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17. Juli 2005

WORLD GAMES - Staffelspannung pur

Mit einem wahrlich packenden Staffelrennen gingen heute für den Orientierungslauf die World Games zu Ende. Reichlich 1000 Zuschauer im Stadion, außerdem viele in der Bottroper Innenstadt und im Park, verfolgten hautnah die rasanten Sprintrennen und die schnellen Führungswechsel. Optimal - unser Team läuft auf Platz 6 ein - Klasse!

Die International Orienteering Federation umfasst inzwischen 66 Nationen. Die 13 besten Staffelteams waren in Bottrop eingeladen und am Start, auch wenn sich Finnland mit seiner zweiten Garde blamierte. Umso erfreulicher ist, dass die deutsche Staffel mit einem 6. Platz eine wirklich bemerkenswerte Leistung bot. Herausragend waren dabei, wie schon am gestrigen Tage beim Einzellauf, Karin Schmalfeld (Schlussläuferin) und Ingo Horst (Startläufer) im vierköpfigen Mix-Team. Ingo Horst bot eine famose Startrunde - absetzen war unmöglich, denn offenbar unterlief niemandem ein größerer Fehler und die Spitze der Startläufer war läuferisch gleichstark. Karin Schmalfeld holte am Ende derart auf, dass sie die Fünftplatzierte Britin Heather Monro (gestern errang sie Bronze) bis auf 7 Sekunden einholte und dabei 40 Sekunden gutmachte. Aber auch Elisa Dresen und Axel Fischer hielten den Kontakt zur Spitze. Axel Fischer wird bestimmt heute Nacht von seinem direkten Rennen gegen den großen Thierry Gueorgiou träumen. Den Sieg erkämpfte das Schweizer Team. Daniel Hubmann und Simone Niggli-Luder machten den Sieg am Ende perfekt. Die Silbermedaille ging nach einem wahnsinnigen Zielspurt mit einer Zehntel Sekunde Vorsprung an die überglücklichen Russen vor Tschechien. Solche Zielsprints waren ganz nach dem Geschack des Publikums, sowohl live vor Ort als auch live im Internet.

Nach den Spielen äußerte sich der Präsident der Internationalen Orientierungslauf Föderation IOF Ake Jacobsson sehr zufrieden mit den Wettkämpfen unseres Verbandes. Es waren absolut faire Kämpfe auf höchstem sportlichem Niveau. Er freute sich mit den deutschen Fans und glaubt mit ihnen, dass Karin Schmalfelds Silbermedaille dem Orientierungslauf in Deutschland weiteren Auftrieb geben wird. Sowohl Karin als auch Ingo kamen in einen regelrechten Interviewstress, wurden ständig von Kameraaugen verfolgt. Nach einer zentralen Pressekonferenz für Karin am morgigen Tage steht danach auch ein Gruß des Bundeskanzlers an. Die Erfahrungen auch der World Games 2005 zeigen, daß der Weg, Orientierungslauf auch in Multisportereignissen zu integrieren, richtig ist. Alle Sportler fanden es unheimlich spannend, Wettkämpfe andere Spielarten des Sports zu besuchen. Oftmals merkten sie dabei, daß ihre wahre Liebe dem grünen Sport gehört. Eine tolle Arbeit lieferten die rund 100 Organisatoren aus Bottrop und deren Helfer ab. Die Läufe waren technisch und organisatorisch perfekt vorbereitet. Wenn man an die angespannten Gesichter, vor allem der Hautverantwortlichen zu Beginn schaute, kann man mindestens nachträglich sagen, sogar mit etwas mehr Gelassenheit wären es tolle Spiele. An den Zuschauerläufen nahmen diesmal leider nur Wenige teil. Aber die, die dabei waren, haben es nicht bereut, natürlich wegen dem Weltklasseorientierungslauf und nicht zuletzt wegen der mitreißenden Sprechercrew. Am Rande: Für Verwirrung sorgte eine Stunde vor dem Rennen ein verschwundener Posten. Der bewachende Reservist der Bundeswehr wußte, daß noch einige Zeit bis zum Start verstreichen wird, schnappte sich den Kontrollposten und kehrte im nahegelegenen Cafe ein. Der Posten stand nach kurzer Konfusion natürlich pünktlich wieder an Ort und Stelle.

World Games, Orienteering Relay (Mixed), Bottrop, 17.07.2005
Men, 5,0 km bird line, 50 climbing meters, 28 Controls
Woman, 4,4 km bird line, 45 climbing meters, 24 Controls

1. Switzerland                           88:39,0
    Matthias Merz              22:12,6
    Lea Müller                 22:57,5
    Daniel Hubmann             21:37,6
    Simone Niggli-Luder        21:51,3
2. Russia                                90:18,8
    Sergey Detkov              22:05,0
    Aliya Sitdikova            22:58,9
    Maxim Davydov              22:18,6
    Tanya Ryabkina             22:56,3
3. Czech Republic                        90:18,9
    Petr Losman                22:11,0
    Marta Sterbova             22:58,1
    Tomas Diabaja              22:10,7
    Dana Brzkova               22:59,1
4. Sweden                                90:34;3
    Johan Näsman               22:10,5
    Camila Berglund            23:25,9
    Martin Johansson           21:42,3
    Lina Bäckström             23:15,6
5. Great Britain                         91:20,0
    Nick Barrable              22:05,3
    Sarah Rollins              22:53,6
    Matthew Crane              23:20,0
    Heather Monro              23:01,1
6. Germany                               91:27,7
    Ingo Horst                 22:06,0
    Elisa Dresen               24:01,1
    Axel Fischer               22:59,1
    Karin Schmalfeld           22:21,5

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