28. Juni 2025
JWOC Sprintstaffel
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Die erste Entscheidung der JWOC 2025 ist vorüber. Tschechien gewann in einem spannenden Rennen die Goldmedaille. Für das deutsche Team in der Besetzung Julia Fritz – Loic Dequiedt – David Saupe – Lone Pompe reichte es im bereinigten Nationenranking für einen starken 9. Platz.
Ergebnis
1. CZE (H. Vitkova, D. Bolehovsky, T. Urbanek, L. Dittrichova) 54:24 Minuten
2. SWE (F. Hjerne, H. Mogensen, M. Oesterberg, A. Bjork) +0:08
3. HUN (J. Mikes, M. Csoboth, M. Csoboth, R. Maramarosi) +0:09
9. (10) GER (J. Fritz, L. Dequiedt, D. Saupe, L. Pompe)
41. GER (M. Fritz, M. Kuntze, T. Buchberger, A. Stamer)
„An Posten zwei war ich plötzlich ganz, ganz vorne!“, erzählte Julia Fritz, die in der deutschen JWOC-Sprintstaffel die Startposition besetzte. Die Sprintstaffel bildete auch in diesem Jahr den Auftakt zu den Juniorenweltmeisterschaften. Mit dem Start im schnellen Parkgelände war zu rechnen gewesen, umso überraschter war sie, wie zurückhaltend das fast 80 Frauen starke Feld startete. Eine kleine Unsicherheit gemeinsam mit einigen Konkurrentinnen kostete leider diese Position sogleich wieder und sie verlor die Tram. Trotz der Wärme, die ihr mit zunehmendem Rennverlauf zu schaffen machte, konnte sie den Rückstand aber in Grenzen halten und übergab nur kurz hinter der Verfolgertram auf Platz 21.
Loic Dequiedt auf Position zwei zeigte mit der 9. besten Zeit auf seiner Position eine starke Leistung. Er führte die Staffel auf den zwischenzeitlichen 15. Platz im Gesamtfeld nach vorn. Seinen Start beschrieb er ähnlich dem von Julia: Nach einer zehnsekündigen Unsicherheit verlor er seine Tram, konnte sie aber durch eine bessere Routenwahl sofort wieder aufholen. In der Folge behauptete er sich stark in der Gruppe und verlor auf die Spitze, auch wenn die zwischenzeitlich wechselte, nur sieben Sekunden.
Die Aufgabe für David Saupe auf der dritten Position war es, diese bereits sehr gute Position zu halten. Diese Aufgabe meisterte er beachtlich. Auf die Spitze gingen circa 30 Sekunden verloren, die Chance auf eine Top10-Platzierung konnte er seiner Schlussläuferin mitgeben. „Der Anfang war ganz gut!“, berichtete er. „Ab dem Park bin ich ganzschön gestorben!“ Die Bahnleger hatten sich für‘s Ende eine ganze Menge Höhenmeter aufgespart. Es ging über Wiesen hinauf zum Sichtposten an der Arena, nach einer kurzen Schlussrunde noch einmal bis zum unteren Ende des Parks durfte derselbe Anstieg noch einmal in Angriff genommen werden.
Sehr zufrieden mit ihrem Lauf war schließlich Schlussläuferin Lone Pompe. Sie überlief noch fünf Teams und blieb fehlerfrei, daneben lief sie außerdem die 7. schnellste Zeit aller Damen, nur 36 Sekunden hinter der Bestzeit. Im Schlussspurt konnte sie sich schließlich noch gegen ihre britische Konkurrentin behaupten, auch wenn sie ihr wohl jeder OLerin eigener Perfektionismus über einige wenige Unsicherheiten hadern ließ. Und auch sie merkte zu 35 Grad Celsius Außentemperatur an: „Ab der Hälfte hat das Gehirn gut gekocht!“
Im Ergebnis stand schließlich ein 9. Platz im bereinigten Nationenranking, nur 2:05 Minuten hinter der Spitze. Der Gesamtplatz 10, wenn auch zweite und dritte Teams der anderen Nationen eingerechnet werden, zeigte, dass das Team nicht nur eine geschlossene Teamleistung abliefern konnte, sondern tatsächlich auch nur von den Topläufer*innen der anderen Nationen geschlagen wurde – eine Erkenntnis, die Mut machen und Selbstbewusstsein geben sollte für morgen und die nächsten Tage. Auch das zweite Team schlug sich beachtlich. Weil der Hauptfokus der Teammitglieder nicht auf den Sprintformaten liegt, gingen sie nicht mit hundertprozentigem Nachdruck ins Rennen, sondern nutzten es, um die Nervosität im Wettkampf abzulegen. Für sie stand am Ende Platz 41 zu Buche.
Rennen um den Sieg
Schon bei den Damen auf der ersten Strecke setzten sich früh sämtliche Favoritenteams an der Spitze fest. Schweiz, Ungarn, Schweden, Tschechien sogar mit zwei Teams, alle waren sie in der Spitzengruppe vertreten. Lediglich Finnland und die letztjährigen Goldmedaillengewinner*innen aus Norwegen liefen von Beginn an einem Rückstand hinterher. Die Startstrecke gewann mit Viktorie Skachova das zweite Team aus Tschechien. Überraschend lagen drei Teams weit vorn im Feld: Als fünfte wechselte die junge Israelin Ofri Yacobi mit nur acht Sekunden Rückstand, die Verfolgertram wurde angeführt von Milla Key (AUS) und Dorja Salopek (CRO).
Noch überraschender wurde die Rolle dieser Teams auf der zweiten Strecke. Australien und Israel hielten nicht nur die Position, sie liefen sogar auf Platz drei und vier vor. An der Spitze bildete sich mit Hannes Mogensen (SWE) und Daniel Bolehovsky (CZE) ein starkes Zweiergespann. Die Bestzeit auf Strecke zwei lief der Franzose Antoine Derlot – könnte es sich bei dieser zur Schau getragenen Physis um einen Geheimfavoriten für die morgige Sprintentscheidung handeln?
Mit ihrer bisherigen Teamleistung ließen die Außenseiter aus Australien beim Wechsel zu Rennhalbzeit die Arena heißlaufen, denn ihre Performance wurde zunächst nicht schlechter. Mehr noch – als der erst 17-jährige Elye Dent zu Max Oesterberg (SWE) und Tomas Urbanek (CZE) aufschloss und sogar die Führung übernahm, evaluierte manch eine*r vielleicht schon die Chancen, dass ein echtes Außenseiterteam auf dem Podium zu finden sein könnte. Ein grober Routenwahlfehler kostete diese Chance. Doch auch die anderen beiden Führenden ließen Zeit liegen: Jonas Fenne Ingjerd (NOR) konnte mit der Bestzeit aller Herren den Rückstand der Norweger zu Beginn der Staffel egalisieren. Er hatte Loic Berger (SUI) im Gepäck, und auch Ungarn mit Marton Csoboth lag in Schlagdistanz, sodass die Staffel beim letzten Wechsel wieder völlig offen schien.
Der Kommentator in der Arena legte sich schnell fest, Rita Maramarosi (HUN) würde die Staffel für sich entscheiden, sie war in den vergangenen Jahren die schnellste Läuferin. Noch hatte sie Rückstand, doch dieser würde schnell aufgeholt sein. In Führung lag aber Tschechien, für die ebenfalls eine mehrfache Juniorenweltmeisterin lief: Lucie Dittrichova war bisher vor allem auf den Walddistanzen erfolgreich, doch sie zeigte, dass auch im Sprint mit ihr zu rechnen ist. Gemeinsam mit Seline Sannwald (SUI) hielt sie die Lücke zu ihrer Verfolgerin offen. Während Sannwald allerdings auf der zweiten Hälfte der Strecke an Boden verlor, bekamen die Verfolgerinnen nie die Chance, Dittrichova ernsthaft zu gefährden. Spätestens als Maramarosi auf der Schlussrunde an einem Posten einige Schritte zurücklaufen musste, um das Stempeln zu überprüfen, war ihr der Sieg nicht mehr zu nehmen. Auf den letzten Metern konnte sie sogar Tempo herausnehmen und mit ihren Teamkolleg*innen feiern. Die Fokussierung auf diesen Zweikampf Dittrichova gegen Maramarosi ließ die weiteren Läuferinnen völlig unter dem Radar verschwinden: Alva Bjork für Schweden, Katerina Stepova für das zweite tschechische Team und Seline Sannwald für die Schweiz. Die Tschechin und die Schweizerin, letztere wurde wegen eines Fehlstempels später disqualifiziert, konnten nicht mehr angreifen, doch Bjork schloss im letzten Anstieg die Lücke zur Ungarin. Im Zielsprint zündete sie den Turbo, konnte sich im Fotofinish durchsetzen und bescherte Team Schweden Silber, was auch der Kommentator in der Arena zunächst nicht glauben konnte. Der tapfer kämpfenden Schlussläuferin der Australier, Nea Shingler, gelang schließlich der Sprung aufs Podest: Platz 6 hinter Finnland und Norwegen. Bestzeit auf der Schlussstrecke lief schließlich die Lettin Ilze Jumike - noch so ein Geheimtipp für den Einzelsprint?
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