OL OL

31. März 1985

Arne Leibuschs Großneffe aufgetaucht

Diese Schlagzeile wird sicher jeden Arne-Leibusch-Fan in hellste Aufregung versetzen! Der Großneffe des legendären Begründers des deutschen ÖL (siehe April-Ausgabe der OL-Nachrichten 1978) lebt mitten unter uns, bzw. nicht ganz, sein Domizil muß hoch im Norden liegen, denn Alfred L. startet für den OK Stavanger, und zwar in H45.

Des harten Winters überdrüssig zog es ihn nach Süden, und so packte er sein Bündel, um beim 2-Tage-OL in Malente zu schauen, wohin die deutsche OL-Welle seit den Pioniertagen seines Großonkels geschwappt ist. Freudiger Stimmung kam Alfred L. an, und richtig warm wurde ihm ums Herz, als ihm die aufmerksamen Organisatoren des TSV Malente seine Kontrollkarte mit Computeraufschrift in die Hand drückten. Wie daheim, dachte er bei sich, Onkel Arnes Saat ist doch aufgegangen, und frohgemut lief er kantippa, kantappa in den Wald hinein. Welch’ schöne, farbige Karte, und vie beschaulich die rot-weißen Schirme hängen, goldrichtig. Da konnte ihm selbst das naßkalte Vetter nichts anhaben. Und wie er so dahinlief und langsam dem Ziel näherkam, da fuhr ihm mit einemmal der Schrecken ins Gemüt. Donnerschlag! „Privatgelände - Betreten verboten!“, und dann so klein, 3x3m, was sind das bloß für Besitzer? 0 Schreck, o Graus, ein Zettel; „Dies ist das andere Loch“ Welches andere? Was mach’ ich nur? Diese blinden Tyskar!

Und so irrte Alfred L. panisch durch den Wald, bis ihn eine mildtätige Hand voller Erbarmen zum richtigen Loch geleitete. Durchnäßt und geknickt schleppte sich Alfred L. ins Ziel, ein flüchtiger Blick auf die Schnellwertung konnte ihn auch nicht mehr aufrichten; 20 Minuten zurückl Voller Mißmut verkrümelte sich Arne Leibuschs Großneffe in eine kleine abgeschiedene Kneipe und goß seinen Kummer mit billigem deutschem Bier herunter.

Und so kam es, daß der (Chef-)Redakteur dieses Magazins selbst Schwerstarbeit leisten mußte, um die gewichtigen Arne-Leibusch-Pokale (6 bzw. 14 kg) an Heidrun und Thorsten zu überreichen.

Doch aller Gram konnte Großneffe Alfred nicht davon abhalten, in die Jagd am zweiten Tag einzusteigen. Und obwohl es ihm diesmal besser erging, Karte und Bahnen noch die des Vortages übertrafen, und obwohl Alfred L. schneidig, schneidig Eberhard Stolzer von TuRa Harksheide abhängen konnte, der verlorene Sohn entwischte alsbald wieder gen Norden, wohl wissend, daß er sonst die schweren Siegerpreise in den Hauptklassen (wiederum an Heidrun und Thorsten) in Gestalt zweier gewaltiger Schinken (9 kg) hätte schleppen müssen. – Ob Alfred L. nächstes Jahr wiederkommt?