25. Juni 2025
Weltcupauftakt 2025 in Idre
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Drei Entscheidungen wurden beim Weltcupauftakt 2025 vom 18.-22.06. im schwedischen Idre ausgetragen. Das heimische schwedische Team zeigte sich in großen Teilen überlegen. Mit Platz 38 gelang Birte Friedrichs über die Mitteldistanz das beste deutsche Ergebnis in den Weltcuppunkten.
Technisch wie auch physisch höchst anspruchsvolle Wettkämpfe eröffneten die Saison 2025. Es bot sich das „echte“ Skandinavien: Wilde, unberührte Wälder, mal dicht, mal schnell und gut belaufbar. Es gab Anteile von Fjäll, vor allem gab es technische Höchstanforderung und viele, überforderte Suchaktionen. Bei den Rennen ergab sich so Spannung bis zum Schluss, denn auch die Besten waren ohne klare Strategie zu solchen Suchaktionen verdammt. Einmal raus war es leicht das Gelände passend zu reden und umso schwerer sich wieder einzulesen.
Die Wettkämpfe begannen mit einer verkürzten Langdistanz als Qualifikation. In der Art der Bahnlegung eine Langdistanz, in der Länge kaum länger als eine Mitteldistanz, sodass es zu zahlreichen Sekundenentscheidungen um den Einzug ins Finale kam. Die erfolgreiche Qualifikation berechtigte für die A-Final-Teilnahme für die beiden folgenden Einzelwettkämpfe. Für die Mitteldistanz konnten durch Top10-Platzierungen im B-Finale der Langdistanz weitere Startplätze erlaufen werden.
Nach den Langdistanz- und Mitteldistanzfinals wurde abschließend als Teamwettbewerb eine Staffel ausgetragen.
Erstes Ziel für das deutsche Team war, mit möglichst vielen Starter*innen die Qualifikation zu überstehen. Das würde schwer werden, gerade in so speziellem schwedischem Gelände, in dem davon auszugehen war, dass nahezu alle Skandinavier schneller sein würden und damit bereits die Hälfte der Startplätze vergeben war. Gleich zwei deutsche Damen schafften dieses Ziel: Sowohl Ellen Klüser als 18. bei ihrem ersten Weltcupeinsatz, als auch Birte Friedrichs als 19. ihres Heats qualifizierten sich. Für weitere Deutsche im A-Finale über die Langdistanz reichte es, teils durch Verletzungen und Krankheit gebeutelt, nicht. Hanna Müller verpasste die Qualifikation als 21. denkbar knapp, es fehlten 42 Sekunden. Für Ole Hennseler auf Platz 22 seines Heats fehlten sogar derer nur acht.
Die Langdistanz wurde zu einem physisch anspruchsvollen „Brocken“, die technischen Anforderungen machten die Zeit im Wald für einige nicht kürzer. Schon zum zweiten Posten wartete ein fast 20 minütiger Schlag auf die Läufer*innen, der von keiner der möglichen Routen einfach zu bewältigen war. Just dort verlor Birte Friedrichs schon im Anlauf etwas Zeit, konnte diesen Zeitverlust aber in Grenzen halten – andere suchten dort bis zu 30 Minuten. Als 44. erreichte sie die Weltcuppunkte und klassierte sich knapp vor Teamkollegin Ellen Klüser auf Platz 47. Im B-Finale konnte Ole Hennseler sich als 2. nachträglich fürs A-Finale der Mitteldistanz qualifizieren und dabei sogar noch Weltcuppunkte sammeln. Sein Rezept: „Ich hatte das Gefühl gut vorbereitet zu sein und das Gelände sehr gut im Griff zu haben. So wusste ich auch an welchen Stellen ich da Tempo zugunsten präziser Technik reduzieren musste.“ Als 4. im B-Finale der Damen qualifizierte sich Hanna Müller ebenfalls.
Technisch saubere Läufe zu zeigen erwies sich als Erfolgsrezept über die Mitteldistanz. Fehler wie bei der Langdistanz konnten in diesem Gelände ebenso leicht passieren, nun blieb aber keine Zeit, sie auszumerzen.
Als 38. wurde Birte Friedrichs einmal mehr beste Deutsche. Dass sie selbst den Lauf zunächst als schlecht abstempelte, zeigt die physische und technische Form, in der sie sich befindet. Mit ihrem bisher besten Weltcupergebnis wird sie mit Selbstbewusstsein zur WM in drei Wochen fahren und dort auf noch bessere Ergebnisse laufen. Dabei lief die Mitteldistanz zunächst alles andere als optimal: Sie zog sich beim Aufwärmen eine Platzwunde am Kinn zu und lief den Wettkampf notdürftig verarztet. Nach einem kleinen Fehler der daraus resultierenden Unkonzentriertheit wegen gleich zu Beginn konnte sie anders als viele Konkurrentinnen einen weitgehend fehlerfreien Lauf ins Ziel bringen und wurde entsprechend belohnt. Ellen Klüser als 55. und Hanna Müller als 59. rundeten ein gutes Teamergebnis ab. Bei den Herren erreichte Ole Hennseler Platz 51.
Im B-Finale konnten Emma Caspari als 2. und Konstantin Kunckel als 13. gute Resultate vorweisen.
Zur abschließenden Staffel änderte sich das Gelände etwas; es wurde schnell. „Für mich zu schnell“, berichtete Ole Hennseler hinterher, der für die erste Herrenstaffel die Startstrecke lief. Er war gemeinsam mit Konstantin Kunckel und Anton Silier unterwegs. Anton lief als 28. über die Ziellinie, was Platz 16 im Nationenranking bedeutete. Die Damen in der Besetzung Hanna Müller – Ellen Klüser – Birte Friedrichs kamen als 18. (Platz 10 im Nationenranking) ins Ziel.
International
Nachdem alle internationalen Topläufer*innen die Qualifikation überstanden hatten, ging es schon über die Langdistanz heiß zur Sache. Bei den Herren setzte der eigentlich als Sprinter bekannte Finne Tuomas Heikkila die erste Duftmarke. In Sphären Richtung Podest brachte diese der aufstrebende Schwede Viktor Svensk. An seiner Zeit arbeiteten sich Teamkollegen und Konkurrenten ab, er behielt die Nase vorn. Später konnte er sich sogar gegen seinen (noch) bekannteren Bruder Emil durchsetzen und erlief sein erstes Einzelpodest. Der Sieg ging einmal mehr an den König der Langdistanz, Kasper Fosser (NOR), der früh seinen großen Herausforderer bei den Weltmeisterschaften auf dieser Strecke, Matthias Kyburz (SUI), einholte. Letzterer erreichte schließlich den zweiten Platz.
Bei den Damen zeigte sich ähnliches: Spätestens am vierten Posten sah Tove Alexandersson (SWE) ihre Schweizer Konkurrentin Simona Aebersold vor sich, am achten Posten hatten beide auch noch Andrine Benjaminsen und weitere Läuferinnen eingeholt. Dagegen hatten auch Sara Hagström (SWE) und Victoria Haestad Björnstad (NOR) nichts entgegenzusetzen, die beide lange Zeit allein unterwegs waren. Entsprechend gingen die weiteren Podestplätze an Alexanderssons Begleiterinnen.
Auf der Mitteldistanz zeigte sich früh, dass es dort besonders auf fehlerfreie Läufe ankommen würde. So führte für lange Zeit die Dänin Line Cederberg, so lange, dass es zur Karrierebestleistung – man glaubte zwischenzeitlich fast an ein Podium – reichte. Erst die Französin Cecile Calandry löste sie ab und sicherte sich als Podestdebütantin den dritten Platz. Fast hätte es für diese sogar für mehr gereicht, doch sowohl Tove Alexandersson als auch Simona Aebersold erholten sich schnell genug von ihren jeweiligen Fehlern. Für die anderen Mitfavoritinnen waren die Fehler insbesondere zu Posten 8 zu groß: Man konnte beinahe die Uhr nach den nächsten Suchkreiseln im GPS stellen.
Bei den Herren wurde es schnell eine rein schwedische Angelegenheit. Die Franzosen Quentin Moulet, Mathieu Perrin und Lucas Basset konnten noch so zielsicher und überraschend stark laufen, gegen die schwedische Phalanx war kein Kraut gewachsen. Es gewann Max Peter Bejmer, schon über die Langdistanz physisch stark aber zu fehlerhaft, vor Anton Johansson und Gustav Bergman.
Entsprechend vorhersehbar verlief die Staffel der Männer. Schon auf der Startstrecke setzten sich mit Martin Regborn und Viktor Svensk zwei Schweden ab und wurden nie mehr gesehen. Stimmt nur fast, denn Kasper Fosser konnte auf Strecke zwei den Rückstand egalisieren, bevor sich sein Schlussläufer Eirik Langedal Breivik der schwedischen Übermacht geschlagen geben musste. Max Peter Bejmer führte Schweden 1 zum Sieg. Auf den dritten Platz lief – nach einem frühen, gabelungsbedingten Rückstand- das französische Team.
Die Staffel der Damen sollte spannender werden, denn die Schwedinnen traten ohne ihre beiden besten Läuferinnen an, die sich auf die WM vorbereiteten. So übernahm Norwegen mit Ingrid Lundanes und Victoria Haestad Björnstad für lange Zeit das Zepter. Mit rund 40 Sekunden Vorsprung auf die Verfolger aus Finnland, Tschechien und der Schweiz ging es auf die Schlussstrecke. Simona Aebersold konnte mit einer herausragenden Leistung den Rückstand schnell aufholen und setzte sich schließlich sogar um einige Meter ab. Andrine Benjaminsen schaffte es nicht zurückzuschlagen. Den dritten Platz sicherte sich Finnland, die aufgrund der Vorbereitung auf die Heim-WM nur mit der zweiten Garde anreisten.
Bei aller schwedischer Übermacht bleibt ein kleiner Wermutstropfen: Die Wälder rund um Idre sind den Schweden wohlbekannt und werden rege für Trainings und Wettkämpfe genutzt. Zwar wurden sicherlich alle ausgesprochenen Geländesperren eingehalten, allerdings wurden zumindest Teile der Wettkampfkarten in der Vergangenheit bereits derart genutzt, dass dort Training gelaufen wurden, auf denen einige der Verbindungen und Postenstandorte nahezu identisch waren.
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