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02. Juli 2024

JWOC Sprintstaffel

Chaos
Sprintstaffeln sind mitunter ein bisschen chaotisch, wie hier bei der Arenapassage der Startläuferinnen.
Foto: Sabine Rothaug
Sprintstaffeln sind mitunter ein bisschen chaotisch, wie hier bei der Arenapassage der Startläuferinnen.
Foto: Sabine Rothaug

Der Auftakt zur JWOC 2024 ist geschafft. Die ersten Medaillen wurden in der Sprintstaffel vergeben. In einem sehr physischen Rennen kamen die beiden deutschen Teams im Abstand von drei Sekunden nach vier Läufer*innen ins Ziel, was Rang 18 in der Nationenwertung bedeutet. Der Sieg ging an das norwegische Team.

Zoo und Dinosaurierpark lagen wirklich nur vorsorglich im Gebiet der Geländesperre. Das Sprintstaffelrennen fand ausschließlich im Wohnblockgebiet und dem steilen Park an der Arena statt. Von der Arena im Amphitheater aus kamen vor allem schnelle Läufer*innen auf ihre Kosten. Die offenen Plattenbauten ließen keine sonderlich komplexen Routenwahlen zu – häufig rechts-links oder längs zur Laufrichtung, keine weiträumigen Alternativen. Lediglich zwei Schulkomplexe, in denen auch Gänge im Gebäude geöffnet wurden, sowie mehrere parallele Treppen und Mauern im Arenabereich bei der Sichtstrecke sorgten für kleinere Schwierigkeiten. Erstere waren in sehr ähnlicher Form bereits im Modelevent präsentiert worden.

Auf Platz 33 und 36 kamen die beiden deutschen Teams nach vier Läufer*innen ins Ziel. Drei Sekunden Abstand, für das erste Team bedeutete das in der bereinigten Ergebnisliste der Nationen den 18. Platz bei einem Rückstand von 6:56 Minuten. Das ist ein größerer Rückstand, als sich das Team vor dem Wettkampf erhofft hatte. Einerseits liegt das am hohen physischen Niveau im internationalen Feld. Platz 18 entspricht so dem aktuellen läuferischen Niveau des Teams, dem auch technisch viele durchschnittliche, aber keine herausragenden Läufe gelangen. Letztlich hätte sich das Team ein höheres Anforderungsniveau in der Bahn gewünscht, um insbesondere mit den laufstarken Teams der zweiten Reihe mithalten zu können. Andererseits liegt der Fokus für einen Großteil des Teams eindeutig auf den Walddistanzen. Die erste Nervosität ist also abgelegt, eine erste Standortbestimmung lässt eine realistischere Zielsetzung zu. In den nächsten Tagen sollen die Ergebnisse diesen Erwartungen angenähert werden.

Die Startstrecke der Damen absolvierte Emma Caspari als bestplatzierte Deutsche auf Rang 27 mit 1:45 Minuten Rückstand. Das erste Team mit Julia Fritz verlor 13 Sekunden auf ihre Zeit. An der Spitze des Rennens schaffte es die Finnin Elli Punto, sich vom Rest des Feldes abzusetzen. Sie kam mit etwas mehr als 10 Sekunden Vorsprung vor einer Verfolgertram aus der Schweiz, Ungarn, Norwegen, Kroatien und Schweden zum Wechsel.

Schon auf der zweiten Strecke drehte Philip Lehman Romoren das Rennen zugunsten seiner Norweger. Seinen Rückstand verwandelte er in einen Vorsprung, 12 Sekunden führte er am Wechsel vor der Schweiz und dem nach vorn gestürmten französischen Team. Für Deutschland liefen Anton Knoll und noch etwas stärker Tobias Nagel, die schließlich nach guten Läufen und etwa einer zusätzlichen Minute Rückstand fast zeitgleich auf Platz 30/31 übergaben.

Beide dritten Läufer erwischten keine optimalen Läufe. Florian Nagel verlor durch einige kleine Unsauberkeiten etwas Zeit, konnte sich aber von Till Buchberger um dreißig Sekunden absetzen. An der Spitze schloss der Franzose Guilhem Verove schnell zum Norweger Alfred Bjoerneroed vor ihm auf. Gemeinsam konnten sie den Abstand zu den Verfolgern vergrößern, die Schweiz lag bereits dreißig Sekunden, Schweden, Ungarn und Tschechien sogar eine Minute zurück.

Es lag also an Mathea Gloersen (NOR) und Annabelle Delenne (FRA), die Goldmedaille auszukämpfen. Bis Rennhalbzeit gaben sich die beiden nichts, nur vier Sekunden betrug der Vorteil für die Norwegerin. An der Arenapassage aber verlor Delenne eine ganze Minute, und damit wohl auch die Medaillenchancen. Hinter ihr nämlich jagten Seline Sannwald (SUI), Alma Svennerud (SWE) und Rita Maramarosi (HUN) die Medaillen. Sogar Lucie Dittrichova passierte die unglückliche Französin noch. Norwegen gewann letztlich souverän Gold, sie hatten sogar im Zieleinlauf noch Zeit, den Sieg zu feiern. Die Silbermedaille ging an die Schweiz – das zweite Team – im Kampf um Bronze konnte sich die Schwedin Svennerud durchsetzen. Für Frankreich blieb mit Platz 6 zumindest noch ein Platz auf dem Podium. Im Duell der beiden deutschen Teams holte Lone Pompe wiederum deutlich Zeit auf ihre teaminterne Konkurrentin Marlene Fritz auf. Fast zeitgleich und gemeinsam mit dem lettischen und britischen Team lieferten sie sich einen Zielsprint, den Marlene für sich entscheiden konnte, während Lone nach ihrer Aufholjagd die Kraft fehlte, noch vorbei zu kommen.

Im Amphitheater fanden sich neben einer größeren Fangruppe der Tschechen auch einige deutsche Unterstützer*innen ein – vielen Dank für die vielen Anfeuerungen! Nach dem Lauf fand dort auch die Eröffnungszeremonie statt – kurz, um das Programm vor dem nahenden Regen durchzubringen – anschließend auch die Siegerehrung, dann in ebenjenem Regen.

Morgen geht es schon weiter, ab 10:00 Uhr könnt ihr in den Einzelsprint einschalten und Team Deutschland unterstützen.

Emma Caspari Emma Caspari
Emma Caspari wechselt als erste Deutsche auf Rang 27
Foto: Veit Slodowski
Emma Caspari wechselt als erste Deutsche auf Rang 27
Foto: Veit Slodowski
Lone Pompe Lone Pompe
In der Arena waren auch einige deutsche Zuschauer*innen.
Foto: Veit Slodowski
In der Arena waren auch einige deutsche Zuschauer*innen.
Foto: Veit Slodowski
Auswertung Auswertung
Anton Knoll, Tobias Nagel und Teo Struck werten ihre Läufe aus und beobachten das Geschehen am Wechsel.
Foto: Sabine Rothaug
Anton Knoll, Tobias Nagel und Teo Struck werten ihre Läufe aus und beobachten das Geschehen am Wechsel.
Foto: Sabine Rothaug
Florian Nagel Florian Nagel
Florian Nagel an der Passage im Schulgebäude.
Foto: Vratislav Polívka
Florian Nagel an der Passage im Schulgebäude.
Foto: Vratislav Polívka
Sieger*innen Sieger*innen
Team Norwegen gewinnt vor der Schweiz und Schweden.
Foto: Veranstalter
Team Norwegen gewinnt vor der Schweiz und Schweden.
Foto: Veranstalter

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Leon Kollenbach
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