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03. Oktober 2025

Vorschau: DM Lang

Vorschaubild
Blick über die Rauener Berge auf den Scharmützelsee.
Foto: Veranstalter
Blick über die Rauener Berge auf den Scharmützelsee.
Foto: Veranstalter

Es geht Schlag auf Schlag: Nur eine Woche nach der DM Staffel steht mit der DM Lang der nationale Saisonabschluss auf dem Programm. Auch wenn das Wettkampfzentrum an den Markgrafensteinen liegt, so steinig wie in der Vorwoche wird es nicht werden. 

Das Programm

Am Tag der Deutschen Einheit geht es los. Ein BRL Sprint zum Auftakt lädt zum intensiven Beinelockern und Punktesammeln ein. In Bad Saarow, direkt am Ufer des Scharmützelsees, steigt der Wochenendauftakt. Das Gelände bietet einen Wechsel aus Wohngebieten und den Parkflächen des ostbrandenburgischen Kurorts.
Die deutsche Meisterschaft Langdistanz am Samstag bildet den Zentralwettkampf des Wochenendes. An den Markgrafensteinen, den größten Findlingen in ganz Brandenburg, befindet sich das WKZ, in den Rauener Bergen rund herum wird in erstaunlich hügeligem Gelände gelaufen. 80 Höhenmeter liegen zwischen niedrigstem und höchstem Punkt im Wettkampfgelände. Feingliedrige Höhenstrukturen erfordern gute Kartenarbeit, ein unsymmetrisches, wenn auch dichtes Wegenetz bietet Raum für Routenwahlen.
Im gleichen Gebiet endet die Saison traditionsgemäß mit dem Deutschland-Cup, der Vereinsstaffel-Meisterschaft. Erstmals mit neuer 14-Punkte-Regel wird der Verein gesucht, der über verschiedene Altersklassen das beste Team zusammenstellen kann.

Als Rahmenprogramm steht am Samstag die Siegerehrung samt anschließender Party im Bürgerhaus Rauen an. Neben der DM wird dort auch die Gesamtwertung der Bundesrangliste geehrt, außerdem verleiht der Förderverein auch in diesem Jahr seinen Wanderpokal. Wir freuen uns auf viele Zuschauer*innen und besonders auf gut gefüllte Podien.

 

Und die Favorit*innen?

Besonders stark ist in diesem Jahr die Damen Elite besetzt. Nahezu alle Bundeskaderathletinnen sind in den Nordosten gereist, um den Deutschen Meistertitel über die Langdistanz zu erlaufen. Eine Favoritin ist schwer auszumachen. Hanna Müller ist in starker physischer Form, besonders im Wald. Auch Patricia Nieke konnte zuletzt in Tschechien mit Platz 6 bei den dortigen Langmeisterschaften auf sich aufmerksam machen, auch wenn ein Infekt sie zuletzt ausbremste. Zur DM Lang ist auch Susen Lösch fast immer in guter Form. Dazu kommen die BRL-Führende Birte Friedrichs und DM Mittel-Siegerin Paula Starke. Und weil die DM gleichzeitig ein WRE ist, kommt auch internationale Konkurrenz hinzu, die aber natürlich nicht in die DM-Wertung eingeht: Aus Norwegen ist Emma Louise Arnesen angereist, die schon im letzten Jahr in der Damen Elite die Bestzeit setzen konnte. Eine Notiz am Rande: Der USV TU Dresden stellt beinahe das halbe Starterfeld - #DamenEliteVerein.

Der DM-Titel dürfte nicht vergeben werden, ohne dass Toby Scott ein gewichtiges Wörtchen mitzureden hat. In diesem Jahr konnte er schon alle drei BRL für sich entscheiden, bei denen er antrat. Mit Ole Hennseler und Bojan Blumenstein sind die beiden besten deutschen Wald-OLer der letzten Jahre am Start, auch wenn der Herrenbundeskader ansonsten nicht so zahlreich wie im Jahr zuvor vertreten ist. Sie müssen sich gegen die jüngere Generation behaupten: Konstantin Kunckel, der dieses Jahr seine ersten WM-Einsätze bestreiten durfte, sowie Anton Silier und Konrad Stamer fordern die beiden heraus. Auch bei den Herren gibt es internationale Konkurrenz: Aus Norwegen tritt Lukas Liland an – bei der WM in diesem Jahr mit Platz 8 und 9 in die erweiterte Weltspitze vorgestoßen.

In den Jugendklassen dagegen ist das Starterfeld nicht gar so breit besetzt: Der JEC (Junior European Cup) findet zeitgleich im schottischen Stirling statt, sodass ein Großteil des Nachwuchskaders nicht am Start ist. Dadurch lässt sich das Favorit*innenfeld sehr genau eingrenzen: In der D16 wird es wohl zum Dresdener Duell Post gegen Robotron kommen, wenn Selma Drechsler, Greta Pompe und Emilia Wetzel gegeneinander um den Titel laufen. In der D18 ist Anna Weigert Titelfavoritin. Spannend wird es in der D20, mit Lone Pompe, Annika Stamer und Jule Roßner lassen sich gleich drei Kaderathletinnen ihre Chance auf den DM Titel nicht nehmen.
Ein ähnlich eindeutiges Bild zeigt sich bei den Herren. In der H16 geht der Titel nur über Jacob Imbsweiler, während in der H18 Lennart Mühlstädt als einziger Kaderathlet am Start steht. Spannend wird aber die Rolle von Felix Rathje sein, der beim JLVK vor zwei Wochen überraschend aufs Podest laufen konnte. In einer dünn besetzten H20 könnte sich Nico Bauerfeld zum Deutschen Meister küren.

Eine Vorstellung aller Titelaspiranten im Seniorenbereich führt wohl zu weit. Es bleibt zu sagen: Der Ausrichter IHW Alex 78 Berlin erwartet viele Läufer*innen zu einem letzten Kräftemessen in dieser Saison, mehr als 850 Teilnehmer*innen finden ihren Weg hinter Berlin. Wir freuen uns auf viele spannende Entscheidungen an allen drei Tagen.

Zum Schluss ein Wort zum Sonntag: Mit der 14-Punkte-Regelung beim DCup müssen sich zahlreiche Vereine neu aufstellen. Hintergrund ist, eine höhere Beteiligung der Seniorenläufer*innen im DCup zu erreichen. Einige der stärksten Teams der vergangenen Jahre können daher nicht mehr in ihrer üblichen Besetzung antreten. Trotzdem sind wohl die Dresdener Vereine die größten Favoriten auf den Sieg, auch, weil andere, beispielsweise der OLV Steinberg, durch den JEC auf viele starke Läufer*innen verzichten müssen. Titelverteidiger ist der SV Robotron Dresden, der aber nicht ganz so stark wie in den vergangenen Jahren sein dürfte. Ob TU Dresden das Experiment wagt, auf die starke Damen Elite zu setzen und dafür vielleicht sogar auf einen HE-Läufer verzichtet? Oder stehen nach zwei (!) Jahren Abstinenz am Ende endlich wieder die Postler zuoberst?

Mehr:
Website der DM Lang

Leon Kollenbach
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