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31. Mai 2026

E(YJ)MTBOC 2026 in Portugal – Heiße Rennen, schnelle Beine und internationale Begegnungen

Team
Das deutsche Aufgebot. v.l Lukas, Charlotte, Husti,Laura,Ron,Linda.Per und Raphael. Foto: Veranstalter
Das deutsche Aufgebot. v.l Lukas, Charlotte, Husti,Laura,Ron,Linda.Per und Raphael. Foto: Veranstalter

Vom 24. bis 28. Mai 2026 fanden in Almeida im Nordosten Portugals die Europameisterschaften im MTBO (E(YJ)MTBOC) statt. Für das deutsche Team bedeutete die Reise nicht nur spannende Wettkämpfe, sondern auch die Begegnung einer völlig neuen Art von Gelände, hohen Temperaturen und vielen besonderen Eindrücken.

Nach Flügen aus Berlin, Hamburg und Wien traf sich das Team in Porto, bevor die letzten rund zwei Stunden mit Mietwägen Richtung Almeida zurückgelegt wurden. Untergebracht waren wir gemeinsam in einem Ferienhaus in der Nähe von Pinhel, direkt am Jakobsweg.

Am Sonntag stand zunächst das Model Event auf dem Programm. Die Strecke bot eine gute Gelegenheit, sich an das portugiesische Gelände zu gewöhnen. Gleichzeitig konnten wir erste Erfahrungen mit der Vegetation und den Untergründen sammeln – wichtige Erkenntnisse für die folgenden Wettkampftage.

Am Montag begann die Meisterschaft mit der Sprintdistanz in Almeida. Die imposante Festungsstadt mit ihrer markanten sternförmigen Anlage bot eine außergewöhnliche Kulisse für das Rennen. Die besondere Atmosphäre mitten in der historischen Altstadt machte den Sprint zu einem der eindrucksvollsten Wettkämpfe der Woche. Orientierungstechnisch war die Strecke anspruchsvoll. Die zahlreichen engen Gassen, unübersichtlichen Straßenzüge und die mächtigen Festungsmauern verlangten jederzeit volle Konzentration. Besonders wichtig war die Wahl der richtigen Durchgänge und Ausgänge entlang der Mauern. Wer hier einen Fehler machte, verlor schnell wertvolle Sekunden.

Die Mitteldistanz am Dienstag führte in die Umgebung von Vila Formoso nahe der spanischen Grenze. Das Gelände unterschied sich deutlich vom Vortag. Statt enger Stadtpassagen dominierten offene Flächen, Wiesen und schnelle Wege, welche das Rennen weniger technisch gestalteten als den Sprint. Gefragt waren vor allem hohe Geschwindigkeiten und saubere Routenentscheidungen. Besonders der allgegenwärtige Lavendelbewuchs wird in Erinnerung bleiben. Nach dem Rennen rochen die Beine eher nach frischen Kräutern als nach einem anstrengenden Wettkampf. Ein besonderes Merkmal der Mitteldistanz waren zwei Kartenwechsel, die zusätzliche Aufmerksamkeit verlangten. Der Schlussabschnitt führte durch einen Stadtteil von Vila Formoso und sorgte für einen abwechslungsreichen Rennverlauf.

Am Mittwoch folgte die Langdistanz bei den Jugend und Junioren Klassen und der Massenstart der Elite. Teile des Wettkampfgebiets waren bereits von der Mitteldistanz bekannt, dennoch stellte die längere Renndauer ganz eigene Anforderungen. Die letzten Streckenkilometer führten wieder direkt nach Vila Formoso hinein, wo sich auch Zielbereich und Zuschauerzone befanden.

Den sportlichen Abschluss bildete am Donnerstag die Staffel. Das deutsche Team stellte in der W20-Kategorie eine Staffel mit Charlotte Anders, Linda Brandt und Laura Faltejskova. Das Rennen führte erneut durch die Umgebung von Almeida und kombinierte offene Wiesen- und Feldabschnitte mit Passagen in der historischen Stadt. Die Bahnen bestanden aus zwei Runden: Nach einer größeren Schleife erreichten die Athletinnen zunächst einen Sichtposten, bevor eine kürzere Runde durch die Stadt folgte und schließlich der Wechsel beziehungsweise Zieleinlauf erreicht wurde. Die Staffel sorgte noch einmal für spannende Rennsituationen und bildete einen gelungenen Abschluss der Wettkampfwoche.

Neben den sportlichen Herausforderungen sorgte das Gelände auch für einige technische Überraschungen. Die vielen Dornen entlang der Wege führten immer wieder zu Reifendefekten. Während einige Athletinnen und Athleten ihre Platten erst nach dem Rennen bemerkten, mussten andere mehrfach Reparaturen durchführen. Besonders bemerkenswert war ein Fall von zwei Platten des selben Mountainbikes an einem einzigen Tag. Die Erfahrungen führten bei einigen schließlich sogar zu einem spontanen Umstieg von klassischen Schläuchen auf Tubeless-Systeme – eine Entscheidung, die sich unter den portugiesischen Bedingungen als durchaus sinnvoll erwies.

Nach der Staffel klang die Woche mit einer kleinen alternativen Abschlussfeier in Almeida aus. In entspannter Atmosphäre, mit schönem Ausblick über die Umgebung, konnten noch einmal Erfahrungen ausgetauscht und internationale Freundschaften gepflegt werden. Gerade diese Begegnungen mit Athletinnen und Athleten aus vielen verschiedenen Nationen machen internationale Meisterschaften neben dem sportlichen Wettbewerb so besonders.

Die E(YJ)MTBOC 2026 wird vor allem als heiße, trockene und sehr abwechslungsreiche Meisterschaft in Erinnerung bleiben. Die Rennen verlangten hohe Geschwindigkeiten, saubere Orientierung und eine gute Anpassung an ungewohnte Geländebedingungen. Gleichzeitig bot Portugal beeindruckende Landschaften, eine besondere Wettkampfatmosphäre und viele neue Erfahrungen.

Das deutsche Team nimmt zahlreiche Eindrücke, wertvolle Erfahrungen und viele schöne Erinnerungen mit nach Hause – und blickt bereits motiviert auf das nächste große Ziel: die Weltmeisterschaften in Schweden.

Unsere Besten Ergebnisse waren:

Charlotte Anders P. 14 Mitteldistanz (W17)
Linda Brandt P. 14 Langdistanz (W20)
Laura Faltejskova P. 13 Sprintdistanz (W20)
Ron Hähnel P. 8 Sprintdistanz (M17)
Raphael Heidner P. 7 Langdistanz (M20)
Per Hähnel P. 23 Massenstart (ME) und P. 6 Mitteldistanz (MU23)
Mark Huster P. 54 Massenstart (ME)
Lukas Wilms P. 55 Massenstart (ME)

Per Per
Per Hähnel erreichte Platz 6 in der U23 Wertung auf der Langdistanz Foto: Linda Brandt
Per Hähnel erreichte Platz 6 in der U23 Wertung auf der Langdistanz Foto: Linda Brandt
Rapha Rapha
Raphael Heidner schaffte Platz 7 über die Langdistamz in der M20 Foto: Veranstalter
Raphael Heidner schaffte Platz 7 über die Langdistamz in der M20 Foto: Veranstalter
Ron Ron
Ron Hähnel errang Platz 8 beim Sprint der M17 Foto: Linda Brandt
Ron Hähnel errang Platz 8 beim Sprint der M17 Foto: Linda Brandt
Lotte Lotte
Charlotte Anders kam auf Platz 14 auf der Mitteldstanz der W17 Foto: Katrin Brandt
Charlotte Anders kam auf Platz 14 auf der Mitteldstanz der W17 Foto: Katrin Brandt
Laura Laura
Laura Faltejskova fuhr auf 13 beim Sprint der W20 Foto: Charlotte Anders
Laura Faltejskova fuhr auf 13 beim Sprint der W20 Foto: Charlotte Anders
Lucas Lucas
Lukas Wilms beim Sprint in Almeida Foto: Katrin Brandt
Lukas Wilms beim Sprint in Almeida Foto: Katrin Brandt
Husti Husti
Mark Huster beim Massenstart Foto: Charlotte Anders
Mark Huster beim Massenstart Foto: Charlotte Anders

Mehr:
Webseite der EM
Bericht auf der Seite des ESV Dresden

Charlotte Anders , Laura Faltejskova , Linda Brandt und Uwe Röhner
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