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21. Juni 2025

Nachruf Hanne-Lore Bruns

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Hanne-Lore Bruns als Ausrichterin bei den Deutschen Staffelmeisterschaften in Döhren 2024.
Foto: Eike Bruns
Hanne-Lore Bruns als Ausrichterin bei den Deutschen Staffelmeisterschaften in Döhren 2024.
Foto: Eike Bruns

Am 17. Juni ist die Vorsitzende des MTK Bad Harzburg im Alter von 90 Jahren verstorben. Mit Hanne-Lore Bruns verliert der deutsche Orientierungssport seine wohl dienstälteste Vereinsvorsitzende. Bis zum letzten Tag hat sie sich für den Sport engagiert und war unter anderem als Gesamtleiterin der größten je in Deutschland ausgetragenen Orientierungslauf-Veranstaltung, den Senioren-Weltmeisterschaften 2012 im Harz, beteiligt.

Geboren wurde Hanne-Lore Bruns am 8. Mai 1935 in Bad Harzburg und entdeckte schon früh ihre Vorliebe für den Sport. Als sich 1949 nach dem Zweiten Weltkrieg die Sportvereine wiedergründeten, trat sie „ihrem“ MTK bei. Dabei machte sie ihre sportliche Karriere gar nicht beim Männer-Turn-Klub, wo sie unter anderem turnte, sondern als Skilangläuferin beim Winter-Sport-Verein Bad Harzburg.

Nach dem Studium in Braunschweig begann 1958 ihre Laufbahn als Lehrerin an der Volksschule (später Hauptschule) im Goslarer Stadtteil Oker, deren Leitung sie als Rektorin ab 1985 bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 2000 übernahm. Als 1961 ihr ältester Sohn Henning geboren wurde, war die Zeit des Sporttreibens durch Beruf und Kind scheinbar endgültig vorbei. So verpasste sie die Phase, in der der MTK Anfang der 60er als einer der ersten Vereine in West-Deutschland Orientierungslauf in sein Programm aufnahm – und zwar nach alter skandinavischer Art als Sommerausgleichssport für Skilanglauf. Doch Kinder wollen Sport treiben und von ihren Eltern unterstützt und gefördert werden. Schnell fand Hanne-Lore Bruns wieder zurück zum Sport, zunächst den eigenen und den Vereinsnachwuchs betreuend, später auch selbst mit Karte und Kompass durch den Wald laufend.

Ausgerechnet als sich die westdeutschen Orientierungsläufer weg vom Skiverband hin zum Turner-Bund wendeten, übernahm sie 1974 die Leitung der Ski- und Orientierungslauf-Abteilung, die sie bis zum letzten Tag inne hatte. 1987 wurde sie zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt, 1997 folgte die Umstrukturierung der Vereinsspitze zu drei gleichberechtigten Vereinsvorsitzenden, sie übernahm den Aufgabenbereich Turnen und Sport, den sie bis zu ihrem Tod wahrnahm.
In dieser Zeit entwickelte sich der MTK unter ihrer Führung zu einem Verein, der zahlreiche OL-Großveranstaltungen ausrichtete. Beginnend mit den Deutschen Staffelmeisterschaften 1999 wurden es bis heute unter anderem ein knappes Dutzend Deutsche Einzel- und Teammeisterschaften im Orientierungslauf und Ski-Orientierungslauf, zwei Junior-European-Cups und eben die Senioren-Weltmeisterschaften, mit 4500 Teilnehmern.

Meist im Hintergrund war sie der feste Eckpfeiler der Organisation. Auch bei den Deutschen Sprintmeisterschaften in diesem April in Clausthal-Zellerfeld leitete sie unbeirrt ihren Aufgabenbereich.

Geschätzt wurde sie für ihre vermittelnde, pragmatische und direkte Art. Sie scheute keine Herausforderung, engagierte sich außerordentlich im Ehrenamt und hielt sich geistig fit – zunächst noch zehn Jahre lang nach ihrer Pensionierung als Lehrerin an einer Privatschule und bis zu ihrem letzten Tag mit ihrem Geschichtsstudium an der Uni Göttingen.

Hanne-Lore Bruns hinterlässt drei Söhne, sieben Enkelkinder und drei Urenkelkinder. Am 17. Juni hat sie ihren letzten Posten gestempelt.

Die Trauerfeier findet am Samstag, 28. Juni, um 11 Uhr in der Lutherkirche Bad Harzburg statt.

 

Eike Bruns
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