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29. Juni 2025

JWOC Einzelsprint

Vorschaubild
Impressionen vom JWOC-Sprint. Links: Loic Dequiedt als bester Deutscher (18.) auf der Arenapassage. Mitte: Seline Sannwald gewinnt das Rennen der Damen. Rechts: Jonas Fenne Ingjerd genießt den Moment der Medaillenübergabe.
Foto: Zusammenstellung Eszter Kocsik/Sabine Rothaug
Impressionen vom JWOC-Sprint. Links: Loic Dequiedt als bester Deutscher (18.) auf der Arenapassage. Mitte: Seline Sannwald gewinnt das Rennen der Damen. Rechts: Jonas Fenne Ingjerd genießt den Moment der Medaillenübergabe.
Foto: Zusammenstellung Eszter Kocsik/Sabine Rothaug

Loic Dequiedt erreichte auf einer komplexen Einzelsprintbahn den 18. Platz. Bei den Damen wurde Julia Fritz 29. Der Sieg in der Damenkonkurrenz ging an Seline Sannwald (SUI), bei den Herren gewann Jonas Fenne Ingjerd (NOR).

Ergebnisse

 

Damen

1. Seline Sannwald (SUI) 12:00 Minuten
2. Kati Hotz (SUI) +0:03
3. Lucie Dittrichova (CZE) +0:05

29. Julia Fritz +1:27
33. Lone Pompe +1:38
88. Marlene Fritz +3:11
121. Annika Stamer +4:33

 

Herren

1. Jonas Fenne Ingjerd (NOR) 12:57 Minuten
2. Daniel Bolehovsky (CZE) +0:23
2. Tomasz Rzenca (POL) +0:23

18. Loic Dequiedt +1:03
44. David Saupe +1:40
86. Till Buchberger +2:30
114. Moritz Kuntze +3:15

 

„Ich bin nie so richtig in den Flow gekommen“, erzählte Loic Dequiedt im Interview nach seinem 18. Platz im JWOC-Einzelsprint. Diese Aussage trifft wohl auf viele seiner Konkurrenten zu. Enge, bisweilen steile Gassen, viele Ecken und kleine Treppchen erforderten eine gute Koordination und erschwerten Kartelesen und Vorplanen. So musste umso mehr im Mittel- bis Nahhorizont orientiert werden. Die Routenwahlen waren meist rechts-links-Entscheidungen, die aber oft aber schwer zu überblicken waren. Viele Athlet*innen verfolgten also eine Stop-and-Go-Taktik, bei der es schwierig ist, jenen Flow zu erreichen. Auch wenn er glaubt, dass noch mehr drin gewesen wäre, war er besonders mit dem Ende des Rennens zufrieden, an welchem er noch einige Plätze aufholen konnte. Er relativierte auch selbst: „Ich habe dieses Jahr relativ wenig Sprint trainiert, deshalb bin ich ganz zufrieden!“

 Beste deutsche Dame wurde als 29. Julia Fritz. „Es hat mega Spaß gemacht, aber es war super schwer“, berichtete sie. Bei vielen Posten und unübersichtlichem Gelände ging sie recht verhalten an, was sich auszahlte. An Posten 6 lag sie noch auf Platz 12. Insgesamt hatte sie das Gefühl, eher orientierungstechnisch limitiert zu sein, denn die Beine waren auch zum Ende des Rennens noch nicht völlig breit. Außer bergauf, „da war ich irgendwann ganzschön am Ende und habe viel Zeit verloren.“ Nach dem positiven Beginn geht sie mit einem guten Gefühl in die Waldwettkämpfe.

Als 33. verpasste Lone Pompe die Top30 knapp und war trotz der guten Platzierung etwas unzufrieden mit ihrem Lauf. Sie bestätigte die Erfahrung ihrer Teamkolleg*innen, dass man nicht so richtig in einen Flow finden konnte, was ihr etwas zu schaffen machte.

Über die Langdistanz geht es bereits morgen um die nächsten Medaillen. Für das deutsche Team sind weitere Top30-Platzierungen das Ziel.

 

International

Im Gegensatz zu den internationalen Wettkämpfen der Elite wird bei einer JWOC nicht nach der Weltrangliste gestartet. Das Feld wird vielmehr in drei Gruppen unterteilt, jede Nation kann wählen, welche beiden Athlet*innen in der ersten, zweiten bzw. dritten Gruppe starten. 
Bei den Damen wählten die tschechischen Mitfavoritinnen sogleich die erste Startgruppe und setzten starke Zeiten. Zunächst Viktorie Skachova, nur wenige Minuten später auch Lucie Dittrichova boten starke Zeiten an. Besonders wichtig: Sie blieben nahezu fehlerfrei. Dass beide in herausragender Laufform sind, hatten sie bei der Sprintstaffel gezeigt, als Dittrichova Tschechien souverän zum Sieg führte und Skachova die Startstrecke – wenn auch für Tschechien zwei – gewann. Ein einziger Fehler kostete Skachova etwas Zeit auf ihre Teamkollegin: Wie auch andere, unter anderem Julia Fritz, verpasste sie eine Einfahrt nach der uneindeutig endenden Arenapassage, was rund 15 Sekunden kostete. Als die Hauptkonkurrentinnen deuteten sich bald die Schweizerinnen an. Besonders Seline Sannwald war auf Revanche aus, nachdem ihr tags zuvor als Schlussläuferin der Schweizer Staffel ein unglücklicher Fehlstempel unterlaufen war. Von Beginn an lag sie vor Dittrichova, an Posten 9 übernahm sie erstmals die Führung des Gesamtfeldes und konnte diesen Puffer bis ins Ziel halten, auch wenn sie gegen Ende noch einige Sekunden auf die Tschechin einbüßte. Kurz zuvor schon war ihre Teamkollegin Kati Hotz gestartet und lief nur Bruchteile langsamer – sie lieferte sich einen noch engeren Kampf mit den Zeiten der Tschechin und konnte sich auf den letzten Posten schließlich durchsetzen. Fünf Sekunden trennten am Ende die Top3. Mit einer dritten Schweizerin auf dem Podium konnten die Eidgenossinnen nach einem schwächeren Vortag ihre Dominanz endgültig unter Beweis stellen, Henriette Radzikowski wurde zeitgleich mit Skachova fünfte. Eine Konkurrentin kam nämlich noch: Fanny Delahaye startete stark, am ersten Funkposten lag sie gar die Führung. Die Französin kann bereits aus dem frühen Jugendbereich gute EYOC-Ergebnisse vorweisen, trotzdem galt sie vorher höchstens als Geheimtipp. Am letzten Anstieg zu Posten 17 verlor sie entscheidende Sekunden, konnte sich aber Platz 4 sichern.

So einfarbig das Podest der Damen schien, so divers war jenes der Herren. Sechs Podiumsplätze gingen an sechs verschiedene Nationen. Schon vorher konnte ein enges Rennen erwartet werden, und in weiten Teilen sollte sich diese Vermutung bestätigen. Der Sieg des Norwegers Jonas Fenne Ingjerd geriet schließlich trotzdem recht überlegen. Nach einem verhaltenen Start – an Posten 4 lag er ganze 6 Sekunden zurück – übernahm er nach einem Drittel der Strecke die Spitze. Im Gegensatz zu vielen anderen blieb er fehlerfrei und legte ein Tempo an den Tag, dem nur wenige folgen konnten. Mit dieser Leistung hatte er schließlich einen Vorsprung von 23 Sekunden. Die beiden Konkurrenten, die ihm am längsten folgen konnten, waren James Hammond (GBR) und Loic Berger (SUI). Doch beiden passierten zum Ende der Strecke große Fehler. Hammond konnte den Zeitverlust noch in Grenzen halten, er verlor zu Posten 19 und 21 nur jeweils zehn Sekunden, Berger jedoch verlor zu Posten 20 völlig die Kontrolle und stürzte mit fast 80 Sekunden Zeitverlust auf Platz 49 ab. Es profitierten zwei Athleten, die zwar etwas langsamer unterwegs waren, dafür aber fehlerfrei blieben. Mit gleicher Zeit liefen der Tscheche Daniel Bolehovsky und der Pole Tomasz Rzenca auf den zweiten Platz. Bolehovsky blieb fehlerfrei, war nur etwas langsamer unterwegs als der Sieger Ingjerd, während Rzenca sich besonders mit einem hervorragenden Finish noch aufs Podest vorarbeiten konnte. Wie schon bei den Damen gab es auch für Frankreich Grund zu jubeln: Antoine Derlot, in der Sprintstaffel noch Streckenschnellster zweiter Läufer, lief auf Platz fünf, kurz vor Alejandro Garrido Diaz aus Spanien.

Julia Fritz Julia Fritz
Julia Fritz wird beim JWOC-Sprint 29.
Foto: Eszter Kocsik
Julia Fritz wird beim JWOC-Sprint 29.
Foto: Eszter Kocsik

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Leon Kollenbach
JWOC Sprintstaffel
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