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06. Juni 2011

OL-Festival in Thüringen

Die 18. Auflage des 24h-Ols in Thüringen war mehr als eine reine Sportveranstaltung. Als Gesamtkunstwerk mit Orientierungslauf, rundum Wohlfühlpaket für geschundene Läuferherzen und Beine und perfektem Wetter wird das weltlängste Orientierungslaufrennen 2011 in die Annalen eingehen. Als einziger Wermutstropfen bleibt die Erkenntnis, dass dieses Niveau wohl kaum mehr zu steigern ist.

Zieleinlauf der letzten Läufer vor 9 Uhr
Zieleinlauf der letzten Läufer vor 9 Uhr
Foto: Daniel Härtelt
Zieleinlauf der letzten Läufer vor 9 Uhr
Foto: Daniel Härtelt

Schon im Vorfeld der Veranstaltung deutete dies das umfassende Programm mit Wettkampfzentrum im Waldbad Trockenborn-Wolfersdorf an. Im sonst wohl sehr idyllischen Tal wurde durch die Teilnehmer in kürzester Zeit eine Zeltstadt aus dem Boden gestampft. Kurz waren auch die Wege, die von den Zelten zum Wettkampfzentrum mit Start- und Zielbereich, Freibad und Festzelt zurückgelegt werden mussten. Eröffnet wurde der 24h-OL traditionell mit einer Rockband, die mit einem breiten Repertoire von Schlager über Rock und Metal für die Warm-Up Einheit der kleinen und großen Teilnehmer zuständig war.

Tanz am Abend
Tanz am Abend
Foto: Volker (Team 24h OL)
Tanz am Abend
Foto: Volker (Team 24h OL)

Nach mehr oder weniger langer Nacht schob sich Samstag Punkt 9 ein Tross von 150 Startläufern unter tosendem Beifall auf einer kleinen Straße am Wettkampfzentrum vorbei und verschwand alsbald im bergigen, teilweise sehr steilen Gelände. Insgesamt 150 Staffeln, bestehend aus sechs Läufern, hatten das Abenteuer 12 bzw. 24h aufgenommen. Zahlreiche Gabelungen und oft sehr tief hängende Posten wirbelten das Feld gleich am Anfang immer wieder durcheinander. Die Startläufer konnten nach der Rückkehr auch gleich die wesentlichen Eckpunkte weitergeben: Steiles Gelände, anspruchsvolle Postenstandorte und unterschiedliche, oft recht kraftraubende Waldabschnitte sollten die nächsten 24h prägen. Im weiteren Verlauf des Rennens hatte nun die Taktik die oberste Priorität. Zuerst die langen schweren Bahnen oder doch die kurzen einfachen Strecken? Wie viele Wechsel können bis zur Dämmerung absolviert werden? Ist es möglich, alle Bahnen zu laufen? Gerade die letzte Frage wurde in den Top-Teams wohl häufiger diskutiert. Nach der Zielankunft eines Laufes gehörte bei vielen Teilnehmern das Baden im Freibad zum Rahmenprogramm. Aufgrund des sehr guten und reichhaltigen Verpflegungsangebotes und Kulturprogramm mit Märchenstunde, wurde für den ein oder anderen Läufer die Zeit bis zum nächsten Einsatz wohl ein wenig zu kurz. Nicht nur einmal mussten der Hinweis auf den Abschlag mit dem Teamkameraden und das Verlassen des Schwimmbeckens gegeben werden! Punkt 21 Uhr beendeten dann die 12h Teams das Rennen.

Wiebke Wendler als Schlussläuferin von Krügerols ausgebrannten Kaderleichen
Wiebke Wendler als Schlussläuferin von Krügerols ausgebrannten Kaderleichen
Foto: Volker (Team 24h OL)
Wiebke Wendler als Schlussläuferin von Krügerols ausgebrannten Kaderleichen
Foto: Volker (Team 24h OL)

Auf den Nachtbahnen warteten anspruchsvolle Aufgaben auf die Teams. Die tief gesetzten Posten und vielen Grünabschnitte machten gerade diese Bahnen zur echten Herausforderung für viele Läufer. Zahlreiche Verwirbelungen bei den Platzierungen waren die Folge. Nahezu unbeeindruckt davon zeigte sich das spätere Siegerteam der 24h Wertung. Im Team von „Krügerols ausgebrannten Kaderleichen“ hatten ehemalige und aktuelle Nationalläufer das Geschehen von Beginn an in der Hand. Der „Sommernachtstraum“ und „Perinteisen nopeat“ folgten nach Zielschluss 9 Uhr auf den weiteren Plätzen. Den Sieg in der 12h Wertung ging an die „Mitleidstour“ Zurück bleibt die Erfahrung eines intensiven, sehr gut organisierten OL-Wochenendes mit einem neuen Rekord an verkauften Eierkuchen. Mehr als 2000 Stück wurden dieses Mal verkauft. In Zahlen nicht zu beschreiben ist aber das Erlebnis 24h-OL, welches in diesem Jahr einmal mehr zelebriert wurde.

Mehr:
Homepage 24h-OL

Daniel Härtelt
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