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18. Juni 2025

Vorschau: Weltcup #1 Idre

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Kartenausschnitt des Weltcups 2021 in Idre.
Kartenausschnitt des Weltcups 2021 in Idre.

Es geht los! Mit dem ersten Weltcup im schwedischen Idre startet die internationale Saison so spät wie lange nicht. Am heutigen Mittwoch steht die Qualifikation an. Beim Wald-Weltcup folgen Langdistanz, Mitteldistanz und Staffel.

Viele mögen sich vielleicht noch an den Weltcup vor vier Jahren an gleicher Stelle erinnern, der für einige bleibende Erinnerungen sorgte. Nicht nur für Skifahrer*innen fahren alljährlich ins schwedische Idre Fjäll, auch für Orientierungsläufer*innen ist das Gelände besonders. Flache, diffuse, sumpfige Gebiete laden zu Suchaktionen ein, wenn man technisch nicht höchstpräzise ist – vor vier Jahren ging es in ein besonders anspruchsvolles Gebiet mit dem Taufnamen „Bermudadreieck“. Auch in diesem Jahr liegt es wieder im Gebiet der Geländesperre. Steile Anstiege sorgen für physische Härte und fordern Kampfeswillen. 

 

Team Deutschland in der Vorbereitung

Bereits seit zwei Wochen befindet sich das Team in Skandinavien. In zahlreichen Trainings rund um Kuopio ging es zwar primär um die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften, die tiefen Böden sind für die meisten skandinavischen Gelände relevant und auch technische Aspekte lassen sich aus dem finnischen Wald nach Schweden übertragen. Mit den internationalen Testraces vor zwei und der Jukola in der vergangenen Woche wurden bereits einige Wettkampfkilometer gesammelt. Nun steht die finale Standortbestimmung vor den Weltmeisterschaften an. Sich ein letztes Mal den Trainern für einen WM-Einsatz empfehlen, mögliche Defizite erkennen und in der verbleibenden Zeit ausmerzen, dazu natürlich bestmögliche Ergebnisse erlaufen, das sind die Ziele für diese Woche.

 

Das Programm

Auf dem Programm stehen drei Waldentscheidungen. Mitteldistanz, Langdistanz und Staffel. Da für diesen Weltcup für jede Nation 9 Startplätze zur Verfügung stehen, wird das Feld in zwei Finals aufgeteilt. Wer im A-Finale starten will, muss die heutige Qualifikation über eine verkürzte Langdistanz in den Top 20 überstehen. Die Qualifikation gilt sowohl über die Langdistanz als auch über die Mitteldistanz, wobei die 10 Bestplatzierten des Langdistanz B-Finals einen Startplatz im A-Finale der Mitteldistanz erhalten.

 Mittwoch, 18.06. ab 11 Uhr – Qualifikation verkürzte Langdistanz
Donnerstag, 19.06. ab 13:05 Uhr – Langdistanz A-Finale
Samstag, 21.06. ab 14:40 Uhr – Mitteldistanz A-Finale
Sonntag, 22.06. ab 11:00 Uhr – Staffel

 

Ziele für Team Deutschland

Für das deutsche Team geht es zunächst um die Qualifikation für die A-Finals. Angestrebtes Ziel ist ein Platz unter den Top 40, auch wenn Weltcuppunkte seit diesem Jahr sogar für die ersten 50 vergeben werden. Dabei wird es besonders auf die Teamleader ankommen, die bereits bei den Testläufen gute Ergebnisse liefern konnten. Ole Hennseler ist gut in Form, bei den Testläufen konnte er beispielsweise die Mitteldistanz mit nur vier Minuten Rückstand auf die Spitze beenden. Hanna Müller ist nach abgeschlossener Promotion im Frühjahr aktuell „Vollprofi“ und konnte bei der Venla auf ihrer Strecke eine gleichwertige Leistung abliefern. Daneben sind aber auch einige Neulinge im Einsatz: Ellen Klüser sowie Tobias und Florian Nagel kommen zu ihren ersten Weltcupeinsätzen.

 

Weltcup verfolgen!

Wie seit einigen Jahren üblich wird es für den Weltcup eine TV-Übertragung durch das IOF geben. Für 25€ für alle Wettkämpfe oder 9€ pro Event könnt ihr euren liebsten Kommentatoren zuhören (Kathrine Beth & Jonas Merz in der englischen, Philipp Sauter & Lukas Deininger in der deutschen Übertragung) und vor dem Fernseher das Team unterstützen. Auch Liveresultate und GPS-Tracking wird es geben, wobei Letzteres leider nur in abgespecktem Umfang für die besten 30 Läufer*innen zum Einsatz kommt - etwas traurig für alle jenseits der Weltspitze, da man so die eigenen Läufer*innen wohl gar nicht verfolgen kann. Andere Veranstalter schaffen es, vollständige Startfelder mit GPS auszustatten - siehe JWOC oder EM in Ungarn.

 

Favorit*innen international

Die Favoritenrollen auf internationaler Bühne sind klar vergeben, den heimischen Skandinaviern kommt dabei die größte Rolle zu. Es sind die bekannten Namen, die um die Siege kämpfen werden.

Klare Favoritin bei den Damen ist einmal mehr die Schwedin Tove Alexandersson. Bei der Venla lief sie auf der Schlussstrecke eine überragende Zeit mit mehr als 3:30 Minuten Vorsprung, als es für ihr Team nur noch um eine Platzierung um die Top20 ging, während andere um die Medaillen kämpfte. Ein Vergleich bei den Testrennen ist leider nicht möglich – die Schweden trugen ihre Testläufe bereits drei Wochen vor allen anderen im gleichen, embargobelegten Gebiet bei Kuopio aus – eine etwas fragwürdige Sonderbehandlung der sowieso favorisierten Skandinavier. Gut in Form ist auch Simona Aebersold (SUI), die bei den Testrennen in Kuopio ihre Strecke jeweils mit deutlichen Vorsprung gewann. Größte Herausforderinnen dieser beiden sind Andrine Benjaminsen (NOR) und Sanna Fast (SWE). Sara Hagström (SWE) ist nach überstandener Rückenverletzung in guter Form zurück und wird insbesondere über die Mitteldistanz angreifen. Für eine Überraschung könnte Victoria Haestad Björnstad (NOR) sorgen, die schon die Mitteldistanzqualifikation überraschend vor ihrer Teamkollegin gewann. Nicht am Start ist Hanna Lundberg, vor vier Jahren als Neunzehnjährige Überraschungssiegerin über die Mitteldistanz.

Bei den Herren ist das Favoritenfeld traditionell noch breiter. Für Matthias Kyburz (SUI) ist der Weltcup Zwischenstation auf dem Weg, den einzigen Titel zu gewinnen, der ihm bisher verwehrt blieb: WM-Gold über die Langdistanz. Die Qualifikationsläufe in Kuopio gewann er beide, auch wenn jeweils der Vergleich mit den anderen Topnationen fehlte. Diesen gab es bei der Jukola – mit herausragender Leistung auf Strecke zwei. Auf Langdistanzen natürlich immer Siegkandidat Nummer eins ist der amtierende Weltmeister Kasper Fosser (NOR). Ähnliches wie für Kyburz gilt auch für ihn: Bei den Testläufen gewann er seine Bahn, auf der umkämpften Schlussstrecke der Jukola reichte es zu Platz zwei. Mit Eirik Langedal Breivik – norwegian thunder on two legs, wie der internationale „Orienteerpod“ ihn jüngst taufte – steht auch der amtierende Europameister über die Mitteldistanz am Start, der sich fast auf Augenhöhe mit Fosser präsentierte. Sein Frühjahr wird für ausreichend Selbstbewusstsein sorgen: Als Schlussläufer hatte er erheblichen Anteil an dem Überraschungssieg von NTNUI an der 10Mila. Für die Schweden, allen voran Emil Svensk und dem „Big Boss Man“ Gustav Bergman (Zitat „Orienteerpod“), bleibt nur die Herausfordererrolle.

Mehr:
Weltcup verfolgen auf IOF Live
IOF-TV
Liveresultate Qualifikation
GPS auf GPSseuranta
Veranstalterwebsite OWC Idre Fjäll

Leon Kollenbach
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