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30. Mai 2026

DM Sprint - Drei intensive Tage

KO Sieger
Maren Guthier und Anselm Reichenbach präsentieren stolz den Thomas-Meier-Gedächtnispokal als Trophäe ihres DM KnockOut-Sieges. Dieser Wanderpokal wird von nun an jährlich bei der DM KnockOut-Sprint vergeben.
Foto: Louisa Kollenbach
Maren Guthier und Anselm Reichenbach präsentieren stolz den Thomas-Meier-Gedächtnispokal als Trophäe ihres DM KnockOut-Sieges. Dieser Wanderpokal wird von nun an jährlich bei der DM KnockOut-Sprint vergeben.
Foto: Louisa Kollenbach

Drei Sprintmeisterschaften in drei Tagen fanden am vergangenen Wochenende in Bad Harzburg ihre würdigen Sieger*innen. Der MTK Bad Harzburg hatte ein intensives Programm auf die Beine gestellt. Die neuen Deutschen Meister in der Elite sind im Einzelsprint Jule Roßner (OK Leipzig) und Anselm Reichenbach (SSV Planeta Radebeul). Bei der Premiere des KnockOut-Sprints setzten sich Maren Guthier (OLV Steinberg) und erneut Anselm Reichenbach durch. Der Sieg in der Sprintstaffel ging etwas überraschend und dennoch souverän an den SSV Planeta Radebeul.

Qualifikation

Das Wochenende begann mit einem Qualifikationslauf am Samstagmittag. Rund ums Bündheimer Schloss und den angrenzenden Park lagen die Strecken, auf denen es um die Qualifikation fürs A-Finale der jeweiligen Altersklasse ging. Für die Jugend und Elite war der Lauf gleich doppelt wichtig: Der Lauf war gleichzeitig Qualifikationslauf für den KnockOut-Sprint, der am Sonntag direkt nach dem Finale stattfinden sollte. Auf sehr laufbetonten Bahnen wurde getestet, wer überhaupt über die Geschwindigkeit verfügte, im Finale etwas „reißen“ zu können. Sehenswert war der Zieleinlauf für diese Qualifikation: Im Gestüt Junicke ging es durch einen der Pferdeställe hindurch über die Ziellinie – ein Vorgeschmack auf die KO-Läufe tags darauf. Schließlich ging es in einigen Klassen bereits hier um die Sekunden – besonders in der Elite entschieden minimale Zeitabstände darüber, wer am Sonntag ein oder sogar zweimal zu sehen sein würde.

 

DM Sprint

Zum Finale der Deutschen Meisterschaften im Einzelsprint ging es am Sonntagvormittag nach Osterwieck. Auf sachsen-anhaltischer Seite der Grenze lag ein kleines Altstädtchen, das zu Routenwahlen einlud. Schnelle Beine brauchte man trotzdem: In der Herrenelite waren die Jungs im 3:12-er Schnitt unterwegs. Gefordert wurde besonders, bei diesem hohen Tempo seine Routen zu entscheiden und keine Extrameter zu machen. Auf die Feinorientierung kam es bei diesem Sprint weniger an. Hauptfokus war es, keine Abbiegung zu verpassen, was am oder über dem Anschlag einigen nicht so gut gelang. Sogar Elitesieger Anselm Reichenbach (SSV Planeta Radebeul) erwischte oft eine längere Route, die er aber mit seinem Lauftempo ausgleichen konnte. 
Wer mit einem überlegenen Sieg des ehemaligen Juniorenweltmeisters gerechnet hatte, wurde überrascht, die nationale Konkurrenz war ihm dicht auf den Fersen. So dicht, dass Silbermedaillengewinner Konstantin Kunckel nach 11 Minuten Laufzeit sogar führte und sich eine große Überraschung anzudeuten schien. Auch Marek Pompe (SV Robotron Dresden) lag nahezu gleichauf mit dem Führungsduo. Erst auf der Laufpassage hin zum Ziel konnte Anselm den entscheidenden Unterschied machen und gewann mit lediglich 10 Sekunden Vorsprung. Der Viertplatzierte Timon Lorenz verlor im Anfangsteil zu viel Zeit. Auch wenn er anschließend nochmal etwas aufholen konnte, lag er bereits zu weit zurück. Insgesamt aber zeigte die Herrenelite eine Leistung, die Hoffnung für die kommenden internationalen Einsätze macht.
Bei den Damen lief Jule Roßner zwei Drittel der Strecke wie auf Schienen. Bis zum ersten Funkposten nach 11 Minuten hatte sie 30 Sekunden Vorsprung auf die Deutsche Konkurrenz herausgelaufen und lag nur ein einziges Mal nicht in den beiden ersten Abschnittszeiten. Auch die internationale Konkurrenz hatte sie im Griff, die Kanadierin Robyn Astridge lag 20 Sekunden hinter ihr. Dann aber machte sie es doch nochmal spannend: Im Ablauf von Posten 11 südete sie die Karte ein und lief in die falsche Richtung. Rechtzeitig genug bemerkte sie den Fehler, korrigierte und rettete mit einem starken Schlussspurt zwei Sekunden vor der Kanadierin. Die Silbermedaille der deutschen Meisterschaften ging an die Juniorin Stanja Lindig (SSV Planeta Radebeul). Bronze sicherte sich Hanna Müller (Gundelfinger Turnerschaft).

 

DM KnockOut-Sprint

Am Sonntagnachmittag fand schließlich die Premiere der Deutschen Meisterschaften im KnockOut-Sprint statt. Erneut ging es zum Bündheimer Schloss und ins Gestüt Junicke. Im gleichen Gebiet wie die Qualifikation tags zuvor hatte Joachim Stamer spannende Strecken vorbereitet. Ein Großteil der Strecken führte durch den Schlosspark. Im Bereich des Gestüts wartete einige unerwartete Schwierigkeiten auf: Teile der Pferdeställe waren für den Lauf geöffnet worden, so standen Posten in der Reithalle oder an einer Tränke. Kurze Routenwahlen sorgten für die Möglichkeit, hier für eine Vorentscheidung zu sorgen. Im Finale wurde auf einem Reitplatz ein Labyrinth aufgebaut, das einige Läufer*innen sichtlich überraschte und für interessante Entscheidungen sorgte. Für die Zuschauer wurde es zu einem wahrhaftigen Fest mit grandioser Stimmung, zum Finale hin funktionierte sogar die Videoübertragung auf eine Leinwand im Zielbereich. Im Nachhinein wird die Übertragung auch auf den Youtube-Kanal des Deutschen Orientierungssports hochgeladen. 
Insgesamt geriet der KnockOut zu einer tollen Erfahrung für Läufer*innen und Zuschauende, die mit gespannter Vorfreude sicher schon auf eine Fortsetzung im nächsten Jahr schauen.

Schon im Halbfinale kam es zu einigen spannenden Entscheidungen, die teilweise erst auf der Ziellinie entschieden wurden. So dominierte beispielsweise die Deutsche Meisterin im Einzelsprint vom Vormittag, Jule Roßner, ihren Heat fast nach Belieben. Im Schlussteil aber verlor sie in der Feinorientierung im Pferdestall entscheidend an Zeit, sodass sie sich im Zielsprint um Platz 2 gegen die Kanadierin Robyn Astridge behaupten musste und hauchzart im Zielfotoentscheid durchsetzte. In einem anderen Halbfinale hätte Sabine Rothaug fast für eine riesige Überraschung für das Damenfinale gesorgt, als sie allein auf die bessere Route ging und fast 100 Meter Vorsprung herauslief, ohne dass ihr bewusst war, welche Chance sie gerade hatte. 
Spektakulär war unter anderem auch der erste Heat der männlichen Jugend, in den sich fünf der sechs Qualischnellsten eingewählt hatten. Welche taktische Überlegung dort dahinter gesteckt hatte, können sicherlich nur die Beteiligten detailliert auflösen.

Vier Finals sorgten anschließend für noch lautstärkere Unterstützung, zwischen Labyrinth und Arena setzte sich zwischen den Läufen eine Völkerwanderung der Zuschauer*innen in Gang.
Im Finale der weiblichen Jugend setzte sich Jannika Wetzel (SV Robotron Dresden) von Beginn an an die Spitze des Feldes. Zunächst konnte ihr nur Marika Prolingheuer (TuS Karlsruhe-Rüppurr) folgen. Jannika Wetzel profitierte in der Folge von einem Routenwahlfehler und lief ungefährdet zum Sieg. Im Kampf um Bronze setzte sich Jule Weigert (TV Jahn Wolfsburg) an der letzten Steigung von der Konkurrenz ab und sicherte sich die verbliebene Medaille.
Das Finale der männlichen Jugend wurde gleich zu Beginn der Strecke schon im Labyrinth völlig auf den Kopf gestellt: An Posten zwei lief die Tram wieder ins Labyrinth hinein, anstatt den nächstmöglichen Ausgang zu nehmen. Nur Jacob Imbsweiler (TV Oberbexbach), der eine kleine Lücke zur Konkurrenz hielt und hintendran seine Karte studierte, bemerkte den Fehler und trennte sich von der Gruppe. Sofort hatte er einen uneinholbaren Vorsprung, sodass er sich darauf konzentrieren konnte, fehlerfrei in hohem Tempo seine Bahn abzuspulen und Gold zu gewinnen. Im Kampf um Platz zwei setzte sich Troj Gunnarsson (MTK Bad Harzburg) durch, Julian Doetsch (OLV Steinberg) probierte auf der abschließenden Routenwahl mit einer Alternativroute sein Glück, musste sich aber schließlich mit Bronze begnügen.
Auch das Finale der Damen Elite brachte eine dramatische Entscheidung. Früh kristallisierte sich heraus, dass Maren Guthier (OLV Steinberg) und Jule Roßner (OK Leipzig) die stärksten Läuferinnen im Feld waren und den Sieg unter sich ausmachen wollten. Wechselnd führten beide das Feld über die Strecke. Ein kleiner Fehler zum siebten Posten entpuppte sich als wertvoll für Jule Roßner: Aus der Mitte des Feldes heraus war sie die Einzige, die auf die kürzere Route zum Zielgebiet hin ging, was ihr einen Vorsprung von gut fünfzig Metern einbrachte. Dort aber gab es eine nächste dramatische Wendung: Statt in den Stall zu Posten neun zu laufen, rannte sie in die zum Halbfinale genutzte Reithalle. Maren Guthier profitierte und gewann, Lone Pompe (SV Robotron Dresden) hielt im Zielsprint Marlene Fritz (OL-Team Filder) auf Distanz und gewann Silber.
Dass ein Sieg im KnockOut keine sichere Sache war, hatte sich für Anselm Reichenbach bereits am Morgen angedeutet. Entsprechend nötigten seine Konkurrenten ihn auch frühzeitig, die Führungsarbeit zu übernehmen. Als er auf der ersten längeren Routenwahl zu Posten drei das Tempo anzog, sorgte federführend Marek Pompe dafür, dass erst gar keine Lücke aufging. Eine kurze Routenwahl zu Posten fünf spülte kurzzeitig Ole Hennseler an die erste Position der Gruppe. Die Vorentscheidung fiel erst auf dem Weg zurück ins Gestüt: Anselm und Marek rissen eine kleine Lücke zu den Verfolgern, auf den letzten Posten schaffte es Marek aber auch nicht mehr, Anselm zu überholen. Bronze ging an Timon Lorenz, der im Zielsprint Ole hinter sich halten konnte.

 

DM Sprintstaffel

Den Abschluss des Wettkampfwochenendes bildete am Montag eine etwas zu lange Sprintstaffel. Bei Streckenlängen bis zu fünf Kilometern war mit Etappensiegerzeiten von deutlich über fünfzehn Minuten zu rechnen. In Hornburg lag das Wettkampfzentrum räumlich komprimiert im Park rund um das zentral gelegene Museum. Wer gedacht hätte, dass nach dem KnockOut tags zuvor eh niemand mehr Stimme hätte, wurde getäuscht – es war erneut eine phantastische Stimmung im Wechselbereich. Auf der Strecke erwartete die Läufer*innen lange Laufpassagen, dazwischen war genaue Navigation zu gefragt, wenn es in die vielen Hinterhöfe ging, in denen der Posten oft versteckt weit hinten im Winkel stand.

Auf der Startstrecke der Elite übernahm KnockOut-Siegerin Maren Guthier für den OLV Steinberg von Beginn an die Initiative. Die Lücke zur Verfolgerin allerdings ging nie weit auf. Stanja Lindig bestätigte ihre gute Form und hielt den Abstand gering. Am Ende profitierte sie sogar noch von einem Fehler und kam in Führung zum Wechsel. Auf dem dritten Platz lag nach der Startstrecke mit rund zwei Minuten Rückstand der TuS Karlsruhe-Rüppurr mit Marika Prolingheuer.
Für den SSV Planeta Radebeul machte Anselm Reichenbach dort weiter, wo er am vergangenen Tag aufgehört hatte: Bestzeiten aufstellen. Die Strecke schien prädestiniert für ihn. Er hatte zwar nur eine knapp schnellere Zeit als seine Nationalkaderkollegen, mit denen er sich auf den Weg zum Weltcup machte, kaum dass der Wettkampf vorüber war. Angesichts einiger Minuten Vorsprung, die Stanja ihm mitgegeben hatte, lag Radebeul zur Rennhalbzeit aber schon fast sechs Minuten in Front – ein Vorsprung, den Ole Baath und Margarethe Ellke „nur noch“ verwalten mussten. Da der USV TU Dresden andersherum aufgestellt hatte – die starken Konstantin Kunckel und Marlene Fritz liefen die Schlussstrecken – blieb es spannend. Und auch wenn die jungen Planetaer Schlussläufer noch etwas Zeit verloren, sicherten sie den Meistertitel mit einer Minute Vorsprung. Silber ging an den USV TU Dresden in der Besetzung Patricia Siegert – Karl Rudolf Jobke – Konstantin Kunckel – Marlene Fritz. Den letzten Platz auf dem Podest sicherte sich der SV Robotron Dresden (Jannika Wetzel, Marek Pompe, Loic Dequiedt, Lone Constanze Pompe) und sorgte damit für ein rein sächsisches Podest.

Eine überzeugende Vorstellung lieferte der Post SV Dresden in der Jugendstaffel bis 16. Merle Richter, Gustav Bader und Selma Drechsler liefen auf drei von vier Strecken Bestzeiten, lediglich Zugang Constantin Freudenfeld verlor auf seiner Strecke neun Sekunden auf die Abschnittsführung.
Dafür, dass nicht sämtliche Siege nach Dresden gingen, sorgten die Ältesten und die Jüngsten. Die D/H180 gewann der OLV Uslar: Horst von Gaza, Anke von Gaza und Michael Finkenstädt setzten sich hier vor dem TV Jahn Zizenhausen durch. Bei den Jüngsten der D/H-12 siegte der TV Oberbexbach (Philipp Heintz, Anna Knaup, Leopold Köhler). Einen weiteren Dresdener Sieg gab es dafür in der D/H 135, die der USV TU Dresden mit Matthias Jamet, Sonnhild Grismajer und Wieland Kundisch überlegen gewann.

Start Herrenfinale Start Herrenfinale
Der Start zum Herrenfinale bei der DM KnockOut-Sprint, in dem alle Favoriten zugegen sind.
Foto: Louisa Kollenbach
Der Start zum Herrenfinale bei der DM KnockOut-Sprint, in dem alle Favoriten zugegen sind.
Foto: Louisa Kollenbach
Anselm Reichenbach Anselm Reichenbach
Anselm Reichenbach gewinnt am DM Wochenende drei Goldmedaillen.
Foto: Bettina Rudert
Anselm Reichenbach gewinnt am DM Wochenende drei Goldmedaillen.
Foto: Bettina Rudert
KO-Action KO-Action
Action im Halbfinale des Damen KnockOut-Sprints.
Foto: Bettina Rudert
Action im Halbfinale des Damen KnockOut-Sprints.
Foto: Bettina Rudert
Sprintstaffelstart Sprintstaffelstart
Start zur DM Sprintstaffel in Hornburg.
Foto: Louisa Kollenbach
Start zur DM Sprintstaffel in Hornburg.
Foto: Louisa Kollenbach
DM Sprint DM Sprint
Nicht nur die Elite war bei den Deutschen Meisterschaften, die DM ist für alle - vom Nachwuchs bis zu den Senior*innen.
Foto: Louisa Kollenbach
Nicht nur die Elite war bei den Deutschen Meisterschaften, die DM ist für alle - vom Nachwuchs bis zu den Senior*innen.
Foto: Louisa Kollenbach
Platzierte der Jugend Damen im KnockOut-Sprint Platzierte der Jugend Damen im KnockOut-Sprint
Jannika Wetzel gewinnt die Premiere der DM KnockOut-Sprint in der Jugend Damen vor Marika Prolingheuer und Jule Weigert.
Foto: Louisa Kollenbach
Jannika Wetzel gewinnt die Premiere der DM KnockOut-Sprint in der Jugend Damen vor Marika Prolingheuer und Jule Weigert.
Foto: Louisa Kollenbach
Masskottchen Masskottchen
Ein Masskottchen beglückt die Kinder.
Foto: Louisa Kollenbach
Ein Masskottchen beglückt die Kinder.
Foto: Louisa Kollenbach
Zielsprint DM Sprintstaffel Zielsprint DM Sprintstaffel
Zielsprint bei der DM Sprintstaffel. Es geht nicht immer um den Sieg, es geht trotzdem um die Sekunden und ganz viel Spaß. Und dann sprintet man auch gegeneinander, selbst wenn man in unterschiedlichen Kategorien startet.
Foto: Louisa Kollenbach
Zielsprint bei der DM Sprintstaffel. Es geht nicht immer um den Sieg, es geht trotzdem um die Sekunden und ganz viel Spaß. Und dann sprintet man auch gegeneinander, selbst wenn man in unterschiedlichen Kategorien startet.
Foto: Louisa Kollenbach

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