05. Juli 2025
JWOC Mitteldistanz
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In einem spannenden Rennen wurden am Mittwoch die Medaillen über die Mitteldistanz vergeben. Die Damenkonkurrenz gewann die Tschechin Viktorie Skachova. Bei den Herren triumphierte Marton Csoboth (HUN). Für das beste deutsche Ergebnis sorgte Lone Pompe auf Platz 21, bester Herr wurde Loic Dequiedt als 35.
Ergebnisse
Damen
1. Viktorie Skachova (CZE) 25:22 Minuten
2. Rita Maramarosi (HUN) +0:31
3. Lucie Dittrichova (CZE) +0:47
21. Lone Pompe +4:47
45. Annika Stamer +7:59
64. Marlene Fritz +9:48
76. Julia Fritz +10:56
Herren
1. Marton Csoboth (HUN) 25:52 Minuten
2. Loic Berger (SUI) +1:15
3. Rasmus Toyryla (FIN) +2:10
35. Loic Dequiedt +6:36
52. David Saupe +7:44
55. Till Buchberger +7:52
110. Moritz Kuntze +12:30
Ein gemischtes Fazit zog das deutsche Juniorenteam nach einer im Ergebnis soliden Mitteldistanz. Zu viele Fehler mochten direkt im Ziel bei einigen keine rechte Freude aufkommen lassen. Dabei ist es wie immer beim OL: Im Ärger über die eigenen Fehler vergisst man, dass in so diffusem Gelände wie heute auch andere von Fehlern nicht verschont bleiben. Es gilt also trotzdem um jede Sekunde zu kämpfen.
Bei ihrem Zielwettkampf für diese JWOC sei sie etwas zu aufgeregt gewesen, erzählt Lone Pompe. „Ich bin mit viel Druck und hektisch reingestartet [deshalb] hatte ich ein bisschen Startschwierigkeiten.“ Auf dem Kartenbild sei viel losgewesen, deshalb übersah sie einen Weg zu Posten eins und kam so denkbar schlecht in den Lauf. Nach einigen Posten fing sie sich, auch weil ihre Startposition optimal war: Direkt hinter Lone startete Ingeborg Roll Mosland, die Viertplatzierte der Langdistanz. Gemeinsam passierte ihnen direkt allerdings noch ein Fehler, denn Lone führte sie ohne ausreichende Richtungskontrolle einen Hang hinab, sie liefen allerdings erheblich zu weit und damit einen kostspieligen Umweg. Dann aber fing sie sich und konnte den Lauf technisch sicherer zu Ende bringen. Sie profitierte auch weiterhin von der Konkurrenz: An Posten 11 holte die spätere Siegerin Viktorie Skachova sie ein, von der sie, trotz zu großem Tempounterschied, auf der folgenden Wegpassage profitieren konnte. Am Ende stand mit Platz 21 Lones bestes JWOC-Resultat im letzten Einzelrennen.
Als zweite Deutsche auf Platz 45 zeigte Annika Stamer eine optimale Leistung. Sie holte aus ihrem Lauftempo heraus was ging und blieb nahezu fehlerfrei. „Ich habe immer abgewogen, ob ich den Posten sicher anlaufen sollte, oder ob es auch ein bisschen straighter geht“, berichtete sie. Einzig der Start glückte wie bei ihren Teamkolleginnen nicht optimal. „Es war eine relativ lange Strecke zum Start, trotzdem habe ich die einfache Route über den Pfad nicht gesehen.“ Auf ihren ansonsten fehlerfreien Lauf war sie im Ziel zurecht stolz.
Bester deutscher Herr über die Mitteldistanz war Loic Dequiedt auf Platz 35. Seinen Ansprüchen genügt dieses Ergebnis nicht. „Ich habe gleich zum ersten Posten Fehler gemacht und dann war irgendwie der Wurm drin.“ Die Physis hätte – trotz Fußproblemen über die Langdistanz – ein deutlich besseres Ergebnis hergegeben, im teils etwas diffusen Gelände wurden aber schon kleine Ungenauigkeiten bestraft.
So schickte sich Till Buchberger an, bestplatzierter Deutscher zu werden. Er startete sicher rein und lag nach einem Drittel der Strecke vor seinen Teamkollegen. Zu Posten neun unterlief ihm allerdings ein administrativer Fauxpas: Auf der Routenwahlverbindung verlor er plötzlich die Kontrolle und orientierte Posten zehn an. Weil er den Fehler am Posten unmittelbar bemerkte und sauber weiter orientierte, konnte er den Zeitverlust in Grenzen halten. Im Ziel ordnete er sich auf Platz 54 ein, wie Teamkollege David Saupe (51.) verpasste er die angepeilte Top50-Platzierung in diesem engen Rennen knapp.
International
Mehr noch als über die Langdistanz nahm auch das Rennen über die Mitteldistanz erst im letzten Drittel des Wettkampfes an Fahrt auf, denn die Favorit*innen hatten sich fast sämtlich die letzte Startgruppe ausgesucht, um von Spuren profitieren zu können. Die Hitze spielte in einem Wettkampf über nur 25 Minuten nicht die herausragende Rolle wie zwei Tage zuvor.
Bei den Damen wurde die Tschechin Lucie Dittrichova früh ihrer Favoritenrolle gerecht. Vom Start weg setzte sie die Bestzeiten und baute Posten um Posten ihren Vorsprung gegenüber dem gesamten Feld aus. Die anderen Topläuferinnen blieben dicht beisammen, schienen die Tschechin aber nicht ernsthaft gefährden zu können. Die einzige Dame aus den Top10, die sich frühzeitig einen großen Rückstand einhandelte, war die Ungarin Rita Maramarosi. Sie machte zu Posten drei einen Richtungsfehler und konnte sich erst an einem Pfad knapp hundert Meter hinter dem Posten auffangen – in einer Mitteldistanz ein riesiger Fehler. Sie aber schien die einzige Dame des Startfeldes, die Dittrichovas Tempo etwas entgegensetzen konnte. Ab Posten 12 änderte sich das Bild plötzlich. Dittrichova hatte über eine Minute Vorsprung angesammelt, doch plötzlich verlor sie Zeit. Wenig läuferisch zu Posten 13, dann durch eine sicherere Umlaufroute zu Posten 14. Noch kein Problem, sie lag noch immer zwanzig Sekunden vor Kollegin Skachova. Diese nämlich verlor ab Posten dreizehn nur noch zwölf Sekunden auf die Superwomanzeit und schob sich nach etwas verhaltenem Start auf Platz zwei vor. Beim Ablauf zum letzten Posten passierte dann das Unglück. Dittrichova kontrollierte die Richtung nicht ausreichend und lief auf den falschen Weg raus, dem sie noch einige Sekunden folgte. Bis sie den Fehler korrigiert hatte, war über eine Minute vergangen. Nicht nur Skachova, sondern auch Maramarosi zogen noch vorbei und sie konnte knapp Platz drei verteidigen.
Dem Herrenrennen drückten die Schweizer ihren Stempel auf. Drei Herren in den Top6 – für die Staffel gab es wohl nur einen Favoriten. Der erste von ihnen war der am stärksten einzuschätzende: Loic Berger, der, wenn er eine Schwäche hat, ab und zu anfällig für Orientierungsfehler ist. Er zeigte sich fast tadellos und war besonders auf den kurzen Verbindungen nicht zu schlagen. Einzig auf den längeren Verbindungen, zu Posten neun und zu Posten 16, ließ er etwas Zeit, indem er zu lange oder zu schlecht belaufbare Routen nahm. Seine Konkurrenz kam dennoch vorerst nicht an den Schweizer heran: Weder der Tscheche Daniel Bolehovsky, bisheriger Dominator der Juniorenweltmeisterschaften, noch der Finne Rasmus Toyryla. Auch die Teamkollegen David Baumberger und Corsin Müller scheiterten an Bergers Zeit, sie lieferten sich mit Toyryla einen Sekundenkampf um den zwischenzeitlichen Platz zwei.
Auf seinen ersten Einzeltitel bei Juniorenweltmeisterschaften muss Berger trotzdem weiter warten: Noch nach den anderen Podiumskandidaten startete der Ungar Marton Csoboth. Auf den kurzen, schnellen Verbindungen lief er zwar nicht ganz auf dem Niveau von Berger. Er startete jedoch schneller und vor allem traf er die längeren Routenwahlen so gut, dass der Schweizer ihm nicht gefährlich werden konnte. Insbesondere im letzten Drittel, als es kurzzeitig so schien, als ob er gegenüber Berger zu viel Zeit verlieren würde, konnte er mit brillantem Anlaufen von Posten sechzehn fünfzehn Sekunden und mehr auf die gesamte Konkurrenz herausholen und so die entscheidende Lücke bewahren. Der Vorsprung mochte schließlich kaum zu diesem ansonsten mitteldistanzmäßig engen Rennen passen: 1:15 Minuten lag Csoboth im Ziel vor Berger.