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03. November 2002

Weinberg-OL ist Kult- Und das seit 20 Jahren

eine mittelmäßige Karte, technisch leichtes Gelände, kein Wald, keine perfekte Organisation. Dennoch ist er so bekannt wie ein bunter Hund und so beliebt wie nur wenige OLs in Deutschland: Der Saulheimer Weinberg-OL. Am Sonntag fand er zum 20. Mal statt.

Aber was ist es, was den Lauf mit der fast gleichen Strecke jedes Jahr so beliebt macht, daß sogar der Vorsitzende des technischen Komitees OL, Hans Breckle, in einem OLI-Vorwort meint, wir bräuchten mehr von solchen Läufen? Und warum können die Saulheimer fast jedes Jahr mit steigenden Teilnehmerzahlen rechnen, wo doch terminlich ihr OL auch nicht gerade auf der Sonnenseite liegt? "Es sind vor allem sicher die Preise, die es sonst bei fast keinem anderen OL in Deutschland gibt", meint stolz Günther Kreft, Cheforganisator des Kult-OLs. 3 Flaschen Wein für den Sieger, zwei für den Zeitplatzierten und eine für den dritten. Deshalb sollen OLer sogar aus Chemnitz oder aus Braunschweig den weiten Weg machen? "Nein, es ist die Atmosphäre", meinen die Läufer. Diese besondere Stimmung kann man schon am Abend vor dem Lauf spüren, wenn bei urgemütlicher Atmosphäre bei der immer ausgebuchten "kulinarischen Weinprobe" bei einem 7-Gänge-Menü 14 Weine "probiert" werden. Die einen feiern den Saisonausklang, die anderen den Wiedereinstieg ins Wintertraining

Übernachtungen? Die Chemnitzer übernachten traditionell beim Chef zu Hause, ist mal "Not am Mann" wie bei den Alsbachern, so wird mit einem privaten Wohnwagen ausgeholfen. Der Lauftag: Eine entspannte, freundliche und lockere Atmospäre, obwohl es neben den vielgerühmten Flaschen Wein für einige auch um noch mehr geht: Den Gewinn des Weinberg-Cups, zu dem sich noch mehr dieser verrückten rheinhessischen Laufveranstaltungen zusammengeschlossen haben und wo man noch mehr Flaschen Wein oder manchmal auch andere Sachpreise gewinnen kann. Vielleicht sind auch die zahlreichen Wanderer und OL-Neueinsteiger Schuld an der lockeren Atmposhäre, wenn sie mit großen Augen auf die präparierten Kontrollkarten der Profis starren und sich über die seltsamen Zeichen darauf wundern. Und fragen, fragen und fragen.

Dieses Jahr hatte man sich etwas besonderes einfallen lassen, um den Lauf auch o-technisch ein wenig interessanter zu machen nach 20 Jahren im selben Gelände: Die Läufer wurden mit Bussen an den Start gefahren, dahin, wo die kürzeren Bahnen noch nie waren. Und wo das Gelände interessanter ist. Und auch das Wetter meinte es dieses Jahr wirklich gut: 20 Grad und Sonne, da machte auch der Matsch der Regenwochen vorher nix. " Der gehört genauso dazu wie der Wein!" Aha. Vielleicht ist ja das das Erfolgsrezept

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