28. August 2026
WMOC 2026 in Polen
Die diesjährigen Seniorenweltmeisterschaften fanden vom 07.-14.08.2026 in Rzeszów (Polen) statt. Helmut Conrad gelang in der Klasse H85 ein „Clean Sweep“, er gewann die Goldmedaille in allen drei Wettkampfformaten.
In die Orte Przeworsk und Rzeszów ging es Mitte August zu den Seniorenweltmeisterschaften 2026. Über 2500 Läufer*innen zwischen 35 und 95 aus 21 Nationen nahmen an den Titelkämpfen teil. Das größte Aufgebot mit fast 400 Starter*innen kam aus Schweden, darunter der älteste Teilnehmer dieser Senioren-WM, der 96-jährige Kjell Arne Pettersson. Aus Deutschland gingen 46 Läufer*innen an den Start, darunter auch (ehemalige) Senioren-Weltmeister wie Michael Finkenstädt und Helmut Conrad.
Den Auftakt am ersten Wettkampfwochenende machten traditionell die Sprintwettbewerbe. In Przeworsk stand zunächst eine Qualifikation an. Einige Teilnehmer*innen bedauerten den fehlenden technischen Anspruch, für eine erfolgreiche Qualifikation für das Finale am Folgetag war besonders das hohe Lauftempo gefordert. Zusätzlich war es, nach sintflutartigen Regenfällen beim Modelevent am Vortag, heiß und trocken, was zusätzliche Herausforderung mit sich brachte.
Das Sprintfinale fand in Rzeszów rund 50 Kilometer weiter westlich statt. Diese erste Medaillenentscheidung entpuppte sich zum erfolgreichsten Tag für die deutschen Läufer*innen. Technisch geriet diese Finalbahn deutlich anspruchsvoller, viele Richtungswechsel, eng stehende Posten und einige klug platzierte künstliche Sperren erforderten durchgehende Aufmerksamkeit. Physisch verlangten neben den Temperaturen – inzwischen waren es 10°C mehr als vom Ausrichter prognostiziert – auch die Streckenlängen den Teilnehmenden einiges ab. Diese lagen mehrheitlich im oberen Bereich des Spektrums, sodass die Entscheidung mitunter recht selektiv geriet.
Für den ersten Streich sorgte in diesem Sprint Helmut Conrad, in der H85 sicherte er sich den Titel. Dazu kamen durch Anicó Kulow (D40) und Veronika Lange (D65) als jeweils Zweitplatzierte zwei weitere Medaillen. Insgesamt waren sechs Ehrungsplätze zu feiern.
Nach einem Ruhetag, den viele Läufer*innen für das Waldmodel nutzten, ging es mit der Qualifikation für die beiden Waldfinals weiter. Wer um die Medaillen mitlaufen wollte, musste bereits an diesem Dienstag einen guten Lauf erwischen. Das Gelände war, ähnlich dem Model, ein brandenburgisch anmutender, flacher Wald mit dichtem Wegenetz und eiszeitlich geprägtem Höhenbild. Wechselnde Belaufbarkeit stellte auf den längeren Verbindungen die Läufer*innen vor Routenwahlaufgaben.
Ähnlich präsentierte sich tags darauf das Mitteldistanzfinale – zumindest im Anfangsteil. Zum Ende hin wurden die Läufer*innen durch einen unvorhergesehenen Geländewechsel überrascht: Langgezogene, schmale Felder mit mannshohem Unterbewuchs und schmalen Baumstreifen dazwischen wechselten sich in schneller Folge ab. Ronny Krüger, der als Läufer und Betreuer zugleich vor Ort war, beschrieb die besondere Herausforderung: „Der Bahnleger hatte hier massenweise Posten stehen, die nur mit großer Präzision zu finden waren. Die Schlaufen, Bahnkreuzungen, Richtungswechsel und kurzen Postenabstände sorgten für viel Fehlerpotential. Die Postenstandorte waren zudem durch den hohen Bewuchs erst bei Erreichen zu sehen, was insbesondere für die ersten Läufer zu fragwürdigen Fairnessbedingungen führte. Später Gestartete hatten dann mit der Fülle an Trampelpfaden durch die Felder zu kämpfen. Hinzu kam die Erschöpfung nach dem relativ hohen Lauftempo im ersten Teil, sodass sich viele positionelle Veränderungen im zweiten Teil des Kurses ergaben, die das Resultat in den einzelnen Kategorien bestimmten.“
Helmut Conrad ließ nach der Goldmedaille in der Sprintentscheidung zuvor seine Konkurrenten einmal mehr alt aussehen. Mit nur sechs Sekunden Vorsprung sicherte er sich seinen zweiten Titel dieser Seniorenweltmeisterschaften. Kristin Ritzenthaler (4. D50) und Anicó Kulow (5. D40) sorgten für weitere Podiumsplätze.
Ein ganz anderer Geländetyp erwartete die Teilnehmenden nach einem weiteren Ruhe-/Modeleventtag über die Langdistanz. Das Mittelgebirgsgelände südwestlich von Rzeszów bot ordentlich Höhenmeter, zusätzlich machte eine Vielzahl steiler Gräben und kleiner Tälchen den Startenden sowohl physisch als auch technisch zu schaffen. Hinzu kam krautiger Unterbewuchs und eine dichtere Vegetation im Allgemeinen – im Modelevent fast urwaldartig: Offen auf den langgezogenen Kämmen, mit immer dichterwerdendem Grün, je weiter es hinab in die Täler ging. Ein echter Kämpferwald, wie man vielen Läufer*innen im Ziel ansah. Auch wenn die Temperaturen im Gegensatz zu den ersten Tagen etwas zurückgegangen waren, hatte der Veranstalter mit zwanzig Getränkeposten versucht, für ausreichend Erfrischung auf der Strecke zu sorgen.
Auf dieser Langdistanz sorgte erneut Helmut Conrad mit seinem dritten Titel der Woche für die deutsche Glanzstunde. Hinzu kam eine weitere Podiumsplatzierung mit Platz 4 durch Anicó Kulow in der D40.
Ergebnisse:
Sprint
1. Helmut H85
2. Anico Kulow D40
2. Veronika Lange D65
4. Wiebke Sihver D55
5. Kristin Ritzenthaler D50
5. Beatrix Haenelt D80
Mittel
1. Helmut Conrad H85
4. Kristin Ritzenthaler D50
5. Anico Kulow D40
Lang
1. Helmut Conrad H85
4. Anico Kulow D40
Mehr:
Ergebnis WMOC Sprint - Finale
Ergebnis WMOC Mitteldistanz - Finale
Ergebnis WMOC Langdistanz - Finale
