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06. Oktober 2018

Weltcup an der Burg Waldstein

Zu einem ganz besonderen Weltcup über die Mitteldistanz hatten die tschechischen Ausrichter am Samstag geladen. Keine 4 Kilometer südöstlich von Turnov führten die Strecken durch das Sandsteinareal im Böhmischen Paradies. Die Tagessieger kamen aus Schweden und Tschechien. Susen Lösch sorgte einmal mehr für das beste deutsche Resultat.

Vielen Sportfanatikern ist das Böhmische Paradies als Kletter- und Wanderhotspot bekannt. Auch die Orientierungsläufer schätzen seit vielen Jahren die Sandsteinfelsen mit ihren ganz besonderen Anforderungen. Zum Weltcup über die Mitteldistanz kamen nun die besten Orientierungsläufer der Welt in diesen ganz speziellen Genuss. Ausgehend von der Burg Waldstein galt es in den Felsformationen jeweils den richtigen Einstieg zum Posten zu finden. Auf den 3,7 und 4,3 km langen Bahnen mussten zudem mindestens 305 bzw. 360 Höhenmeter absolviert werden. Routenwahlen boten sich somit bei längeren Verbindungen an. Die ein oder andere Klettereinlage sowie gelegentliche Schockmomente beim Blick in den Abgrund gab es gratis dazu.

Susen Lösch (USV Jena) lief als bestplatzierte Deutsche auf Rang 30. Nach einem aus eigener Sicht soliden Rennen mit einem Fehler am 6. Posten verhinderte die direkte Routenwahl mit zahlreichen Höhenmetern auf dem Weg zum letzten Kontrollpunkt eine noch bessere Platzierung. Auch Paula Starke (USV TU Dresden) entschied sich zum letzten Posten nicht für die Wegvariante außenrum. Mit Rang 58 in vertrautem Geläuf erzielte die Dresdner Orientierungsläuferin aber ihre bisher beste Einzelplatzierung im Weltcup und war damit sichtlich zufrieden. Dorothea Müller (Post SV Dresden) musste sich nach einem großen Fehler am Anfang des Rennens mit Rang 68 zufrieden geben. Ebenso unzufrieden war Patricia Nieke (USV TU Dresden), die im wohlbekannten Gelände von Anfang an nicht zu ihrem Rennen fand und somit den Wettkampf auf Rang 71 beendete.

Bei den deutschen Herren sorgte Moritz Döllgast (TV Oberbexbach) mit Rang 56 für das beste deutsche Resultat. Nach einer ungünstigen Routenwahl zum zweiten Kontrollpunkt und vielen kleinen Ungenauigkeiten war die kräftezehrende Mitteldistanz auch der letzte Start im Weltcup 2018 für den Nationalläufer. Bis zum 18. Posten war Bjarne Friedrichs (MTV Seesen) zeitlich ähnlich wie Moritz Döllgast unterwegs. Dann wählte der Seesener Orientierungsläufer ähnlich wie Matthias Kretschmar (Post SV Dresden) allerdings zum 19. Kontrollpunkt eine direktere Quervariante mit zahlreichen Höhenmetern. Im Gesamtklassement liefen beide auf die Ränge 64 und 73. Nach mehreren Fehlern blieb Wieland Kundisch (USV TU Dresden) mit Rang 83 weit hinter seinen Möglichkeiten in diesem Terrain. Sprinter Marvin Goericke (Berliner TSC) beendete das Rennen auf Rang 95. Im heimischen Geläuf sammelte Milos Nykodym (Tschechien) einen nach dem nächsten der vor ihm gestarteten Läufer ein und gewann mit klarem Vorsprung vor Andreas Kyburz (Schweiz) und Gernot Ymsen Kerschbaumer (Österreich). Bei den Damen konnte Karolin Ohlsson (Schweden) über ihren ersten Sieg im Weltcup jubeln. Die weiteren Podestplätze gingen an Julia Jakob (Schweiz) und Lina Strand (Schweden). Zum Abschluss der Weltcup-Saison folgt am Sonntag in Mlada Boleslav ein weiterer Sprint.

Ergebnisse

Damen
1. K. Ohlsson		Schweden		38:30 min 2. J. Jakob		Schweiz			39:40 min 3. L. Strand		Schweden 		39:41 min 30. S. Lösch		Deutschland		45:12 min 58. P. Starke		Deutschland		50:00 min 68. D. Müller		Deutschland		53:19 min 71. P. Nieke		Deutschland		53:50 min
Herren
1. M. Nykodym		Tschechien		35:17 min 2. A. Kyburz		Schweiz			36:08 min 3. G. Y. Kerschmbaumer	Österreich		36:34 min 56. M. Döllgast		Deutschland		45:03 min 64. B. Friedrichs	Deutschland		46:13 min 73. M. Kretschmar	Deutschland		47:23 min 83. W. Kundisch		Deutschland		48:43 min 95. M. Goericke		Deutschland		53:32 min

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