01. Mai 2026
Weltcup Locarno – Dequiedt wird zum Debüt bester Deutscher
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Zum Weltcupauftakt der Saison 2026 ging es am vergangenen Wochenende ins Tessin (SUI). Drei Sprintentscheidungen standen auf dem Programm. Als 56. im Einzelsprint erlief Junior Loic Dequiedt zum Weltcupdebüt die beste deutsche Platzierung. Im Einzelsprint (SWE, SUI) sowie in der Sprintstaffel (SUI) gab es Favoritensiege, eine große Überraschung mit dem Premierensieg von Hedvig Gydesen (DEN) dagegen brachte ein spannender KO-Sprint zum Abschluss.
Ergebnis
Einzelsprint
Damen
1. Hanna Lundberg (SWE) 15:15 Minuten
2. Pia Young Vik (NOR) +0:20
3. Simona Aebersold (SUI) +0:26
64. Hanna Müller +2:53
67. Paula Starke +2:55
Herren
1. Tino Polsini (SUI) 13:44 Minuten
2. Tomas Krivda (CZE) +0:01
3. Yannick Michiels (BEL) +0:14
56. Loic Dequiedt +1:52
65. Timon Lorenz +2:08
Sprintstaffel
1. NOR (A. Benjaminsen, E. Langedal Breivik, K. Harlem Fosser, P. Young Vik) 53:22 Minuten
2. SWE (H. Lundberg, E. Svensk, I. von Krusenstierna, S. Fast) +0:45
3. SUI (N. Gemperle, T. Suter, F. Aebersold, S. Aebersold) +0:47
15. (33.) GER 1 (J. Roßner, L. Dequiedt, M. Pompe, H. Müller) +7:10
40. GER 2 (P. Starke, K. Kunckel, T. Lorenz, M. Fritz) +9:06
42. GER 3 (J. Fritz, A. Silier, T. Nagel, E. Klüser) +10:50
KO-Sprint
Damen
1. Hedvig Valbjorn Gydesen (DEN) 8:33 Minuten
2. Simona Aebersold (SUI) +0:00
3. Maija Sijaonja (FIN) +0:01
Herren
1. Kasper Harlem Fosser (NOR) 7:09 Minuten
2. Tuomas Heikkila (FIN) +0:01
3. Eirik Langedal Breivik (NOR) +0:30
Bericht
Einzelsprint
Drei Wettkämpfe, ein Zielareal – und trotzdem schafften es die Veranstalter, für alle drei Wettbewerbe unterschiedliche Anforderungen und bei jedem Wettkampf neue Routenwahlen anzubieten. Das erreichten sie einerseits, indem für jeden Lauf andere Innenhöfe, Gärten und mitunter sogar Gebäudepassagen geöffnet wurden.
Für den Einzelsprint wurde der Start zusätzlich weit von der Arena weg in den westlichen Randbezirk Locarnos verlegt. Von dort ging es zunächst auf zwei laufintensiven Verbindungen hinein in die schmalen Gassen eingemeindeten Örtchens Solduno in Hanglage, bevor eine lange Routenwahl in Richtung der Altstadt führte. Was in der Karte zunächst wie ein sehr laufbetonter Sprint wirkt, hatte es trotzdem technisch in sich. „Es gab selten eine Situation, in der ich mal ein paar Sekunden nicht Karte gelesen habe“, erzählte Paula Starke nach dem Rennen. Eine Aussage, wie sie auch viele der Spitzenläufer*innen trafen. Teils war es schwer, die Grenzen der Lauffläche im Gelände auszumachen, zusätzlich waren viele Hinterhöfe und Zugangswege zu Häusern kartiert, die für die Läufer*innen nicht relevant waren. Dahinter verbarg sich auch eine rennentscheidende Falle: Auf der langen Routenwahl zu Posten 10 respektive 12 bot sich dem Auge eine Sackgasse entlang der Luftlinie an. Wer nicht erkannte, dass ein Zugang zum benachbarten Hauszugang nicht möglich war, verlor eine halbe Minute und mehr. Dabei war die Routenwahlentscheidung wohl unabhängig von dieser Falle schon schwer genug zu treffen – ungefähr die Hälfte des Startfeldes im Damenrennen wählte eine südliche Variante und verlor 10-20 Sekunden. Im Herrenrennen waren die unterschiedlichen Optionen aufgrund eines leicht anderen Postenstandorts gleichwertiger.
Für die beste deutsche Platzierung sorgte bei seinem Weltcupdebüt Junior Loic Dequiedt. Er zeigte eine solide Performance, die schlussendlich für Platz 56 bei einem Rückstand von 1:52 Minuten reichte. Erst mit dem Übergang in die Altstadt im Schlussteil verlor er noch einige Sekunden. Als zweiter Starter durfte er anschließend sogar eine ganze Zeit auf dem Leaders Chair Platz nehmen. Auf Platz 65 folgte Timon Lorenz 20 Sekunden hinter ihm.
Bei den Damen setzten sich teamintern die Erfahrenen durch: Beste Deutsche wurde Hanna Müller auf Platz 64, 2:53 Minuten hinter der Spitze, und verpasste das angestrebte Ergebnis im Bereich einer Qualifikation für den KO-Sprint. Nur zwei Sekunden hinter ihr landete Paula Starke auf Platz 67. Die beiden schafften es größtenteils fehlerfrei zu bleiben und konnten sich so auch gegenüber dem teilweise etwas höheren Lauftempo ihrer jüngeren Teamkolleginnen durchsetzen.
Im Einzelsprint der Herren setzte der Ungar Zoltan Bujdoso früh eine starke Zeit, an der sich alle weiteren Läufer messen lassen mussten. Was die Zeit tatsächlich wert war, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht abzusehen. Erst als Weltklassesprinter wie Ex-Weltmeister Isac von Krusenstierna oder EM-Bronzemedaillist Eirik Langedal Breivik deutlich hinter der Zeit zurückblieben, kam die leise Vermutung, dass es vielleicht sogar für ein Podest reichen könnte. Besonders im Anfangsteil hatte der Ungar gezaubert und lag an Posten acht schon zehn Sekunden vor anderen Sieganwärtern, zumal spätere Läufer auch erst noch die Falle auf der langen Routenwahl umschiffen mussten. Erst der Schweizer Tino Polsini konnte die Zeit unterbieten. „Er ist vielleicht der beste Sprint-OLer aktuell, wenn es darum geht, Meter zu sparen“, erklärte das Kommentatorenteam im Nachgang seinen Orientierungsstil. Polsini lieferte sich ein enges Fernduell mit dem Tschechen Tomas Krivda. Bis ins Ziel lagen sie nahezu gleichauf – mit dem besseren Ende für den Schweizer. Ein minimaler Unterschied auf der letzten langen Routenwahl in die Altstadt hinein führte zum entscheidenden Zeitverlust Krivdas, den dieser nicht mehr aufholen konnte. Auf Platz drei schob sich der Belgier Yannick Michiels, und auch Topfavorit Tuomas Heikkila (FIN) schob sich noch vor Bujdoso. Einen herben Dämpfer musste Kasper Fosser (NOR) hinnehmen. Er übersah die Sackgasse auf dem Weg zu Posten 12, verlor 40 Sekunden und damit jegliche Chance auf eine Podestplatzierung.
Im Damenrennen legte die Schwedin Sanna Fast eine erste Bestzeit vor. Physisch ist sie in bestechender Form, oftmals passiert ihr technisch allerdings der eine Fehler zu viel, der die Topplatzierung kostet, so auch diesmal.
In läuferisch noch überlegenerer Form zeigte sich ihre Teamkollegin Hanna Lundberg. Vom Start weg setzte sie Bestzeiten und baute ihren Vorsprung sukzessive aus. An ihre Zeiten kam an diesem Tag keine Konkurrentin heran, Lundberg konnte einen überlegenen Sieg feiern.
Den zweiten Platz erlief Pia Young Vik (NOR). Auf dem Bronzerang landete Simona Aebersold (SUI), der nach dem plötzlichen Tod ihres Onkels und Trainers in der Vorwoche der nötige Fokus fehlte.
Sprintstaffel
Das Gelände der Sprintstaffel unterschied sich grundsätzlich von dem des Einzelsprints. Von der Arena aus ging es nach Süden in den flachen, regelmäßig strukturierten Teil von Locarno um den Bosco Isolino-Park. Einige Sperren erschwerten die Routenwahlen, ansonsten brachte besonders das Lauftempo Schwierigkeit, was sich an der ein oder anderen Stelle in unsauber angelaufenen Gabelungsposten äußerte. Einen mehrebigen, im Team gut vorbereiteten Kreisverkehr nutzten die Bahnleger dagegen sehr zivil.
Für die erste deutsche Staffel ging ein Team an den Start, das für die Weltmeisterschaften sicherlich ähnlich aussehen dürfte. So bekam Jule Roßner den Vorzug vor Paula Starke, Loic Dequiedt wurde für seine starke Leistung im Einzelsprint belohnt und ersetzte den gesundheitlich angeschlagen ausfallenden Anselm Reichenbach. Im teaminternen Vergleich zeigten die neuen Bundestrainer, dass sie ihr Team bereits gut einschätzen können: Alle vier liefen auf ihrer jeweiligen Strecke die besten Zeiten deutscher Läufer*innen.
Eine im Schnitt technisch eher einfache Sprintstaffel entpuppte sich im Ergebnis als anspruchsvolles Unterfangen für diese Staffel, der läuferisch nach vorn zur Spitze noch zu viel fehlt. So stand am Ende ein durchschnittliches Ergebnis von Platz 15 in der Nationenwertung mit 7:10 Minuten Rückstand zu Buche.
An der Spitze entwickelte sich ein spannendes und enges Rennen, in dem besonders die favorisierten Teams aus Norwegen, der Schweiz und Schweden den Ton angaben.
So startete Schweden mit einer äußerst offensiven Aufstellung: Einzelsprintsiegerin Hanna Lundberg lief die Startstrecke. Sie schien den Auftrag zu haben schon auf der Startstrecke eine Lücke zu reißen. Entsprechend offensiv ging sie das Rennen an und hatte nach wenigen Posten bereits einige Meter Abstand zwischen sich und die Tram gelegt. Zwar lief die Gruppe wieder auf sie auf, doch das Feld war langgestreckt und ausgedünnt. Eine Konkurrentin schickte sich an, die Schwedin auf den letzten Posten noch zu ärgern: Hedvig Valbjørn Gydesen lief zwar nur für das zweite dänische Team, sie hielt jedoch die Spitze und setzte sich auf den letzten Posten sogar ab.
Die Zeit an der Spitze war für das dänische Team schnell vorbei, die Favoritenteams egalisierten den kleinen Zeitrückstand. Dafür war ein weiteres Team mit in der Spitzengruppe, das durchaus als Geheimfavorit gezählt werden durfte. Für Frankreich lief der nominell schwächste Läufer Adrien Delenne die zweite Strecke – und übernahm frech sogar zwischenzeitlich die Führung. Im Schlusshang mit physisch harten Anstiegen aber übernahm die aktuell wohl beste Sprintnation wieder das Zepter: Eirik Langedal Breivik riss eine vorentscheidende Lücke, die sich bis zum Rennende nicht mehr schließen sollte.
Der Vorsprung, als er auf Kasper Fosser übergab, betrug zwar nur fünf Sekunden, dieser aber zeigte sich nach seinem Fauxpas am Vortag in Wiedergutmachungslaune und baute den Abstand gegenüber den Verfolgern sukzessive aus. Im Ziel hatte er gar 21 Sekunden Vorsprung auf den ersten Verfolger Jonatan Gustafsson (SWE 2) herausgelaufen. Schneller unterwegs war nur der Finne Tuomas Heikkila, dem eine solche Bahnanlage auf den Leib geschneidert schien, er konnte sein gesamtes Tempo ausspielen. Immer noch auf Position drei liegend vorn dabei war nach Strecke drei Frankreich, für die Mattias Barros Vallet seine Aufgabe erfüllte, Schlussläuferin Cecile Calandry in aussichtsreicher Position ins Rennen zu schicken. Einen rabenschwarzen Tag erwischte dagegen der Schweizer Fabian Aebersold, der über eine Minute auf Fosser verlor. Doch wenn noch jemand etwas ausrichten könnte, dann sicherlich Schwester Simona.
An der Spitze verwaltete die Norwegerin Pia Young Vik auf ihrer ersten Weltcupschlussstrecke den Vorsprung souverän. Mehr noch, bis Rennhälfte hatte sie ihn auf 40 Sekunden fast verdoppelt. Mit einem kontrollierten Rennen brachte sie den Sieg für ihr Team ins Ziel. Spannender wurde es dahinter. Aebersold arbeitete sich an die vor ihr liegenden Teams Frankreich und Finnland heran, die Lücke zu Vilma von Krusenstierna (SWE 2) konnte sie jedoch nie vollständig schließen. Als Sanna Fast für das erste schwedische Team auch noch den Gabelposten 5 überlief und umkehren musste, schienen die Podestplätze vergeben. Die Schwedin aber lieferte eine außerirdische Aufholjagd, wie man sie sonst nur von einer anderen schwedischen Überfliegerin kennt: Sie lief auf der zweiten Rennhälfte mehr als 30 Sekunden schneller als alle Konkurrentinnen und übersprintete ihre Teamkollegin noch auf den letzten Metern. Da in der Endabrechnung nur ein Team je Nation in Wertung kam, durfte die Schweiz sich schlussendlich noch über Rang drei freuen.
KnockOut-Sprint
Leider ohne deutsche Beteiligung bildete ein KnockOut-Sprint den Abschluss des Weltcupwochenendes. Da der freitägliche Sprint als Qualifikationslauf gewertet wurde, verpassten die deutschen Starter*innen die Viertelfinalteilnahme deutlich. Sie waren damit nicht allein, namhafte Läufer*innen verpassten die KnockOut-Runden, unter anderem der amtierende Europameister August Mollén, Spezialist Jonathan Gustafsson (beide SWE) oder Akseli Ruohola (FIN) bei den Herren. Bei den Damen verpassten unter anderen Karolin Ohlsson (SWE) und Eef van Dongen (NED) den Sprung unter die besten 36. Als Zuschauer*innen erlebten sie dennoch spannende und technisch anspruchsvolle Wettkämpfe.
Anders als zuletzt bei internationalen KO-Sprints häufig zu sehen bot Bahnleger Francesco Guglielmetti zahlreiche Gabelungsvarianten, die taktische Spielchen nahezu unmöglich machten.
Im Viertelfinale erwartete die Läufer*innen ein Schmetterling zu Beginn der Strecke. Ein Loop im Schulgelände, einer in der alten Burganlage und einige Posten in der Altstadt, zusätzlich waren die Loops noch leicht unterschiedlich lang, sodass jede*r Läufer*in gezwungen war, selbst bei höchstmöglichem Tempo zu orientieren. Erst zur Schlussroutenwahl kamen alle sechs Heatteilnehmer*innen wieder zusammen und lieferten sich einen intensiven Kampf bis zur Ziellinie. Große Überraschungen im Favorit*innenfeld blieben aufgrund des technischen Fokusses aus, zu Zielsprintentscheidungen kam es kaum. Deutliche Kampfansagen gab es dafür durch Zoltan Bujdoso (HUN) und Hanna Lundberg (SWE), die ihre Heats dominierten und bereits große Lücken rissen.
Ein langer Runner’s Choice im ersten Teil des Halbfinals sorgte auch dort von Anfang an für höchstes Tempo. Das Ziel: Die Läufer*innen müde zu machen, bevor es nach der Arenapassage auf die entscheidenden Routenwahlen in der Altstadt am Schlusshang ging. So deutlich die Favorit*innen ihre Viertelfinalläufe noch für sich entschieden, nun zeigte sich ein anderes Bild und ein regelrechtes Favorit*innensterben setzte ein. Schon der Runner’s Choice brachte eine erste Entscheidung – wer hier die längste Option wählte, hatte auf das Finale keine Chance mehr. Bei den Damen verpasste Sanna Fast in einem Zielsprintduell den Einzug ins Finale, im zweiten Halbfinale gingen gleich vier Damen in den Sprint um Platz zwei – mit einem Ausscheiden von Hanna Lundberg und Cecile Calandry. Bei den Herren verpassten alle vier aussichtsreichen Schweizer den Sprung unter die besten zwölf.
Alles war bereitet für eine spannende Finalentscheidung. Und auch hier hatte sich der Bahnleger etwas Besonderes ausgedacht. Viele Routenwahlen, geöffnete Gärten und sogar ein Durchlauf durch eine Schulkantine sorgten für technische Finesse. Zusätzlich gab es auch hier einen kurzen Loop – augenscheinlich entgegen der Erwartung vieler Finalist*innen, die sich auf dem falschen Loop wiederfanden und jegliche Chancen auf eine Podestplatzierung frühzeitig begraben mussten. Also… Favorit*innensiege?
Im Damenrennen übernahm Simona Aebersold von Beginn an die Initiative. Im Loop musste sich das Feld aufspalten, drei Läuferinnen pro Variante, nur folgten Aebersold auf einmal vier. Der Loop bot aber auch eine Chance, Hedvig Gydesen (DEN) bestätigte ihre starke Vorstellung, die sie im Laufe der Wettkämpfe gezeigt hatte – sie kam sogar einen Schritt vor Aebersold aus dem Gabelungssystem. Zu viert ging es auf die letzten Routenwahlen, wieder lag es an Aebersold, die Entscheidungen zu treffen. Die Norwegerin Victoria Haestad Björnstad ergriff die Initiative, versuchte eine eigene Routenwahl und wurde bestraft. Im Downhill-Part zur Arena hin war Gydesen schließlich klar die Stärkste. Am Schlussposten setzte sie sich sogar in Front. Aebersold ließ ihr fair Platz und kam im Sprintduell nicht mehr vorbei. Für die 25-jährige Dänin der erste Weltcupsieg.
Im Herrenfinale zeigte sich ein ähnliches Bild: Kasper Fosser übernahm die Führung. Der Finne Tuomas Heikkila bemerkte treffend, beim Blick auf die Karte sei ihm sofort klar gewesen, dass Fosser derjenige sei, den es zu schlagen gelte. Er sollte recht behalten – nach dem Loop hatten die beiden 20 Sekunden Vorsprung herausgelaufen und in der Entscheidung um den Sieg schien alles entschieden. Ein zweites Pärchen focht Platz drei aus, die beiden Schweden hatten bereits über eine Minute Rückstand. Vorn blieb Heikkila an Fosser, schaffte es im Zielsprintduell aber nicht vorbei. Langedal Breivik (NOR) sicherte sich Platz drei. Und trotzdem hat der erste KnockOut-Sieg Fossers etwas Beigeschmack: Im Ablauf von Posten 9 durchlief Fosser eine schwer im Gelände auszumachende Hecke, Heikkila war sich dieser bewusst. Der Zeitgewinn war minimal, wohl nicht mehr als 1-2 Sekunden. Ein Protest der Finnen blieb aus, Fosser erhielt keine Bestrafung. Angesichts dessen, dass er derjenige war, der diese großen Zeitabstände auf die Konkurrenz federführend ermöglichte, eine Entscheidung, die man verstehen kann, zumal solche unklaren Situationen in der Vergangenheit ebenfalls nicht mit einer Disqualifikation geahndet wurden. Angesichts seiner Vorbildwirkung allerdings ist es ein schlechtes Signal, wenn keinerlei Bestrafung ausgesprochen wird: Um solchen Situationen einen Ermessensspielraum zu geben, wäre für geringfügige Vergehen, die der Veranstalter mit einem kurzen Stück Absperrband hätte verhindern können, vielleicht ein progressives Bestrafungssystem (z.B. „Gelbe Karten“) denkbar, statt direkt eine Disqualifikation aussprechen zu müssen?
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Ergebnis Weltcup Einzelsprint
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