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16. August 2024

Vorschau: EOC 2024

Vorschaubild
Ole Hennseler qualifiziert sich als 15. für das Mitteldistanzfinale am Samstag.
Foto: Eszter Kocsik
Ole Hennseler qualifiziert sich als 15. für das Mitteldistanzfinale am Samstag.
Foto: Eszter Kocsik

Hitze, Sonne, steile Hänge und ein sehr schneller Wald – das erwartet die Teilnehmer*innen an den Europameisterschaften im ungarischen Mór. Und… richtig – es sind Europameisterschaften – jede Nation darf erheblich mehr Teilnehmer*innen stellen als zu den Weltmeisterschaften: Extrem knappe Zeitabstände, darauf kann man sich auch einstellen.

Das Team

Damen

Emma Caspari
Birte Friedrichs
Julia Fritz
Hanna Müller
Patricia Nieke
Lone Pompe

 

Herren

Bojan Blumenstein
Ole Hennseler
Konstantin Kunckel (nur Mittel und Lang)
Timon Lorenz (nur Lang und Staffel)
Anselm Reichenbach
Anton Silier (nur Mittel und Staffel)
Felix Späth

Aus Deutschland fuhr bereits am Dienstag ein zwölfköpfiges Team zu den Wettkämpfen. Betreut werden sie von den Trainern Thomas Meier und Josef Neumann. Das Team selbst ist sehr heterogen. Während die erfahrenen Athleten nach einer intensiven Vorbereitung im Trainingslager nach Ostern, sowie rund um die Qualiläufe vor zwei Wochen um Platzierungen in den Top40 laufen wollen, geht es für die Jüngeren darum, Erfahrung zu sammeln und sich auf höchstem Niveau zu beweisen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Mitteldistanz und der Staffel, denn diese sind für die World-Games-Qualifikation wichtig.

 

Das Programm

Freitag, 16.08. – ab 9:00 Uhr – Mittel Qualifikation
Samstag, 17.08. – ab 14:00 Uhr – Mittel Finale
Sonntag, 18.08. – ab 14 Uhr – Langdistanz
Dienstag, 20.08. – ab 14 Uhr – Staffel

 

Gelände & Wetter

Das Gelände wird geprägt von offenem und gut belaufbarem Wald, welcher von diffusen Lichtungen und offenen Abschnitten durchsetzt ist. Es wird besonders auf die Kompassarbeit ankommen, um keine Extrameter zu machen. Wo möglich, können auch die Höhenstrukturen helfen. Flach ist das Gelände eher selten. Ständig geht es bergauf oder bergab, mitunter sehr steil. Auch der Boden, meist lose Erde oder Geröll, macht es nicht leicht, dort voranzukommen, in den steilen Abschnitten können auch „die Skiabfahrtskills ausgepackt werden“.

Eine besondere Herausforderung wird auch das Wetter. Bei Anreise kletterte das Thermometer auf absurde 40,5°C. In den kommenden Tagen wird es etwas kühler, „nur“ bis zu 33°C werden zur Langdistanz erwartet. Dazu regnet oder gewittert es – hoffentlich bleiben die Bedingungen für alle Starter*innen fair. Das Team stellte sich mit besonderen Maßnahmen auf die Temperaturen ein, nachdem sie bei den Qualiläufen vor zwei Wochen noch zu kämpfen hatten: Trainiert wurde trotz auch in der Heimat sommerlichen Temperaturen in Regenjacke oder Rolli.

 

Mittel-Qualifikation

Mit der Mittelqualifikation liegt der erste Wettkampf bereits hinter den Athlet*innen. Wie erwartet wurde es eng. Für Deutschland qualifizierten sich Ole Hennseler (15.) und Hanna Müller (16.) jeweils fürs Finale. Ole erzählte von einem sicheren und kontrollierten Lauf. Im Gelände sah er immer wieder den Schweden Viktor Svensk, sodass er eine gute Orientierung hatte, wie sein Tempo war. Mit 45 Sekunden hatte Ole am Ende sogar noch etwas Puffer auf Platz 20, der letzte Platz der für eine Finalteilnahme gereicht hätte. Für Hanna wurde ihr Vorlauf schnell wieder zu einem „Alles-oder-Nichts“-Rennen. Den ersten Posten verfehlte sie mit dem Kompass und kreiste ihn etwa zwei Minuten ein. Danach lief es gut, sodass es auch für sie reichte.
Für die anderen deutschen war nach dem Vorlauf leider Schluss. Dabei gab es – wie bereits erwähnt – absurd knappe Zeitabstände. Bojan Blumenstein verpasste das Finale als 26. platzierungsmäßig recht deutlich. Auch wenn die Mitteldistanz mit knapp 25 Minuten Siegerzeit kürzer als üblich war – 2:36 Minuten Rückstand auf den Heatsieger sind eine wirklich gute Leistung. Dass so ein geringer Rückstand nicht fürs Finale (+2:12 Minuten) reicht, zeigt, wie hoch das internationale Niveau aktuell ist. Knapp am Finale vorbei lief auch Anselm Reichenbach, dem als 24. nur 28 Sekunden fehlten. Wirklich gut lief auch Juniorin Lone Pompe. Sie hatte das Glück, dass sie schnell von der starken Französin Cecile Calandry aufgelaufen wurde und für einige Posten von ihr profitieren konnte. Als die Französin gegen Ende zu schnell war, wurde es zu einem Kampf gegen die Uhr, der für Lone knapp verloren ging.

Im Favorit*innenfeld passierte dadurch, dass die Top20 sich fürs Finale qualifizierten, nichts Außergewöhnliches. Im Damenfeld fiel einzig Ingrid Lundanes (NOR) durch einen Fehlstempel aus der Wertung, die ansonsten wohl eine Top10-Kandidatin gewesen wäre. Bei den Herren schaffte der junge Ungar Zoltan Bujdoso, Juniorenweltmeister auf der Mitteldistanz von 2022, überraschend die Qualifikation nicht.
Die Topfavorit*innen dagegen hatten auf den letzten Posten teils sogar die Zeit, etwas Tempo rauszunehmen. Nicht alle – Simona Aebersold bei den Damen gewann ihren Heat überlegen mit 1:40 Minuten Vorsprung. Beeindruckend übermächtig qualifizierten sich die Schweden und Schwedinnen: 19 von 19 Läufer*innen schafften es ins Finale. Auch die Schweiz muss sich kaum verstecken: 16 von 17 hieß es für sie. Es ist nicht verwunderlich, dass die Qualifikation für andere Nationen umso schwerer wird, wenn knapp 1/3 des Feldes sowohl bei Herren als auch bei den Damen von diesen beiden Nationen allein gestellt wird.

Live!

Wie immer zu Weltcups oder internationalen Meisterschaften bietet die IOF ein umfangreiches Programm an. Es gibt Liveresultate, GPS und eine umfassende Übertragung im Livestream. Ab 14 Uhr geht’s am morgigen Samstag los, Ole und Hanna sind mit dabei, also einschalten und anfeuern!

Mehr:
EOC 2024 auf IOF Live!

Leon Kollenbach
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