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23. April 2020

Orientierungssport in Zeiten von Corona – ein Kommentar von Daniel Härtelt

Während in den ersten Bundesländern in Deutschland wieder Lockerungen für die Einwohner beschlossen wurden, steigt spürbar der Bewegungsdrang zahlreicher Bevölkerungsgruppen. In mehreren Regionen werden wieder vorbereitete Trainingseinheiten im Gelände für Orientierungssportler angeboten. Parallel dazu gibt es inzwischen auch virtuelle Möglichkeiten, welche die gesetzlichen Vorgaben unterstützen.

Zum Schutz der Bevölkerung wurden vor mehreren Wochen im gesamten Bundesgebiet die unterschiedlichsten Maßnahmen beschlossen. Neben einem definierten Kontaktverbot schränkten die Behörden auch die Bewegungsfreiheit je nach Region unterschiedlich ein. Daraufhin folgte eine Welle der Hilfsbereitschaft, in der vielerorts unter den neuen Umständen ein umfangreiches Angebot für besonders gefährdete und eingeschränkte Personen auf die Beine gestellt wurde. Nach einer Abflachung der Zahl der Infizierten und einer zunehmenden Genesung von Erkrankten folgte vielerorts eine Lockerung der einschränkenden Maßnahmen. Damit einher ging die Definition von neuen Auflagen, um eine weitere Verbreitung zu verhindern.

So wurde beispielsweise in Sachsen seit Anfang der Woche die Auflage die Wohnung nicht ohne triftigen Grund verlassen zu dürfen außer Kraft gesetzt. Auf überregionale tagestouristische Ausflüge soll trotzdem weiterhin verzichtet werden. Damit besteht für viele Individualsportler und Familien wieder die Möglichkeit im direkten Umfeld an der frischen Luft unter den geltenden Abstandsregeln Sonne zu tanken und das Immunsystem bei der Bewegung in der freien Natur zu stärken. In manchen Regionen werden inzwischen wieder Trainingsbahnen angeboten, Posten zentral gehängt und die Karten zum Download zur Verfügung gestellt. Festpostennetze in wenig begangenen Regionen bieten in Verbindung mit der Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben ebenfalls die Möglichkeit der körperlichen Ertüchtigung mit Karte und Kompass

Aber auch diverse Apps eröffnen unterschiedliche Varianten mit dem Orientierungssport unterwegs zu sein. So besteht beispielsweise über die App usynligo.no die Möglichkeit mittels georeferenzierter Karte und App sich seine komplett eigene Bahn zu legen und ein akustisches GPS-Signal zu erhalten, wenn man beim Posten ist.

Wie sich die Zahlen und die politischen Vorgaben entwickeln, bleibt abzuwarten. Ein wesentlicher Punkt wird wohl auch sein, ob der heiligsten aller deutschen Sportarten eine Sonderrolle zugestanden wird. Zumindest die Deutsche Fußball Liga hat beschlossen, dass die Spiele der 1. und 2. Bundesliga ab dem 9. Mai fortgesetzt werden können. Sofern dazu auch aus der Politik eine Zustimmung erfolgen sollte, bleibt die Begründung abzuwarten, warum ein Kontaktsport mit Reisen aller involvierten Personen durch das gesamte Bundesgebiet betrieben werden darf und Individualsportler auf organisierte Trainingseinheiten und Vergleiche im Freien in ihrer Region verzichten müssen.

Kontakt: presse@o-sport.de

Mehr:
App usynligo.no
Orientierungssportvereine in Deutschland