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06. April 2022

Antwerpen Sprint Orienteering Meeting

Mehr als 250 Teilnehmende, darunter Nationalteams aus der Schweiz, Finnland, Tschechien, Großbritannien und Frankreich, außerdem noch zahlreiche LäuferInnen weiterer Nationen machten das ASOM zum wahrscheinlich bestbesetzten Wettkampf dieser Saisonvorbereitung. Auch das deutsche Nationalteam nutzte diesen Anlass – als Trainingswettkampf einerseits, als Sichtungslauf für World Games und Weltcup andererseits.

Bereits Freitagabend begann das Wochenende mit einer Sprintstaffel in der Abenddämmerung. Und sogleich wurde den LäuferInnen ein Vorgeschmack darauf geboten, was sie auch im weiteren Verlauf des Wochenendes erwarten würde. Das durch die vielen großen Wohnblöcke geprägte Wiesengelände verlangte ein höchstmögliches Tempo ab, wobei trotzdem anspruchsvolle Routen zu wählen waren. Anders als international üblich liefen in der Sprintstaffel nur ein Herr und eine Dame, jeder zwei Strecken im Wechsel. Die angebotenen Strecken waren dadurch auch kürzer als bei einer Viererstaffel üblich, sodass die Siegerstaffel bereits nach 33:27 Minuten im Ziel war. In der Elitekategorie klassierten sich insgesamt fast 100 Staffeln, wodurch vor allem die Startphase sehr unübersichtlich war. Es gewannen Tobia Pezzati und Paula Gross in einem engen Finale. Bestes deutsches Team wurden Cedric Guthier und Katharina Linke auf Platz 47 mit 8:30 Minuten Rückstand.

Der Samstag in Antwerpen-Linkeroever stand ganz im Zeichen des KO-Sprints. Am Morgen stand eine sehr laufbetonte Qualifikation an. Um mehr Startern die Möglichkeit zu bieten, eine KO-Runde zu erreichen, wurden die sechs Viertelfinalheats jeder Kategorie auf acht statt sechs Starter erweitert. Diese Chance nutzten gleich fünf deutsche LäuferInnen. Susen Lösch und Birte Friedrichs qualifizierten sich bei den Damen, Erik Döhler, Colin Kolbe und Marvin Goericke bei den Herren, wobei sie auch ohne diese Sonderregel weitergekommen wären. Über das Viertelfinale hinaus kam leider keiner von ihnen. Susen scheiterte an der Qualifikation fürs Halbfinale äußerst knapp, erst zum letzten Posten musste sie die von hinten drückende Dänin Caroline Gjotterup passieren lassen und wurde Vierte. Die ersten Drei jedes Heats qualifizierten sich für das Halbfinale. Um die Leistungsdichte und die Erwartungen an die deutschen LäuferInnen richtig einzuordnen, ist dazu zu sagen, dass einige Viertelfinals derart namhaft besetzt waren, dass sie wie ein Finale anmuteten. So scheiterten auch LäuferInnen wie Isia Basset oder Daniel und Martin Hubmann – allesamt ehemalige WM-Medaillengewinner – schon im Viertelfinale.
Gewonnen wurden die KO-Finals schließlich von Matthias Kyburz aus der Schweiz und Megan Carter Davies aus Großbritannien. Vor allem Megan Carter Davies demonstrierte ihre Stärke, indem sie in den Vorrunden die Konkurrenz um zehn Sekunden und mehr distanzierte. Im Finale eröffnete sich erst durch einen Fehler ihrerseits bei einer Routenwahl nach der Arenapassage eine Chance für die Konkurrenz. Deutlich knapper wurde es bei den Herren, wo sämtliche Halbfinals erst im Zielsprint entschieden wurden. Da der Veranstalter verständlicherweise auf aufwendige Zielfototechnik verzichtete, mussten hier sogar – wie beispielsweise aus dem Shorttrack bekannt – Läufer ins Finale weitergesetzt werden.   
Für alle nichtqualifizierten Läufer bot der Veranstalter die Möglichkeit zwei herkömmliche Sprintstrecken zu absolvieren, zeitlich so abgestimmt, dass den KO-Läufen durch ein großes Publikum ein würdiger Rahmen geboten werden konnte.

Das ASOM wurde von einem WRE-Sprint am Sonntagvormittag in Antwerpen-Merksem geschlossen. Ein Wechsel aus Schulgelände, Wohngebiet und Park erwartete die LäuferInnen. Zwischendurch passierten die Strecken auch einen zum Park umgewandelten Friedhof, für einige war es sicherlich ein seltsames Gefühl zwischen den abgesperrten Gräbern hindurch zu navigieren. Die Strecke bot also durchaus technische Herausforderungen, es gab allerdings wenige enge Kurven und viele längere Abschnitte, auf denen Laufen angesagt war. Eine unübersichtliche Arenapassage sorgte für eine wahre Flut an Fehlstempeln. Bester Deutscher war Colin Kolbe auf dem 37. Platz (+1:18). Er zeigte sich aufgrund niedriggehaltener Erwartungen nach seinem Lauf zufrieden, wie einige andere Nationalkaderathleten war auch er im März von einer Corona-Infektion ausgebremst worden. Den Rückstand empfand er jedoch trotzdem als zu deutlich, sodass nach eigener Aussage mit konstantem Training der Abstand zur Spitze bis zur Saison hoffentlich etwas geringer wird. Es folgten Erik Döhler auf Platz 48 (+1:36) und Felix Späth als 51. (+1:39). Birte Friedrichs wurde als beste Deutsche 40. (+2:34), dicht gefolgt von Paula Starke als 41. (+2:45).
Stimmungstechnisches Highlight war sicherlich die Arenapassage und der Zieleinlauf von Lokalmatador Yannick Michiels, der von den anwesenden Belgiern lautstark zu einem zweiten Platz gepeitscht wurde. Es gewannen wie schon am Vortag Megan Carter Davies (16:23 Minuten) bei den Damen und Matthias Kyburz (16:04 Minuten) bei den Herren.

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