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03. Oktober 2024

Vorschau: DM Lang

Vorschaubild
Bahnleger der DM Lang, Markus Grätsch, in den Felsen des Wettkampfgebiets
Foto: USV TU Dresden
Bahnleger der DM Lang, Markus Grätsch, in den Felsen des Wettkampfgebiets
Foto: USV TU Dresden

Zur finalen Deutschen Meisterschaftsentscheidung geht es am kommenden Wochenende nun schon zum dritten Mal in diesem Jahr nach Sachsen. Die Ausrichter des USV TU Dresden haben die DM Lang-OL und den D-Cup wie schon 2022 in ein Mehrtage-OL-Programm unter dem Titel "Saxonia-O-Festival" eingebettet.

Dass die günstige Konstellation aus Nationalfeiertag, Brückentag und attraktivem Sandsteingelände viele Teilnehmer*innen anlocken würde, hatte man seitens der Organisation zwar gehofft, die tatsächlichen Meldezahlen konnten dann aber doch die die Erwartungen nochmals deutlich übertreffen.

Den Auftakt am heutigen Tag der Deutschen Einheit bildet gleich ein Novum: der wahrscheinlich erste Indoor-OL auf nationaler Ebene! Das Interesse scheint angesichts der rund 580 Meldungen groß, trotzdem es für viele wohl der erste OL dieser Art sein wird. Der 1907 erbaute und zunächst als Gericht und Gefängnis genutzte Georg-Schumann-Bau im Herzen des Dresdner Uni-Campus bildet mit seine sieben Etagen, mehreren Zwischenebenen und unterschiedlichsten Treppenhäusern das nach skandinavischem Vorbild kartierte Spielfeld, das durch künstliche Sperren und Einbahnstraßen zusätzlich noch o-technisch aufgewertet wird. Ob mancher bei der Wahl aus insgesamt neun Laufkategorien unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade eventuell etwas zu optimistisch war, können nur die einzelnen Läufer*innen in der Nachbetrachtung resümieren.

Am Brückentag geht es zur zweiten Etappe des Saxonia-O-Festivals bereits in die Sächsische Schweiz. Direkt am Rand des Nationalparks thront die kleine Stadt Hohnstein mit ihrer markanten, mittelalterlichen Burg. Der Wechsel aus moderner und historischer Bebauung sowie flachen und steileren Abschnitten durch teils verwinkelte Gassen verspricht interessante Sprintbahnen.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Elbtals in Nikolsdorf bei Königstein findet am Samstag der eigentliche Saisonhöhepunkt statt: Die DM Lang-OL.
Wer schon ab und zu in Tschechien OL gemacht hat, weiß die hohe Qualität der dortigen Karten gerade im Sandsteingelände sicher zu schätzen. Um das Gebiet der Nikolsdorfer Wände meisterschaftstauglich sowohl detailliert als auch lesbar abzubilden, wurden vom USV TU Dresden extra das erfahrene Kartenaufnehmer-Trio Jan Drbal, Zdeněk Sokolář und Jiří Vištejn engagiert, die sich auch für die Karten der WM-Langdistanz von 2021 im tschechischen Kokořin verantwortlich zeichnen.
Das Wettkampfgebiet zur DM ist geprägt von Sandsteinformationen und moderaten Tälern. Der Wald besteht überwiegend aus Nadelholzbeständen. Im Zentrum der Karte werden die Ebenen der Gipfelflächen in alle Richtungen von langen Felsbändern, teilweise in Kombination mit Blockhalden, klar begrenzt. Im gesamten Gelände sind sämtliche Wände mit Passagen bis hin zu tunnelartigen Höhlen durchzogen. Die Höhe der Felsbänder beträgt meistens 5 bis 10 m, maximal 20 m. Die Laufgeschwindigkeit variiert deutlich. Im Bereich der Felsen ist häufig ein hohes Tempo möglich. Steinfelder existieren kaum. Abseits davon gibt es zum Teil große Flächen mit stark eingeschränkter Laufgeschwindigkeit durch Gehölzverjüngung und krautige (Farn-)Vegetation. Kahlschläge sind selten, das Wegenetz ist dagegen dicht und unregelmäßig.
Angesichts der über 940 Meldungen werden alle Altersklassen gut besetzt sein. Durch die Klassifizierung der DM als World Ranking Event sowie die Nähe zu den östlichen Nachbarländern sind erfreulicherweise auch einige Meldungen aus Polen, Tschechien, der Schweiz und Skandinavien zu verzeichnen.
Eine Woche nach dem Weltcupabschluss steht bei der DM auch das Nationalteam zu großen Teilen am Start. Auch wenn sie durch ein Trainingslager im Vorfeld wohl mit etwas Vorerschöpfung an den Start gehen werden, rekrutieren sich die Favorit*innen aus diesen Kreisen. Bei den Herren ist wohl Ole Hennseler (MTV Seesen) der Topfavorit. Auch Bojan Blumenstein (OSC Kassel) und der in Deutschland lebende Neuseeländer Toby Scott (OLV Steinberg) werden ein gewichtiges Wörtchen im Kampf um die Goldmedaille mitreden. Chancen auf eine Medaille hat auch Riccardo Casanova (OLG Regensburg) und die weiteren Kaderathleten. Mit Außenseiterchancen aus dem Kreise der Nichtkader-Athleten geht Lucas Imbsweiler (TV Oberbexbach) an den Start.
In der Damenelite wird das Favoritinnentrio des Nationalkaders aus Hanna Müller (Gundelfinger TS), Birte Friedrichs (MTV Seesen) und Lokalmatadorin Patricia Nieke (USV TU Dresden) durch die langjährige Kaderathletin Susen Lösch (USV Jena) ergänzt.
Das diesjährige Starterfeld dürfte eines der stärksten bei einer DM Lang in den letzten Jahren sein. Durch Sven Hellmüller (SUI) und Fryderyk Pryjma (POL) sind auch internationale Starter im Feld der Männer vertreten. Bei den Damen wird es spannend sein zu sehen, wie Emma Louise Arnesen (NOR) sich gegen unsere Nationalläuferinnen behauptet. Auch in anderen Altersklassen sind internationale Starter*innen dabei, am prominentesten wohl die deutsch-schwedisch-norwegische Familie Wingstedt.

Zum Abschluss der vier Tage wird am Sonntag der Deutschland-Cup für Spannung sorgen. Start und Ziel sind am erst kürzlich eingeweihten Walderlebniszentrum des Nationalparks, das das gesamte Wochenende als Wettkampfzentrum dient. Die Staffeln dürfen sich wie schon am Vortag in den Felsgärten der Nikolsdorfer Wände austoben. Vom Veranstalter wurde extra eine Online-Läuferbörse eingerichtet, damit auch Einzelläufer aus dem In- und Ausland sich zu Teams zusammenschließen und am Staffelerlebnis teilhaben können. Die Titelverteidiger kommen vom SV Robotron Dresden. Auch in diesem Jahr dürften sie, neben den anderen Dresdener Vereinen, wieder ein starkes Team am Start haben.

Burg Hohnstein Burg Hohnstein
Die Burg Hohnstein, Ort des DPT-Sprints im Vorfeld der DM Lang
Foto: Achim Meurer-Hujer
Die Burg Hohnstein, Ort des DPT-Sprints im Vorfeld der DM Lang
Foto: Achim Meurer-Hujer
Felspassage an den Nikolsdorfer Wänden Felspassage an den Nikolsdorfer Wänden
Beispiel einer Felspassage an den Nikolsdorfer Wänden
Foto: USV TU Dresden
Beispiel einer Felspassage an den Nikolsdorfer Wänden
Foto: USV TU Dresden

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