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26. Oktober 2011

Wettkampfformat Sprint – eine Betrachtung zwischen Gesamtwertung und Öffentlichkeitsarbeit

Der 9.Hallesche Doppelsprint am 23. Oktober war der letzte Wettkampf der Deutschen Park Tour 2011. Auch in diesem Jahr haben das Organisationsteam der Park Tour und die Ausrichter ein abwechslungsreiches Programm in der gesamten Bundesrepublik auf die Beine gestellt. Aber nicht nur die größte Sprint-Serie in Deutschland hat einen besonderen Stellenwert im Orientierungslauf. Das Wettkampfformat Sprint bietet generell zahlreiche Vorteile, die eine Chance für den Sport bieten. Dafür müssen die Rahmenbedingungen stimmen und eingehalten werden.

Karte und Bahn Güstrow zum kleinen Ostsee-OL.
Karte und Bahn Güstrow zum kleinen Ostsee-OL.
Karte und Bahn Güstrow zum kleinen Ostsee-OL.

Insgesamt 18 Läufe beinhaltete die Deutsche Park Tour (DPT) im Jahr 2011. Zahlreiche Berichte sowie die Ergebnisse der Gesamt- und Zwischenwertung auf der Homepage der DPT zeigen die große Bandbreite der Sprint-Orientierungsläufe. Auch regional existieren Sprint-Serien, die sich in einigen Regionen inzwischen etabliert haben. Objektiv betrachtet hat die Organisation eines Sprint-Orientierungslaufes zahlreiche Vorteile:

•	Aufgrund der heutigen Technik können Sprint-Karten relativ schnell und exakt erstellt werden.
  Gutes Ausgangsmaterial wie Orthofotos oder die Deutsche Grundkarte ermöglichen im urbanen Raum
  eine sehr exakte Vorarbeit, ehe im Gelände der letzte Feinschliff erfolgt.
•	Sprint-Orientierungsläufe können in jedem (genehmigten) Areal veranstaltet werden. 
  Die Vielfalt ist daher nahezu unbegrenzt.
•	Neulinge können ohne große OL-Kentnisse beim Sprint mitlaufen.
• Der Aufwand an Personal und Equipment ist geringer als bei einem klassischen OL.
• Die Kosten im Vorfeld sind gering.
• Das Wettkampfzentrum kann (in Abhängigkeit der Art der Sprints) meist einfach gefunden werden.
• Sprint-Orientierungsläufe sind öffentlichkeitswirksam.
• Es existiert Software, mit der theoretisch (und praktisch getestet) eine Person mit minimalem
  Aufwand den Start-, Zielbereich und die Auswertung in Verbindung mit SportIdent vornehmen kann.
• Es treten vermehrt Synergieeffekte auf. Beispiele dafür sind neben der Zusammenarbeit mit
  örtlichen Vereinen das Einbeziehen von lokalen Geschäften oder von Städten und Gemeinden in Agglomerationen 
  oder im (peripheren) ländlichen Raum.
• Sprintkarten können im Nachgang vielfältig weiter genutzt werden (z.B. Schule oder Festpostennetz).

Der Sprint zeigt den OL aus einer anderen Perspektive.
Der Sprint zeigt den OL aus einer anderen Perspektive.
Foto: TV Coburg-Neuses
Der Sprint zeigt den OL aus einer anderen Perspektive.
Foto: TV Coburg-Neuses

Zwei praktische Beispiele bei der Umsetzung von Sprint-Orientierungsläufen sind der kleine Ostsee-OL und die Dresdner Sprint-Serie. Am letzten September-Wochenende veranstaltete das Org-Team rund um Anke und Nils Schmiedeberg in Rostock und Güstrow den kleinen Ostsee-OL. Mit der OL-Karte von Güstrow konnten sich die Teilnehmer über eine meisterschaftswürdige Bahn und Karte freuen. Im sonst eher beschaulichen Güstrow sorgte die Veranstaltung für einiges an Aufsehen. Bei Güstrow-TV kam der Bericht dazu an erster Stelle. Die Dresdner Sprint-Serie ist als Laufreihe ein weiteres Beispiel. Zur Gründung existierten zunächst Startschwierigkeiten. Nun ist die Serie aber kaum mehr aus dem Raum Dresden wegzudenken. Neben der oft hochkarätigen Startliste ist die Serie Anlaufpunkt für Neulinge und Einsteiger, die dort ihre ersten Erfolgserlebnisse sammeln können und damit den Einstieg in den OL vollziehen. Mit einer Teilnehmerzahl von mehr als 100 Läufern unter der Woche hätte zu Beginn wohl keiner der Initiatoren gerechnet. Positiver Nebeneffekt davon ist, dass neben den Waldgebieten im Umfeld inzwischen auch ein Großteil der Dresdner Stadt auf OL-Karten zu belaufen ist.

Karte 5. Lauf der Dresdner Sprint-Serie 2011.
Karte 5. Lauf der Dresdner Sprint-Serie 2011.
Foto: TV Coburg-Neuses
Karte 5. Lauf der Dresdner Sprint-Serie 2011.
Foto: TV Coburg-Neuses

Ein Problem beim Sprint-OL ist aber auf allen Ebenen zu verzeichnen. Da sich die Läufer oft entlang von privaten oder gesperrten Gebieten bewegen, ist das Einhalten der Regeln von elementarer Bedeutung. Das Kennen der Regeln durch die Läufer und die entsprechenden Maßnahmen der Kartenaufnehmer und Bahnleger sind Voraussetzungen. Gleichzeitig sollte jeder Teilnehmer fair genug sein, nicht absichtlich die Regeln zu verletzen. Damit riskiert er kurfristig nicht nur die Disqualifikation, sondern schadet der gesamten Sportart. Das sollte jedem Einzelnen bewusst sein. Egal ob bei einem regionalen Sprint, der DM oder der WM. Die Berichte und Emotionen der einzelnen Teilnehmer gleichen sich fast immer. Das sind genau die emotional vorgetragenen Erlebnisse, von denen die Läufer berichten, nachdem sie mit maximaler Geschwindigkeit und voller Konzentration durch vorher unbekanntes Gelände gelaufen sind.

Mehr:
Homepage Deutsche Parktour
Kleiner Ostsee-OL im Güstrow-TV (Beitrag 30.09.2011)
Impressionen WM-Finale Sprintdistanz im Kanal Orientierungssport

Daniel Härtelt
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