04. Juli 2024
JWOC Langdistanz
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Platz 18 - Florian Nagel! Platz 22 für Emma Caspari! Über die Langdistanz zum Auftakt der Walddistanzen bei der JWOC zeigte Team Deutschland gleich, wozu sie in diesem Gelände zustande sind. Bei den Herren wurde der Kampf um den Sieg knapp, es gewann erneut Matthieu Bührer (SUI). Lucie Dittrichova (CZE) wiederholte ihren Triumph aus dem letzten Jahr. Mit ihren Teamkolleginnen sorgte sie für einen tschechischen Dreifacherfolg.
Es war eine hammerharte und schnelle Langdistanz, welche den Athletinnen und Athleten geboten wurde. Schon bei den angegebenen Siegerzeiten wurde klar, dass ein hohes Tempo gefordert sein würde. Lange Routenwahlen wechselten sich mit einigen schwereren Posten in Steinfeldern oder am Rande des Bachtals. Wer Wege nutzen wollte, musste oft weit außenrum laufen, auf direktem Wege waren es oft mehr Höhenmeter und viele Quermeter.
Nicht einmal acht Minuten Rückstand hatte Florian Nagel nach 83 Minuten Laufzeit auf den Sieger. Ihm gelang ein optimaler Lauf. „Ich habe vielleicht zehn, fünfzehn Sekunden verloren, also war schon ganz perfekt!“, sagte Florian im Ziel. Die Statistik bestätigt ihn, keine nachweisbaren Zeitverluste gelang neben ihm in den Top30 nur einem anderen Läufer. Emma Caspari hatte geringfügig mehr Zeitverluste, der Rückstand auf Siegerin Dittrichova lag bei 12 Minuten. Die großen Abstände an der Spitze aber lassen noch eine andere Aussage zu: Bis zum Podium fehlten nur gute vier Minuten. Bei ihr gingen die Vorsätze für das Rennen fast perfekt auf. Sie wollte sich die Zeit nehmen, alle möglichen Routen zu sehen, bevor sie die richtige auswählen würde. Das gelang. Für einige Posten konnte sie noch vom Tempo der später viertplatzierten Finnin Virna Pellikka profitieren – bei Topläufen muss frau manchmal auch das Startplatzglück noch auf ihrer Seite haben. Neben den beiden Topplatzierungen konnten auch weitere Deutsche solide, gute Läufe zeigen. Bei den Herren wurde Till Buchberger 49, nur 16 Minuten Rückstand und damit im ersten Drittel des Tableaus. Bei den Damen zeigte Julia Fritz als 42. mit 20 Minuten Rückstand ein gutes Rennen.
Das Rennen der Herren wurde zunächst besonders durch die Mitteleuropäer geprägt. Zunächst lief Lokalmatador Tomas Urbanek eine frühe Bestzeit. Die Schweizer Elia Gartmann und Joschi Schmid verbesserten sie zunächst deutlich. Dann kamen kurz nacheinander zwei der Favoriten: Der Tscheche Daniel Bolehovsky und der Schweizer Sprintsieger Matthieu Bührer. Beide lagen lange Zeit gleichauf. Erst auf der Routenwahl zu Posten 16, als Bührer die höhenmeterreichere Variante auf dem Weg der Querroute auf der Höhe vorzog, konnte Bührer sich absetzen. Einige späte Starter, die von den im Gelände entstandenen Spuren zu profitieren suchten, schickten sich noch an, Bührer den Sieg streitig zu machen. Doch sowohl Loic Berger als auch Jan Strycek konnten nicht mehr ganz vorn angreifen und blieben auch hinter Bolehovsky zurück. Ein Neuseeländer aber brachte seinen Lauf bis zum Ende durch. Zefa Faavae lag lange (bis Posten 13) vor Bührer. Bergauf war seine Konkurrenz schneller, schloss wieder auf. Den entscheidenden Abstand stellte Bührer erneut spät her, als Faavae zu Posten 17 quer bergab lief, Bührer aber die etwas weitere Wegroute wählte. Als er ins Ziel lief, stürmten nicht nur die Neuseeländer*innen zum Zieleinlauf, auch Australier und andere rannten heran und feuerten ihn an. Letztlich brachte der Neuseeländer sieben Sekunden Vorsprung auf Bolehovsky ins Ziel und gewann Silber.
Das Rennen der Damen ist schnell erzählt. Es gab ein paar frühe Bestzeiten – zunächst Anna Gasser (SUI), dann Klara Borg (SWE) und Seline Sannwald (SUI). Danach kamen die Tschechinnen und Lucie Dittrichova im Speziellen. Von Posten 1 an pulverisierte sie die Zwischenzeiten ihrer Konkurrentinnen und zeigte, dass sie das Gelände perfekt beherrscht. Ihrer Zielstrebigkeit und Sicherheit konnte keine Konkurrentin Paroli bieten, nur einmal verlor sie mehr als eine halbe Minute auf die „Superwoman“-Zeit. Im Ziel markierte sie eine um 7:43 Minuten bessere Zeit. Auch ihre wenig später gestartete Teamkollegin Victorie Skachova konnte ihr nicht gefährlich werden, sechs Minuten Rückstand bedeuteten für sie am Ende Bronze. Denn eine kam noch. Mit Michaela Novotna zeigte eine dritte Tschechin eine bravouröse Leistung. Sie lag beständig etwa eine Minute hinter Dittrichova zurück, konnte den Abstand aber konstant halten, und so blieb dem*r Zuschauer*in bis zu den letzten Posten die Aussicht, dass sie vielleicht noch die entscheidende Zeit finden und sich wieder an ihre Teamkollegin heranschieben könnte. Sie fand die Zeit nicht, konnte aber mit Silber zwei Minuten hinter Dittrichova über ihre zweite Medaille jubeln. Ein Dreifachsieg der Tschechinnen – aus Anwärterinnen auf den Staffelsieg zum Abschluss der JWOC wurden haushohe Topfavoritinnen. Wer soll ihnen gefährlich werden? Lasst uns schauen, vielleicht bringt die Mitteldistanz morgen in einem anderen Geländetyp eine Überraschung.
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