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06. Mai 2020

Trainingsvarianten Orientierungssport nach Lockerungen

Im Nachgang der ersten Lockerungen auf Landesebene ist inzwischen auch auf Bundesebene nach erfolgter Abstimmung zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Länderchefs seit heute das Sporttreiben im Freien unter Beachtung der Corona-Vorschriften sowie der sportartspezifischen Übergangsregelungen genehmigt. Auf Landesebene soll zukünftig in eigener Verantwortung über die schrittweise weitere Öffnung entschieden werden. Für alle Orientierungssportler geht es damit seit dieser Woche wieder einen Schritt weiter in Richtung frühere Normalität.

"Das bewegt 27 Millionen Mitglieder und 90.000 Vereine nicht nur körperlich, sondern auch emotional: Nach Wochen der verordneten Bewegungslosigkeit beginnt nun die schrittweise Rückkehr zur „neuen Normalität““, sagte Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes.

Unter klar definierten Regeln entsprechend der definierten Leitplanken können seit dieser Woche auch die Orientierungssportler wieder den Trainingsbetrieb aufnehmen. Der Wettkampfbetrieb ist aktuell untersagt. Wann Wettkämpfe in welchem Bundesland in diesem Jahr ausgetragen werden können, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht geklärt. Viele nationale und internationale Veranstaltungen wurden auf das Ende des Jahres oder in das kommende Jahr verschoben. Je nach der weiteren Entwicklung könnten die exakten Regelungen und Zeitpunkte voneinander abweichen.

Aufgrund der Ausprägung einer Individualsportart im Freien bietet dies den Orientierungssportlern zum aktuellen Zeitpunkt die Möglichkeit zu trainieren, sich weiter zu entwickeln aber auch Neulingen die Sportarten näher zu bringen.

Die unterschiedlichsten Internetseiten zwischen Kiel, München, Saarbrücken und Dresden informieren seit geraumer Zeit über Trainingseinheiten und weitere Betätigungsfelder für jeden Individualsportler. Neben den Möglichkeiten vorgefertigte Karten mit Bahnen zu beziehen, markierte Postenstandorte abzulaufen oder selbst welche zur Verfügung zu stellen, werden auch regelmäßig Empfehlungen zu Lauftrainings oder auch Videos für spezielle Einheiten zur Verfügung gestellt.

Fernab dieses breiten Angebotes ist es gerade im Kaderbereich ein bewährtes Mittel durch einen Wechsel der Perspektive die eigenen technischen Fähigkeiten auf ein ganz neues Level zu bringen. Sollte man beispielsweise in einer Region leben, in der OL-Karten relativ spärlich gesät oder stark veraltet sind, so ist es ein bewährtes Training selbst eine Karte aufzunehmen und sich damit intensiv mit dem Kartenzeichnen und der Art der Kartenaufnahme auseinanderzusetzen. Mit dem Open Orienteering Mapper, zur Verfügung stehenden Anleitungen und kostenfreiem Grundmaterial der Landesvermessungsämter geht eine Aufnahme heute schneller als je zu vor. Basisdaten von OpenStreetMap oder Orthofotos bieten gerade in städtischen Bereichen Anfängern einen guten Einstieg mit einer schnellen Erfolgsmöglichkeit. Neben der Entwicklung der eigenen Fähigkeiten steigert die selbstständige Arbeit in der Regel auch die Akzeptanz von Karten anderer Aufnehmer. Für eine Trainingseinheit in einem neuen erlaubten Gelände oder entlang von Wegen reicht in der Regel auch stark vereinfachtes Kartenmaterial. Die Auseinandersetzung mit geeigneten Start- und Zielbereichen sowie Postenstandorten hinterfragt den Orientierungssport aus Sicht eines Bahnlegers.  

Für eine Weiterentwicklung der eigenen Fähigkeiten eignet sich als weitere Möglichkeit auch ein Wechsel zu einer Trainingseinheit in einer Orientierungssportart, welche bis jetzt noch nie betrieben wurde. So ist die Herangehensweise beim MTB-O oder Ski-OL (im Sommer z.B. mit Skiroller oder Skikes) aufgrund der Geschwindigkeit beispielsweise viel mehr durch das Merken der Routen geprägt als beim Orientierungslauf. Die Auseinandersetzung mit den sportartspezifischen Besonderheiten (z.B. Kartenzeichen) setzt zudem ganz neue Reize und erhöht die Möglichkeit in Zukunft ohne Probleme einfach mal bei einer Nachbarsportart vorbeizuschauen.

In Verbindung mit speziellen Gegenständen, einem Foto-OL, Caching-OL oder einer Wanderung mit speziellen Aufgaben oder Objekten kann der Orientierungssport in Trainingsform interaktiv auch Neulingen mit schnellen Erfolgserlebnissen nähergebracht werden. Auch hier bieten die verschiedensten Stadt-OL-Seiten im Internet ein breites Portfolio an Angeboten.   

Mehr:
Mitteilung DOSB Lockerung im Breiten- und Freizeitsport
Leitplanken für den Orientierungslauf
OL in Dresden
Bruno online