14. August 2025
TWG-Sprint und Sprintstaffel
Mit dem 8. Platz erreichte Hanna Müller im Sprint eine weitere Topplatzierung bei den World Games. In der Sprintstaffel erreichte das deutsche Team Platz 9. Die Sprintsiege gingen an Simona Aebersold (SUI) und Yannick Michiels (BEL), in der Sprintstaffel gewann die Schweiz.
Ergebnis
Sprint Damen
1. Simona Aebersold (SUI) 15:00 Minuten
2. Natalia Gemperle (SUI) +0:53
3. Maria Prieto (ESP) +1:25
8. Hanna Müller +2:10
20. Birte Friedrichs +3:38
Sprint Herren
1. Yannick Michiels (BEL) 14:59 Minuten
2. Tomas Krivda (CZE) +0:16
3. Zoltan Bujdoso (HUN) +0:23
14. Anselm Reichenbach +1:03
18. Bojan Blumenstein +1:42
Sprintstaffel
1. Schweiz (N. Gemperle, R. Rancan, T. Polsini, S. Aebersold) 58:04 Minuten
2. Schweden (E. Bjessmo, J. Gustafsson, A. Mollén, A. Sonesson) +0:05
3. Tschechien (D. Kralova, J. Glonek, T. Krivda, T. Rauturier) +0:15
9. Deutschland (H. Müller, A. Reichenbach, B. Blumenstein, B. Friedrichs) +5:10
Bericht
Die Sprintrennen fanden im Zentrum der Gartenbau-Expo 2024 statt, nur wenige Kilometer vom Athletendorf entfernt. So prägten schmale, verwundene Pfade in Gärten unterschiedlichster Typen das Gelände, die von groben Strukturen in Form breiter Straßen unterbrochen wurden. So wechselte sich die Feinorientierung mit großräumigeren Routenwahlen beständig ab und manch ein*e Athlet*in wählte mitunter Umlaufrouten auf breiten Straßen, um den Kopf auszuruhen und Tempo aufzubauen. Es galt mit möglichst hohem Tempo aggressiv anzulaufen und die richtigen Pfade zu erwischen. Die Routenwahlentscheidungen an sich waren nicht derart entscheidend, sofern die Ausführung stimmte.
Hinsichtlich der Wetterbedingungen bot sich ein deutlich besseres Bild als bei der Mitteldistanz zwei Tage zuvor: Es war kühler und regnete.
Im Einzelsprint berichtete Hanna Müller von einem optimalen Lauf, lediglich bei ein, zwei Routenwahlen sei sie nicht sicher. Damit sicherte sie sich Platz 8 und damit ein weiteres Topergebnis, auch weil physisch alles stimmte. Von einem „sehr coolen Gelände“ berichtete auch Birte Friedrichs. Technisch kam sie erneut recht sauber durch und berichtete wie auch Teamkollegin Hanna nur von wenigen, kleinen Unsauberkeiten. Bei ihr offenbarten sich physische Probleme. „Läuferisch hat mir heute etwas die Energie gefehlt“, gab Birte nach dem Lauf an.
Das Rennen der Damen gewann Simona Aebersold (SUI) mit deutlichem Vorsprung. Dahinter ging es lange knapp zu, doch ihre Teamkollegin konnte sich auf den läuferischen letzten Posten vom Rest des Feldes absetzen. Eine umjubelte wie unverhoffte Bronzemedaille ging an die Spanierin Maria Prieto, die damit ihren größten Karriereerfolg feiern konnte.
Bester deutscher Herr im World Games Sprint wurde Anselm Reichenbach auf Platz 14. Wie für OLer so üblich sah er zuerst das Verbesserungspotential in seinem Lauf. „Ich hatte leider am Anfang ein paar kleine Fehler, die sich am Ende aber aufgehäuft haben.“ Dabei kann er mit dem 14. Platz in diesem engen Rennen zufrieden sein: Nur in Sekundenabständen lagen die nächsten Plätze vor ihm deutlich in Reichweite, während sich hinter ihm eine Lücke auftat – läuferisch war Anselm also voll im Soll. Ähnliches berichtete auch Bojan Blumenstein, der als 18. einige Plätze hinter Anselm lag. Während sich bei den Damen der Sieg von Simona Aebersold frühzeitig abzeichnete, blieb es bei den Herren bis zum Schluss spannend. Zwar unterboten sie die Anfangszeiten am ersten Funkposten der Reihe nach immer weiter, doch die Strecke erwies sich als derart schwierig, dass auch die besten vor Zeitverlusten in der zweiten Streckenhälfte nicht gefeit waren. Am besten kam Yannick Michiels mit den Bedingungen klar, der in den letzten Jahren bereits viel Zeit in chinesischen Sprintgeländen verbracht hatte, und feierte so seinen größten Triumph. Er verwies Tomas Krivda und den jungen Zoltan Bujdoso auf die Plätze 2 und 3.
Den Abschluss der World Games bildete die Sprintstaffel. Die Anforderungen blieben ähnlich dem Sprintgelände, war doch die Arena dieselbe. Im Gegensatz zum Vortag wurde aber der südliche Teil des Expo-Geländes genutzt. Schon auf der Startstrecke zog sich das Feld angeführt von Natalia Gemperle (SUI) weit auseinander. Hanna Müller lief die deutsche Startstrecke und übergab als 10. rund eine Minute hinter der Spitze. Auf Strecke zwei zeigte Anselm Reichenbach eine tolle Leistung: Er lief die sechstschnellste Zeit aller Herren und brachte das deutsche Team auf Platz 6 nach vorn. Die Spitze auf der zweiten Strecke übernahm der nach Verletzungsproblemen stark zurückgekommene Neuseeländer Tim Robertson, der seine hervorragende Form schon am Vortag unter Beweis stellen konnte, dort aber durch zu viele Fehler im Anfangsteil keine Chance auf eine Titelverteidigung hatte. Bojan Blumenstein und Birte Friedrichs auf den beiden Schlussstrecken konnten den sechsten Platz in einem engen Kampf leider nicht halten, das Team erreichte schließlich Platz 9. An der Spitze hatte August Mollén das schwedische Team auf Strecke drei in Führung gebracht. Mit Tschechien lag der erste Verfolger rund 20 Sekunden zurück, die favorisierten Schweizer sogar fast 45 Sekunden. Gegen Alva Sonesson (SWE) und Tereza Rauturier (CZE) startete Simona Aebersold auf der Schlussstrecke eine Aufholjagd, nach rund einem Drittel der Strecke konnte sie beide auflaufen. In der Folge entwickelte sich ein packender Kampf, auf den vielen kurzen Routenwahlposten wechselte die Führung immer wieder, wenn besonders die Schwedin Sonesson sich durch eigene Routenwahlentscheidungen einen Vorteil gegenüber Aebersold zu verschaffen versuchte. Schließlich überwogen Erfahrung und physische Stärke der favorisierten Schweizerin. Aebersold führte ihr Team zu Gold, Schweden gewann Silber, Bronze ging an Tschechien.
Überschattet werden die Wettkämpfe von einer traurigen Nachricht, welche die IOF am Dienstagmorgen bekanntgab. Nach einem Zusammenbruch im Wettkampf über die Mitteldistanz bei extremer Hitze verstarb der italienische Athlet Mattia Debertolis. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und Freunden, bei seinen Vereins- und Nationalmannschaftskollegen. Möge er in Frieden ruhen.
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