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22. Juli 2025

EYOC 2025: Erfolgreich - lehrreich

Jannika Wetzel
Einlauf auf Platz 5! Jannika Wetzel läuft die W16-Staffel noch von Platz 9 aus aufs Podium.
Foto: Eszter Kocsik
Einlauf auf Platz 5! Jannika Wetzel läuft die W16-Staffel noch von Platz 9 aus aufs Podium.
Foto: Eszter Kocsik

Tolle Ergebnisse, Fairplay, aber auch wertvolle und bisweilen lehrreiche Erfahrungen wurden der deutschen Jugendnationalmannschaft bei den Jugendeuropameisterschaften in Brno (CZE) zuteil. Die besten Ergebnisse erreichten jeweils mit Platz 5 die W16-Staffel mit Katja Horst, Greta Pompe und Jannika Wetzel, sowie Julian Doetsch im Sprint. Stärkstes Team über alle drei Wettkampftage wurden die gastgebenden Tschechen. Deutschland verpasste als 11. der Nationenwertung denkbar knapp das angestrebte Ziel.

„Mein Highlight, fünfte in der Staffel war natürlich cool!“, erzählt Katja Horst am letzten Tag der Wettkämpfe. Gemeinsam mit Greta Pompe und Jannika Wetzel hatte sie in der W16 eine gute Vorstellung gezeigt und einen überraschenden Podiumsplatz erlaufen: „Es war unerwartet. Jannika kam plötzlich, obwohl sie als neunte über die Sichtstrecke gelaufen ist.“ Mit mehr als 23 Minuten hatten sie zwar einen großen Rückstand auf die tschechischen Siegerinnen, kamen aber besser als viele ihrer Konkurrentinnen mit dem schweren Gelände klar. Wie erwartet gab es in flachem, diffusem Gelände viele Löcher und Senken. Dazu kam viel Dickicht, das flächig über dem Gelände lag und höchste Genauigkeit im Postenanlauf forderte. Mitunter verpassten Läufer*innen ihre Gabelungsposten nur um wenige Meter. Dazu gehörten unglücklicherweise auch die anderen deutschen Staffeln: Die W18-Staffel erreichte Platz 18, die M18 den 14. Platz. 
In der M16 erreichte das Team Platz neun. Zeitweise bewegten sie sich sogar in Podiumsnähe, nachdem Jacob Imbsweiler das Team mit wenig Rückstand ins Rennen gebracht hatte und Daniel Schmidt mit einem tollen Lauf auf Platz 3 vorlief. Leider erwischte Julian Doetsch auf der Schlussstrecke einen gebrauchten Tag und konnte die Leistung seiner Vorläufer nicht veredeln. Das schaffte er dafür am Vortag.
Die Staffelentscheidungen selbst wurden maßgeblich durch das tschechische Team geprägt. Im Heimgelände entschieden sie drei der vier Medaillenentscheidungen für sich. Lediglich in der M16 konnten sich die Finnen knapp durchsetzen, Tschechien landete „nur“ auf Platz drei.

Im Sprint tags zuvor führte Julian Doetsch ein starkes deutsches Mannschaftsergebnis in der M16 an. Zwischenzeitlich sah es in dem Sekundenkrimi sogar nach einer Medaille für den Steinberger aus. Erst mit den letzten Startern verdrängten ihn der Spanier Ekain Fernandez Garcia und der Sieger Erik Marten Zernant aus Estland. Weil mit Hayden Dent darüber hinaus ein Australier vor ihm klassiert war, erreichte Julian im offiziellen EYOC-Ergebnis sogar Platz 4. Neben Julian schaffte es auch Daniel Schmidt als 10. in die Top10. Jacob Imbsweiler wurde 19. Auch in den weiteren Klassen erliefen die deutschen Nachwuchsläufer gute Einzelergebnisse. In der W16 wurde Katja Horst 16., Jannika Wetzel erreichte Platz 29. In der W18 erlief Juliane Burgmair auf der abwechslungsreichen und anspruchsvollen Strecke Platz 22. 
Insgesamt schafften es die tschechischen Veranstalter, einen hochklassigen Sprint anzubieten.  Herzstück der Bahn war eine Routenwahl, die statt einer bloßen Überführungsstrecke eine komplexe Abwägung erforderte. Auf drei Varianten war keine Option schnell auszuschließen, jede hatte ihre Vorteile. Während der Rest der Strecke anschließend sehr laufbetont war, konnte schon in einem recht feinen Startabschnitt mit einigen parallelen Strukturen einige Zeit verloren gehen.
Im Kampf um die Goldmedaille hielt der EYOC-Sprint einige Überraschungen bereit. Statt der erwartbaren Nationen – Tschechien, Schweiz, in den älteren Kategorien die Skandinavier – ging nur in der W16 der Sieg durch Anni Jantunen nach Finnland. Sie lief dafür einen Vorsprung von 30 Sekunden heraus. In der M16 gewann der erwähnte Erik Marten Zernant (EST). Eine richtiggehende Überraschung gab es in der W18: Es gewann die laufstarke Israelin Ofri Yacobi. In der M18 gewann Tomasz Rzenca aus Polen, der bereits mit Silber bei der JWOC seine Klasse im Sprint bewiesen hatte. Er hatte ganze 40(!) Sekunden Vorsprung.
Bemerkenswert ist auch eine konsequente Entscheidung der Veranstalter. Weil sie während der Anfahrt die bekannte Geländesperre für den Sprint verletzten, wurde das gesamte litauische Team von dem Wettkampf ausgeschlossen.

Den Auftakt zur EYOC 2025 machte die Langdistanz in den steilen Tälern rund um Babice nad Svitavou. Im Gegensatz zur Staffelentscheidung waren die Postenstandorte nicht sonderlich schwer, im Vordergrund standen Routenwahlen und die Physis. Im Schlusshang mussten mehr als 100 Höhenmeter am Stück absolviert werden. Aus deutscher Sicht kamen einmal mehr die Läufer*innen der jüngeren Kategorie am besten mit dem Gelände klar: Daniel Schmidt wurde in der M16 22., Katja Horst in der W16 erreichte Platz 23. Auch Jacob Imbsweiler erreichte als 30. die Top30. Knapp zu langsam für eine Platzierung unter den besten 30 waren Jannika Wetzel (33., W16) und Bruder Niklas (34., M18). 
Eine Erwähnung wegen seines Fairplays verdient einmal mehr Julian Doetsch. Er unterbrach seinen Lauf, um einem Konkurrenten bei einem medizinischen Notfall zu helfen und ihn zu einem Versorgungsposten zu begleiten. Anschließend setzte er den Lauf zwar noch fort, vergleichbar ist die Laufzeit natürlich nicht mehr.
Im Gegensatz zum Sprint gab es bei der Langdistanz fast nur Favoritensiege. So waren besonders die Zentraleuropäer besonders stark: Tschechen, Schweizer, Franzosen, aber auch die in den Jugendkategorien häufig zumindest mit einzelnen Läufer*innen starken Ungarn waren weit vorn zu finden. Aus Skandinavien konnte dagegen nur Finnland ganz vorn mitmischen. Mit Carla Castelli (W16) und Lotta Marit Luethi (W18) gewannen die Damenkategorien zwei Schweizerinnen. In der M16 siegte der Spanier Ekain Fernandez Garcia, die M18 gewann Mihaly Csoboth aus Ungarn.

In der Teamwertung der Nationen verfehlte das deutsche Nachwuchsteam die angepeilte Top10-Platzierung denkbar knapp. Nur vier Punkte lagen die Jugendlichen nach drei Wettkampftagen hinter den Esten auf Platz 11. 
Die reinen Ergebnisse allerdings sind das Eine, bei der EYOC geht es genauso ums Lernen: Erfolgreich, lehrreich, erkenntnisreich. „Ich habe gemerkt, dass ich anders trainieren muss“, stellte beispielsweise Michael Schlei (M16) fest. „Ich muss mehr OL trainieren.“ Und ganz nebenbei wurde auch die ein oder andere internationale Bekanntschaft geschlossen.

 

 

Katja Horst Katja Horst
Tolle Ergebnisse mit drei soliden Läufen. Katja Horst arbeitete sich über die drei Läufe immer weiter nach oben, hier wird sie auf der Langdistanz 23.
Foto: Eszter Kocsik
Tolle Ergebnisse mit drei soliden Läufen. Katja Horst arbeitete sich über die drei Läufe immer weiter nach oben, hier wird sie auf der Langdistanz 23.
Foto: Eszter Kocsik
Jacob Imbsweiler Jacob Imbsweiler
Jacob Imbsweiler im Schlussanstieg der EYOC Langdistanz.
Foto: Eszter Kocsik
Jacob Imbsweiler im Schlussanstieg der EYOC Langdistanz.
Foto: Eszter Kocsik
Jakob Drechsler Jakob Drechsler
Jakob Drechsler lief die Startstrecke für die deutsche M18-Staffel.
Foto: Eszter Kocsik
Jakob Drechsler lief die Startstrecke für die deutsche M18-Staffel.
Foto: Eszter Kocsik
Niklas Wetzel Niklas Wetzel
Bester M18er: Auf der Langdistanz erreicht Niklas Wetzel Platz 34.
Foto: Eszter Kocsik
Bester M18er: Auf der Langdistanz erreicht Niklas Wetzel Platz 34.
Foto: Eszter Kocsik

Mehr:
Ergebnis EYOC Langdistanz
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Nationenwertung EYOC

Leon Kollenbach
Vorschau: EYOC 2025
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