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18. September 2004

WM Mitteldistanz – Karin auf 11

Es war, wie versprochen, ein harter WM-Kurs in einem schönen Wald nahe des schwedischen Västeras. Die Läufer durften die Konzentration auf die Karte bei höchstem Lauftempo nie verlieren. Unser Team hatte sage und schreibe wieder 4 von 6 möglichen Läufern im Finale - nach dem Debakel im letzten Jahr eine sehr gute Vorstellung im skandinavischen Forst.

Die sehr erfahrene, norwegische Läuferin Hanne Staff, die nach dieser WM, ebenso wie ihr Mann Björnar Valstad, ihre Karriere mit mindestens 11 WM-Medaillen beenden möchte, wird den hohen Ansprüchen des Rennens am besten gerecht. Sie kann die stark laufende Russin Ryabkina aber erst am 14. Posten vom Goldplatz verdrängen. Karin Schalfeld aus Halle a.d.Saale, ist mit Platz 11 definitiv mitten in der Weltspitze. Sie ist auf jeden Fall in der Form für die „Ersten Sechs“, leistete sich bei hohem Starttempo aber gleich am schwierigen, ersten Posten einen Zwei-Minutenfehler. Hier erweist sich Karin wieder als Kämpferin und steckt nicht auf, beißt sich wieder nach vorn, übernimmt Führungsarbeit vor eingeholten Läuferinnen. Weitere kleine Unsicherheiten folgen aber, es scheint, dass die Physis, das Tempo schon stimmen, aber den Orientierungsaufgaben sind die meisten deutschen Topläufer noch nicht gewachsen, noch ... ! Anke Xylander, unsere Läuferin in Stockholm, langte beim Postensuchen gleich drei mal richtig zu. Dass sie dabei immer noch Finalplatz 27 belegt, spricht, ebenso wie bei der Thüringerin Gunda Fischer für ihren Kampfgeist, für ihren Hunger nach OL. Bei den Herren verteidigte der große Franzose Thierry Gueorgiou seinen Titel aus dem letzten Jahr mit einem fehlerfreien Sturmlauf. Dass der Dresdner Tilo Pompe das Finale erreichte, ist in der harten Herrenkonkurrenz eine große Leistung. Wie bei Karin Schmalfeld gingen ihm die Nerven in so einem großen Rennen bereits am ersten Kontrollposten durch, noch ein dicker Fehler in der Mitte des Rennens, bedeuteten am Ende einen zuerst einmal enttäuschenden Platz 43. Tilo blickt jetzt auf die morgige Staffel.

Heute gaben die Trainer Heidrun Finke, Björn-Axel Gran und Gert Schote die Devise aus, auf Tempo, auf Angriff zu laufen. Diese Devise gilt sicher auch für die morgige Staffel. Denn was heute, in einem so komplizierten Terrain noch schief ging, kann bei einer Staffel, bei einem Massenstart auf jeden Fall funktionieren: „das Posten finden“. Und Deutschland ist dieses Jahr wirklich gut aufgestellt. Es lohnt sich wirklich gemeinsam mit 20.000 Internetzuschauern das Rennen morgen live zu verfolgen. Fest steht jetzt schon, einen Tag vor Ende von zwar verregneten aber guten Weltmeisterschaften in Schweden, dass das deutsche Team, unsere Nationalmannschaft gut vorbereitet hier auftritt. Einen gewichtigen Anteil daran hat, neben vielen unermüdlichen Unterstützern der Förderverein Orientierungslauf. Bei den aktuellen Diskussionen um die finanziell aufwändige WM in Japan im nächsten Jahr, wird deutlich wie wichtig diese Unterstützung ist. Nicht unerwähnt sollen die erstmals ausgetragenen Weltmeisterschaften im Trail-O. Hier konnte im Starterfeld aus 18 Nationen, die einzige deutsche Starterin Anne Straube in der offenen Klasse einen 7. Platz belegen. Auch diese Orientierungsdisziplin entwickelt sich, wie der gesamte Orientierungssport, vorwärts.

WM 2004 in Västeras, Mitteldistanz Finale, 18.09.2004, Västeras
Damen, 5260 Meter, 140 Höhenmeter, 16 Posten
 1.Staff, Hanne            Nor 33:03.1
 2.Ryabkina, Tanya         Rus 33:14.9
 3.Jukkola, Heli           Fin 33:30.3
11.Schmalfeld, Karin       Ger 37:27.7
27.Xylander, Anke          Ger 42:44.6
35.Fischer, Gunda          Ger 44:23.2

Herren, 6300 Meter, 170 Höhenmeter, 18 Posten
 1.Gueorgiou, Thierry      Fra 32:45.9
 2.Novikov, Valentin       Rus 33:07.1
 3.Nordberg, Anders        Nor 33:12.3
43.Pompe, Tilo             Ger 45:39.3

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