Orientierungssport
Deutschland
DOSV Orientierungssport Deutschland
DOSV Orientierungssport Deutschland Orientierungssport
Deutschland
OL
OL
MTB-O
MTB-O
Ski-OL
Ski-OL
Trail-O
Trail-O
Was ist OL? Geschichte ↗ Historische Unterlagen ↗ Aus- und Fortbildung ↗ Breitensport – Rahmenangebote für Kinder und Erwachsene – Orientierungslauf in der Schule – Festpostennetze und Stadt-OL – Interaktive Angebote mit MapRun – Breitensport-Angebote des DTB OL in der Bundeswehr Förderverein OL Internet-Links ↗ Vereine ↗ Mediencenter ↗ Kartenverzeichnis
Termine Ergebnisse ↗ O-Manager Aktuelles Geländesperren Bundesrangliste OL
Deutsche Meisterschaften
Überblick DM Langdistanz DM Mitteldistanz DM Sprint DM KnockOut-Sprint DM Staffel DM Sprintstaffel
Deutsche Park Tour Jugendländervergleichskampf OL-Weltcup OL-Weltrangliste ↗ Startlizenzen ↗ RouteGadget
Übersicht Elitekader Nachwuchskader Trainer
↗ Allgemeine Dokumente ↗ Wettkampfwesen ↗ Spitzensport ↗ Aus- und Fortbildung ↗ Kartenwesen ↗ Öffentlichkeitsarbeit ↗ Breitensport ↗ Umwelt & Naturschutz ↗ Protokolle Bundestagung
↗ Schwarzes Brett ↗ Forum ↗ Stellenbörse ↗ Umfragen
OL OL

11. Juli 2025

WOC Langdistanz

Strahlende Sieger*in
Strahlende Sieger*innen: Simona Aebersold und Kasper Fosser feiern gemeinsam ihre Titelverteidigung.
Foto: IOF / Kristina Lindgren
Strahlende Sieger*innen: Simona Aebersold und Kasper Fosser feiern gemeinsam ihre Titelverteidigung.
Foto: IOF / Kristina Lindgren

Simona Aebersold (SUI) und Kasper Fosser (NOR) verteidigen ihre Titel über eine hammerharte Langdistanz. Das deutsche Team erläuft erneut ein tolles Teamergebnis mit Ole Hennseler auf Platz 24 als Bestplatziertem.

Ergebnis

Damen

1. Simona Aebersold (SUI) 94:51 Minuten
2. Tove Alexandersson (SWE) +0:09
3. Andrine Benjaminsen (NOR) +2:25

28. Birte Friedrichs +30:25
34. Hanna Müller +37:48

 

Herren

1. Kasper Harlem Fosser (NOR) 97:50 Minuten
2. Martin Regborn (SWE) +2:57
3. Matthias Kyburz (SUI) +3:40

24. Ole Hennseler +24:33
35. Bojan Blumenstein +28:18

 

Mehr als dreizehn Kilometer bei den Damen, mehr als sechzehn waren es bei den Herren. Nicht wenige sprachen im Ziel mit glasigen Augen von einer der härtesten Langdistanzen, die sie jemals gelaufen seien. Warum das so war, fasste der Silbermedaillengewinner Martin Regborn aus Schweden anschaulich zusammen: Man bekam keinen Schritt geschenkt und musste für jeden Meter in dem krautigen, steinigen Gelände arbeiten.

Ole Hennseler hatte zunächst nur ein Wort für seine Zeit im Wald: „Hart“. Mit Platz 24 über die Langdistanz nur einen Tag nach seinem tollen 23. Platz im Mittelfinale sorgte er schon jetzt für seine bisher beste WM der Karriere. Dabei wäre sicherlich noch mehr drin gewesen, denn auf den Routenwahlen ließ Ole deutlich an Zeit liegen, auf denen er zu oft die Direktroute den Umlaufrouten vorzog. „Es war so schlecht belaufbar, das habe ich irgendwie nicht verinnerlicht und dann [auch nach der langen Routenwahl zu Posten 11] immer mal Routen genommen, die von der Karte her gut aussahen, aber im Wald einfach brutal belaufbar waren.“ 
Ähnlich war auch das Fazit von Birte Friedrichs, die als 28. ebenfalls für eine Karrierebestleistung sorgte. „Ganzschön hart. Am Anfang habe ich mich gar nicht so richtig gut gefühlt und man musste die ganze Zeit Wege ballern, ich dachte das wird gar nicht meine Strecke, aber hintenraus hat es richtig Spaß gemacht und wurde anspruchsvoller.“
Hanna Müller als 34. und Bojan Blumenstein auf Platz 35 rundeten eine solide Teamleistung ab.

 

International

An der Spitze spitzte sich das Rennen früh im Rennverlauf bereits auf den Zweikampf zwischen Tove Alexandersson (SWE) und Simona Aebersold (SUI) und damit auf die Frage zu, ob Alexandersson mit dem 23. Weltmeistertitel mit Rekordweltmeisterin Simone Niggli gleichziehen konnte, oder ob Aebersold ihren Titel von vor zwei Jahren verteidigen könnte. Beim Weltcup vor einigen Wochen war die Schwedin noch völlig überlegen gewesen, davon war nun in Finnland nichts zu sehen. Mehr noch: Durch clevere Routenwahlentscheidungen schaffte sich Aebersold schnell ein Polster auf die Schwedin, die im Gelände allerdings etwas schneller unterwegs war. Die Routenwahlen nämlich waren recht fair gelegt: Statt gemäß dem Motto „straight is great“ die Skandinavier*innen übermäßig zu bevorzugen, gab es auf den langen Verbindungen immer auch Umlaufrouten auf Wegen, für die Kontinentaleuropäer*innen traditionell einen besseren Blick haben. Diese waren es auch, die es Aebersold ermöglichten, in Schlagdistanz zur Schwedin zu bleiben: Auf der langen Routenwahl zu Posten 12 umlief sie und lief damit 46 Sekunden auf Alexandersson als nächstschnellste Konkurrentin auf der Direktroute hinaus. Überhaupt wurden drei der vier schnellsten Zeiten auf der Umlaufroute erlaufen. Trotzdem lag die Schweizerin nach zwei Dritteln der Strecke mit 45 Sekunden zurück. Ab dem Zeitpunkt schien auch bei den Führenden spürbar zu werden. Zunächst verfehlten sowohl Aebersold als auch Alexandersson Posten 14 im Flachteil, in dem Auffangen schwer möglich war, anschließend war es an Posten 18 zunächst die Schweizerin Aebersold, die mit einem Schlenker weitere Zeit verlor. Mehr als 90 Sekunden lag die 32-jährige Schwedin in Front, ein derart solides Polster, dass es auf den vergleichsweise einfachen letzten Posten eigentlich nicht mehr schiefgehen konnte. Dann aber suchte Alexandersson just am nächsten Posten. Auf einmal lagen beide fast gleichauf, und als die Schwedin zum nächsten Posten gleich noch eine Unsicherheit offenbarte, geriet das Rennen zu einem Sekundenkrimi mit dem besseren Ende zugunsten Aebersolds. Nach einer schwierigen Saisonvorbereitung mit Verletzungsproblemen im Winter feierte die Schweizerin einen umjubelten Triumph.
Auf Platz drei lief die Norwegerin Andrine Benjaminsen, wie so oft in den letzten Jahren die beste hinter den beiden Überläuferinnen. Ein Fehler zu Posten eins kostete sie vielleicht ein noch besseres Ergebnis, aber sie steckte den frühen Rückschlag gut weg: „Ich erinnerte mich an die Langdistanz vor zwei Jahren, wo ich zum ersten Posten ebenfalls einen Fehler machte, und damals ging es gut für mich aus.“

Ein völlig offenes Rennen war zu erwarten, als die Entscheidung der Herren direkt im Anschluss ans Damenrennen anstand. Würde der Schweizer Matthias Kyburz seine Titelsammlung mit dem fehlenden Langdistanzgold vervollständigen? Konnte Kasper Fosser seinen Titel verteidigen und damit dafür sorgen, dass die norwegische Serie der Langdistanzweltmeister auch nach 10 Jahren nicht riss? Oder könnte ein Schwede den langersehnten Titel gewinnen – der letzte schwedische Weltmeistertitel im Wald bei einem Einzelrennen der Männer liegt 30 Jahre zurück. Die Schweden traten dafür extra mit frischem Aufgebot an – keiner der drei Starter war die Mitteldistanz am Tag zuvor gelaufen.
Bei den Herren, bei denen die physischen Unterschiede an der Spitze oft noch geringer sind als bei den Damen, zeigte sich mehr noch, wie entscheidend die lange Routenwahl sein sollten. Die fünf besten Zeiten der längsten Route wurden allesamt auf der Umlaufroute gelaufen. Mit den Svensk-Brüdern liefen zwei Mitfavoriten direkt – und wurden mit Zeitverlusten von zwei Minuten und mehr bestraft – mehr Zeit, als ihnen schließlich auf die Medaille fehlte. Auch der neugekürte Mitteldistanzweltmeister Eirik Langedal Breivik nahm die direkte Variante – ihn kostete es so viel, dass er später aufgab. So eng es an der Spitze zuging, ein Mann war wieder einmal allen überlegen: Je länger das Rennen ging, desto deutlicher wurde die Führung von Kasper Fosser. Zur Rennhälfte war sie so deutlich, dass er sich sogar eine suboptimale Routenwahlentscheidung zu Posten 13 erlauben konnte, wo er auf der Direktroute 45 Sekunden verlor. Doch damit blieb es bis zum Schluss spannend, denn was auch den besten auf so einer kräftezehrenden Langdistanz passieren kann, hatten Aebersold und Alexandersson im Rennen der Damen zuvor bewiesen. Fosser blieb aber stabil und feierte so einen überlegenen Sieg. Spannend wurde es um die Plätze dahinter, denn lange Zeit lagen Regborn und Kyburz fast gleichauf. Erst auf der letzten längeren Verbindung zu Posten 23 verlor Kyburz entscheidende Sekunden, sodass Emil Svensk noch einmal an einer Medaille schnuppern konnte. Schließlich aber setzte sich Kyburz um wenige Sekunden durch, nachdem er über die Mitteldistanz ebenso knapp gescheitert war – vom letzten Posten vor der Arena hatte er eine bessere Ablaufrichtung gewählt.

Birte Friedrichs Birte Friedrichs
Mit ihrer Leistung muss sich Birte Friedrichs nicht verstecken: Karrierebestergebnis mit Platz 28 über die Langdistanz.
Foto: IOF / Kristina Lindgren
Mit ihrer Leistung muss sich Birte Friedrichs nicht verstecken: Karrierebestergebnis mit Platz 28 über die Langdistanz.
Foto: IOF / Kristina Lindgren
Hanna Müller Hanna Müller
Hanna Müller bei der Langdistanz der Weltmeisterschaften 2025.
Foto: IOF / Kristina Lindgren
Hanna Müller bei der Langdistanz der Weltmeisterschaften 2025.
Foto: IOF / Kristina Lindgren
Bojan Blumenstein Bojan Blumenstein
Bojan Blumenstein kämpft sich nach einer harten Langdistanz ins Ziel.
Foto: IOF / Kristina Lindgren
Bojan Blumenstein kämpft sich nach einer harten Langdistanz ins Ziel.
Foto: IOF / Kristina Lindgren

Mehr:
Ergebnis WOC Langdistanz

Leon Kollenbach
Die Plzen Biennale
Die Plzen Biennale
Voriger Artikel
WOC Staffel
WOC Staffel
Nächster Artikel
Verhaltenskodex
Partner
Förderverein Orientierungslauf

Information zur Werbung
Advertising Information

DOSV
DOSV Orientierungssport Deutschland
DOSV Orientierungssport Deutschland
DOSV
Impressum | Datenschutzhinweise | Kontakt

© 2001-2026 DOSV