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20. Mai 2026

Thüringer 24-Stunden-OL

Vorschaubild
"trial and error" gewinnt den 25. 24-Stunden-OL
Foto: Louisa Kollenbach
"trial and error" gewinnt den 25. 24-Stunden-OL
Foto: Louisa Kollenbach

In Heyda bei Ilmenau stand am Wochenende nach Himmelfahrt der größte traditionsreiche Wettkampf des Jahres an – der Thüringer 24-Stunden-OL. Die Veranstalter um den USV Jena boten einmal mehr ein intensives und wohlorganisiertes Wettkampfwochenende.

202 Staffeln fanden in diesem Jahr ihren Weg ins Vorland des Thüringer Waldes. Auf sie teilten sich knapp unter 1000 Teilnehmende auf – beides ein neuer Rekord. Wettkampfzentrum war eine große Wiese am Sportplatz und Schwimmbad oberhalb von Heyda, der Stausee und die Talsperre lagen nur wenige hundert Meter entfernt auf der anderen Seite des Waldstücks. Im Morgengrauen und während der Abenddämmerung bot sich dort ein toller Blick.

Sogar das Wetter spielte halbwegs mit. Manch eine*r hatte vorher wohl mehr Regen befürchtet, bis auf einen kurzen Nieselschauer am Samstagnachmittag blieb der Wettkampf von Nässe verschont. Eine ungewünschte Überraschung wartete trotzdem, als nach einer kalten und sternklaren Nacht die Zelte am frühen Samstagmorgen von einer dicken Reifschicht bedeckt waren und auf den Campingtischen sogar kleine Schneemänner gebaut wurden.

Nach einer kältebedingt nicht gar so erholsamen Nacht ging es pünktlich um neun am nächsten Morgen los: 200 Startläufer*innen schrubbten den langen Mittelweg der Zeltstadt hinunter. Ganz gemäß dem Motto „Sehen und gesehen werden“ führte nicht nur die Startstrecke, sondern auch die fünf Themenbahnen an drei Sichtposten vorbei, sodass für die ersten Stunden hektische Geschäftigkeit rund um das Wettkampfzentrum war. Später ging es in einen neuen, zuvor noch nicht kartierten Bereich des Geländes südlich des Ortes. In kniehohem Heidelbeerkraut, Fichtendickichten und einem insgesamt nassen Wald warteten dort über 190 Posten darauf gefunden zu werden.

Nach sechs Stunden war es für die ersten auch bereits vorbei – die Kinderstaffel für alle bis D/H14 endete nachmittags um drei. Es siegten unsere tschechischen Nachbarn: Kilián Skripnik, Jonáš Kužel und Eva Komárková vom Team „Fenri deti“. Sie hatten am Ende eine ganze Strecke Vorsprung auf die Robotronstaffel „Um drei gibt’s Eierkuchen“. Und Eierkuchen gab’s wirklich. Nicht erst ab drei, sondern (fast) rund um die Uhr und reichlich, ganz, wie es sich für einen 24-Stunden-OL gehört.

Schon frühzeitig war abzusehen, dass die besten Teams bei den Großen wohl alle Strecken schaffen würden, zu schnell absolvierten sie die ersten Runden. Das schnellste Team hatte nach 1:46 Stunden bereits alle Läufer einmal im Wald gehabt. Entsprechend früh fiel die nächste Entscheidung bereits um kurz vor acht: Beim 12-Stunden-OL „trotzten“ die Enten dem Fehlstempeln – beide Teams lieferten sich ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen und wechselte kurz nacheinander auf die kurze Dämmerungsbahn, die beim 12-Stunden-OL den Abschluss bildet. Es gewann „Entenuii 2“ in der Besetzung Marek Pompe, Konstantin Kunckel, Vincent Kunckel, Lennart Mühlstädt, Luise Drechsler und Franz Gawlitza. Dahinter: „Entenuii 3“ und die „KOMPASsheLDEN“. Ganz wie vorhergesagt also.

Für das Ergebnis des 24-Stunden-OLs schaut man also auch einfach in den Vorbericht? Nicht ganz. Die „Attackpoint Alliance“ wurde ihrer Favoritenrolle gerecht, lag fast durchgehend in Führung und finishte am Sonntagmorgen bereits um 6:42 Uhr – mehr als zwei Stunden vor Ende des Rennens. Auf einer der kürzeren Nachmittagsstrecken aber passierte ihnen ein unglücklicher Fehlstempel. Es blieb nur noch zu hoffen, dass die Konkurrenz nicht alle Strecken schaffen würde. Die aber waren gewarnt und doppelt vorsichtig. Am Ende finishten die Sieger nicht mal eine Stunde später: Das niedersächsische Konsortium „trial and error“ mit Ole Hennseler, Jan Klose, Till Finkenstädt, Meike Hennseler, Christoph Hofmeister und Hanna Czerlinski siegte in 22:39 Stunden, absolvierte dabei alle Strecken und damit 179 Kilometer Luftlinie. Auch der „Sommernachtstraum“, obwohl nicht in stärkstmöglicher Besetzung angetreten, lief alle Strecken und somit auf Platz zwei. Für die „Attackpoint Alliance“ blieb mit Platz drei zumindest noch ein Platz auf dem Podest.

Zum Flair des 24ers gehören mehr als nur die Sieger. Dazu gehören alle, die sich der Anstrengung stellen, mitten in der Nacht im Dickicht auf der Suche nach einem Posten hinterfragen, warum sie sich die Tortur antun, nur um am nächsten Morgen mit einem glücklichen, breiten Grinsen an der Ziellinie zu stehen und die Schlussläufer*innen auf den letzten Metern ins Ziel anzufeuern. Der 24er steckt an, egal ob jung oder alt – seien es unsere Jüngsten in diesem Jahr, die „PincFlufieUnikorns“, oder unsere Ältesten von „Methusalem 394“.
Es gehört das Hochgefühl dazu, wenn man mit Krämpfen in den Beinen doch noch die letzte Strecke kurz vor neun ins Ziel bringt und nicht nur das eigene Team sich mitfreut. Genauso wichtig ist der aufmunternde Applaus, wenn man trotz lautem Anfeuerungsgebrüll nur wenige Sekunden nach Ablauf der Zeit ins Ziel kommt, weil die eigenen Beine nicht mehr schneller wollten – beim nächsten Mal, ihr „Flitzpiepen“! 
Und neben alldem gehören zahlreiche kreative und lustige Teamnamen wie auch Mottos dazu. Staffelstäbe verschiedenster Art wechseln den Besitzer – Aggroponys am Stiel, Tigerentchen oder ein Bier, das dem einlaufenden Läufer gereicht wird. Gängstaa liefen noch am Sonntagmorgen in Häftlingskleidung und mit Maske in den Wald, Lieferdienste brachten die Wechselmarken samt Pizzarucksack über den Zieleinlauf und zur Abenddämmerung schritt Darth Vader (Möge die Nacht mit ihm sein) feierlich die letzten Meter zum Wechsel.

Alle ihr: Steht in zwei Jahren wieder genauso vorfreudig an der Startlinie des 26. 24-Stunden-OLs!

Entenuii gewinnt die 12 Stunden Entenuii gewinnt die 12 Stunden
Erschöpft und glücklich: Luise Drechsler bringt Entenuii 2 als Sieger über die 12 Stunden ins Ziel.
Foto: Louisa Kollenbach
Erschöpft und glücklich: Luise Drechsler bringt Entenuii 2 als Sieger über die 12 Stunden ins Ziel.
Foto: Louisa Kollenbach
Aggropony beim Massenstart Aggropony beim Massenstart
Nein, das Pferdchen lief die lange Nachtstrecke nicht mit. Als Staffelgimmick durfte es aber die ersten Meter der Aggro Ponys begleiten.
Foto: Louisa Kollenbach
Nein, das Pferdchen lief die lange Nachtstrecke nicht mit. Als Staffelgimmick durfte es aber die ersten Meter der Aggro Ponys begleiten.
Foto: Louisa Kollenbach
6 Stunden Heidelbeeren 6 Stunden Heidelbeeren
Sechs Stunden lang ging es für unsere Jüngsten durch Heidelbeerkraut und Unterholz.
Foto: Louisa Kollenbach
Sechs Stunden lang ging es für unsere Jüngsten durch Heidelbeerkraut und Unterholz.
Foto: Louisa Kollenbach
Wechselzelt Wechselzelt
Auf ein weiteres Abenteuer! Im Wechselzelt gab es gut sortiert eine neue Karte.
Foto: Louisa Kollenbach
Auf ein weiteres Abenteuer! Im Wechselzelt gab es gut sortiert eine neue Karte.
Foto: Louisa Kollenbach
Klecker Kletten klatschen ab Klecker Kletten klatschen ab
So viel Freude macht der 24-Stunden-OL - Klecker Kletten klatschen ab.
Foto: Louisa Kollenbach
So viel Freude macht der 24-Stunden-OL - Klecker Kletten klatschen ab.
Foto: Louisa Kollenbach
Bienchen im Ziel Bienchen im Ziel
Biene Maja hat ihre Staffelbahn absolviert.
Foto: Louisa Kollenbach
Biene Maja hat ihre Staffelbahn absolviert.
Foto: Louisa Kollenbach
Gängstaaa Gängstaaa
Gängstaa on the run - was waren ihre Verbrechen bloß?
Foto: Louisa Kollenbach
Gängstaa on the run - was waren ihre Verbrechen bloß?
Foto: Louisa Kollenbach
Darth Vader on the march Darth Vader on the march
Zur Abenddämmerung marschierte Darth Vader feierlich den Zieleinlauf entlang zum Wechsel.
Foto: Louisa Kollenbach
Zur Abenddämmerung marschierte Darth Vader feierlich den Zieleinlauf entlang zum Wechsel.
Foto: Louisa Kollenbach
Raureif am Morgen Raureif am Morgen
Eine weiße Überraschung erwartete die Zeltstadt am Samstagmorgen.
Foto: Till Finkenstädt
Eine weiße Überraschung erwartete die Zeltstadt am Samstagmorgen.
Foto: Till Finkenstädt

Mehr:
Ergebnis des 25.24-Stunden-OLs

Leon Kollenbach
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