeigen, wieso sich unser Sport lohnt.

Hauptziel dieses Anliegens ist es mit herausfordernden Ski-, Wald-, Sprint-OL- und MTBO-Karten und -Geländen dazulegen, welche Möglichkeiten wir hierzulande haben für Wettkämpfe, Trainingslager, und gleichfalls auch dazu anregen, neue Karten aufzunehmen, sich mit der Herstellung solcher zu beschäftigen und Kartenverzeichnisse zu pflegen.

Der Einfall "beste" Karten vorzustellen wurde verworfen, da dies kein fairer Wettbewerb wäre. Wir wollen Kartenaufnehmende und an Karten Interessierte zu Wort kommen lassen, aber nicht, dass Leute O-Sport-Gebiete lediglich vorstellen, weil sie dort ihren ersten OL machten, Wildschweine sahen oder gewannen. Bist du interessiert mitzumachen? Interessierte können sich gerne bei uns melden. → felix-spaeth@gmx.de

Starten wir gleich einmal mit Wieland Kundisch, an den Felix Späth die Idee als Erstes herantrug:

Welches kartierte Gelände (eine Karte) ist für dich am technisch anspruchsvollsten?

Wieland: Ich finde das Zittauer Gebirge auch dahingehend besonders reizvoll. Vor allem die steinigen Bereiche um den Nonnenfelsen, der auch der Karte den Namen verleiht (im Sperrgebiet für den Wald-OL zwischen DM Sprint und Sprintstaffel), die Schluchten und Felsen nördlich und westlich von Oybin (mit dem Jonsberg "Alte Leipaer Straße" oder auch "Zur Hölle"), was ich jetzt mal als meinen Favoriten wähle, sowie das "Böhmische Tor" (im Grenzgebiet zu Tschechien).

Warum genau diese Karte?

Weil ich felsiges Waldgelände besonders mag (und dieses dort z.B. dem im Böhmischen Paradies in nichts nachsteht). Und weil ich am Anfang meine besonderen Schwierigkeiten damit hatte und es mich immer noch herausfordert, dort möglichst fehlerfrei zu laufen, was mir im Grunde nie ganz gelingt.

Welche Distanz/ welches Training eignet sich auf dieser Karte am besten?

Mittelstrecken im feingliedrigeren Teil, aber auch Langstrecken (die allerdings wegen der enormen Steigungen und teils schweren Belaufbarkeit beim SAXBO meist etwas verkürzt ausfallen.), ganz klar Routenwahlen, aber auch Feinorientierung in steinigem Gelände (wie es nicht nur sächsische Orientierungslaufende in Trainingslagern dort bereits üben durften).

In welchem deutschen, lange nicht kartierten bzw. unkartierten Gelände würdest du gerne einmal laufen (bzw. mit dem MTB fahren) und warum?

In der Fränkischen Schweiz. In der Nähe der Felswälder gibt es Karten, aber ich weiß von keiner direkt dort. Ich hörte von anderen OL-Freunde, dass es dort sehr schön sei und glaube das zusätzlich durch Fotos.

Welchen geografischen Vorteil siehst du allgemein in OL-Deutschland?

Ich finde Deutschland vereint eine große Bandbreite von OL-Geländen – vom feingliedrigen Ostseedünenwald bis hin zu verschiedenen weitläufigen Mittelgebirgswäldern – und liegt günstig in Europa.

Mehr:
Geschichte SAXBO
Karte „Alte Leipaer Straße“ der HSG Turbine Zittau und der SG Zittau Süd
Karte „Böhmisches Tor“ des OK Chrastava