29. Juni 2026
EYOC-Bronze für Julian Doetsch
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In Slowenien ging am gestrigen Samstag eine äußerst erfolgreiche Jugendeuropameisterschaft (EYOC) zu Ende. Highlight der Titelkämpfe war die Bronzemedaille, die Julian Doetsch (H18) über die Langdistanz erlief. Er erlief ein weiteres Diplom mit Platz vier im Sprint, dazu kamen weitere Top10-Platzierungen und ein starkes Teamergebnis der H18 auf der Langdistanz, sodass schlussendlich Platz sieben im Teamranking aller Nationen zu verzeichnen war.
Platz vier und sieben zum Auftakt im Sprint
Der Sprint in Nova Gorica zum Auftakt der EYOC 2026 hielt, was er versprach. Ein schnelles und damit auch enges Rennen rund ums Stadtzentrum und in den angrenzenden Plattenbausiedlungen sorgte für spannende Entscheidungen. Mit unsymmetrischen Sperren und damit im Wettkampftempo schwer zu sehenden Durchlässen hatten sich die Bahnleger auch technisch einige Schwierigkeiten ausgedacht. Zusätzlich machte die Hitze von mehr als 35°C den Läufer*innen zu schaffen. Nachdem Kopf und Beine im Laufe der Strecke schon ordentlich durchgekocht worden waren, stand zum Ende noch ein kleiner Laufwettkampf an. Vom vorletzten Posten ging es 400 Meter lang gerade und leicht ansteigend bis ins Ziel, sodass auch die letzten Körner verfeuert werden mussten und garantiert war, dass wirklich niemand mehr „gut“ auf dem Zielfoto aussah.
Das beste Rennen aus deutscher Sicht machte Julian Doetsch, der mit den hohen Ambitionen angereist war, seine „Streak“ aufrecht zu erhalten. Seine Erwartungshaltung also: Ein Podium zu erlaufen. Entsprechend stark startete er und lag im gesamten Rennen in Reichweite der Medaillen, führte sogar kurzzeitig das Feld an. Bei einem derart schnellen Rennen kam es auch darauf an, möglichst viele der nur leicht unterschiedlichen Routenwahlen richtig zu entscheiden und Zögern zu vermeiden. Auch das klappte. Entscheidende Zeit verlor Julian erst am Ende: Auf der langen Laufpassage hinein ins Ziel verlor er acht Sekunden und mehr auf die direkte Konkurrenz – zu viel für eine Medaille. Es blieb Platz vier für ihn, vier Sekunden hinter Bronze und nur zehn Sekunden hinter dem spanischen Sieger Ekain Fernandez Garcia. Schon im ersten Rennen war damit das Mindestziel erreicht.
In der H16 machte sich auch Jacob Imbsweiler große Hoffnungen auf eine Topplatzierung. Das Tempo stimmte, er war auf Medaillenniveau unterwegs. Im Ziel aber haderte er mit einigen Routenwahlentscheidungen, die ihm diese schließlich kostete. Es reichte für Platz sieben, 37 Sekunden hinter Daniel Sanz, einem weiteren spanischen Sieger.
Für eine starke Platzierung in der D18 sorgte Marika Prolingheuer. Bei einem äußerst überlegenen Sieg der Schweizerin Lotta Marit Luethi lag sie 1:35 Minuten zurück auf Platz 12.
Bestplatzierte D16erin wurde bei ihrem EYOC-Debüt Jara Lauer. Hier gewann die Kroatin Dora Delic.
Platz drei über die Langdistanz
Nicht viel kühler, dafür umso steiler wurde es auf der freitäglichen EYOC-Langdistanz, zu der es hinauf in die Berge auf fast 1000m Höhe ging. Bei dem kleinen Örtchen Lokve stand [schönes|anstrengendes|steiles|anspruchsvolles] (passendes Adjektiv bitte einsetzen) Karstgelände auf dem Programm. Schwer belaufbare Steinfelder machten schnelles Laufen und gleichzeitiges Kartenlesen fast unmöglich, dazu gab es in den vielen Dolinen und Steinen kaum eine Möglichkeit den Kopf abzuschalten. Schon im Vorfeld war klar: Fehlerfrei würde niemand durchkommen. Es ging entsprechend darum, die eigenen Fehler zu minimieren und einen soliden Lauf ins Ziel zu bringen, dann könnte es weit nach vorne gehen.
Es war also genau abzusehen, worum es bei diesem Lauf ging, die Umsetzung gestaltete sich als umso schwieriger. Am besten damit zurecht kam einmal mehr Julian Doetsch. Er zeigte einen technisch sicheren Lauf, auch ihm aber passierten kleine Unsicherheiten und Fehler. Als er nach etwas mehr als Rennhalbzeit ins Ziel kam, lag er nur knapp drei Minuten hinter dem führenden Tschechen Matous Skripnik auf Platz zwei. Es begann das nervöse Warten, wofür es reichen würde, denn einige starke Namen starteten noch nach ihm. Allen voran: Der Tscheche Martin Bulicka. Er war noch schneller unterwegs als sein Teamkollege und damit auch schneller als Julian. Mit 5:40 Minuten Vorsprung auf den Bronzerang setzte er sich in Front. Für Julian blieb es am Ende bei Platz drei, alle verbliebenen Konkurrenten im Kampf um die Medaillen verloren noch entscheidend an Zeit. Entsprechend groß war die Freude, als es für Julian nach drei Diplomplatzierungen in den vergangenen drei Jahren für die ersehnte Medaille reichte. Er stellte aber auch fest: „Mit 5:40 Minuten Rückstand gewinnt man so schnell keine Bronzemedaille mehr bei einer EYOC.“
Auch zwei weitere H18 zeigten tolle Läufe und erliefen Topplatzierungen. Rasmus Viertel auf Platz 10 und Daniel Schmidt mit Platz 12 trennten schlussendlich nur 17 Sekunden. Hinter dem tschechischen Sieger lagen sie knapp über neun Minuten zurück. „[Das Highlight dieser EYOC] für mich war sicherlich dieser 12. Platz über die Langdistanz, auf die ich mich sehr vorbereitet habe und sie als großes Ziel gesehen habe, um auch mal unter die Top20 zu kommen, was ich in den letzten Jahren immer knapp nicht geschafft habe“, zeigte sich Daniel Schmidt sichtlich zufrieden. Das lag sicherlich auch an der Vorbereitung, die Teile des Teams in einem Privattrainingslager in relevantem Gelände machten: „Der Gedanke war, auch von Lionel und Julian, dass man nochmal ein Trainingslager dort macht, weil ich glaube, dass es schon wirklich schwer ist, wenn man noch nicht dort war. Man hat gemerkt, dass wir uns gut vorbereitet haben auch mit den Karten, mit dem Höhenprofil von der Langdistanz im Vorfeld, und ich habe auch einige Bahnen selbst gelegt und ein paar Routenwahlen ausgemessen.“
Für weitere gute Ergebnisse sorgten Jannika Wetzel als 22. der D18 und Marie Geißler als 23. in der D16.
Der Sieg in der älteren Damenkategorie ging, sehr zur Freude der Gastgebernation, an die Slowenin Brina Kölner, die damit den ersten slowenischen EYOC-Sieg erlief. In der D16 gewann, einen Tag nach dem Sieg ihrer Zwillingsschwester, Sara Delic (HRV) die Goldmedaille. In der H16 hieß der Gewinner erneut Daniel Sanz (ESP).
Solides Staffelergebnis ohne Highlightreel
Zum Abschluss der Titelkämpfe ging es in den Wald bei dem kleinen Örtchen Nemci, etwas südlich der Langdistanzarena. Wieder warteten Dolinen und Steine in hoher Dichte, im Vergleich fehlten aber die vielen Höhenmeter und die klare Geländestruktur. Besonders im detailreichen Gelände sorgten die Gabelungen für viel Schwierigkeit, insgesamt aber war das Gelände übersichtlicher und das Wegenetz noch ausgeprägter.
Das deutsche Team sorgte für ein sehr solides Teamergebnis. Alle fünfzehn Läufer*innen kamen ohne größere Fehler durch. So erlief zwar keine Staffel ein Diplom, drei der vier Staffeln kamen aber in die Top10 und auch die vierte Staffel, die D18, verpasste diese als 11. nur knapp. Die stärksten Leistungen zeigten die Startläufer der D/H16: Sowohl Michael Schlei als auch Selma Drechsler wechselten auf der fünften Position in der erweiterten Spitze.
Etwas enttäuscht zeigten sich die H18-Läufer, die sich nach dem starken Teamergebnis tags zuvor durchaus im Bereich der Medaillen, zumindest aber im Bereich eines Diploms sahen. „Wir hatten absolut das Gefühl, das wir um die Medaillen laufen“, erzählte Daniel Schmidt im Interview. „Wenn man das Ergebnis von der Langdistanz anschaut, waren wir die erste Nation, die drei Läufer platziert hatte, deshalb war schon der Gedanke, wenn wir einen guten Lauf haben, auch wenn es nicht ganz so perfekt wie auf der Langdistanz ist, wir schon um eine Top6 oder sogar eine Medaille laufen. Umso enttäuschter waren wir dann, dass es nicht gereicht hat und es nur der undankbare siebte Platz wurde. Wir haben alle drei ein bisschen dazu beigetragen. Rasmus hat auf der Startstrecke bisschen Zeit liegen gelassen, als er am falschen Gabelungsposten war, ich war physisch […] nicht richtig auf der Höhe und Julian hat am Ende ein bisschen die Nerven verloren, aber ich denke das ist auch nachvollziehbar nach drei Tagen mit intensiven Wettkämpfen und dem Stress und den Temperaturen.“ Letztlich geht es bei der EYOC ja auch darum, mit solchen Situationen umzugehen zu lernen und sich Rezepte für zukünftige Wettkampfhighlights zu erarbeiten.
Außerhalb der Wertung der EYOC, dafür aber mit einem guten Gefühl nach Hause ging es für Karl Jobke. In der Mixed-Staffel für all diejenigen, die als Vierte Läufer ihrer Nation keinen Staffelplatz erlaufen konnten, lief er als Schlussläufer als Erster über die Ziellinie.
Im Kampf um die Staffelsiege ging wenig an unseren östlichen Nachbarn vorbei. Es bewahrheitete sich wieder einmal: Staffeltag ist Tschechien-Tag. Zwei Siege (D18, H16) und zwei zweite Plätze standen im Ergebnis zu Buche. In der Konkurrenz der D16 mussten sie sich nur den favorisierten Kroatinnen geschlagen geben. In der H18 siegte die Staffel aus Finnland, fast auf die Sekunde mit der angepeilten Siegerzeit von 100 Minuten.
Eine insgesamt tolle EYOC mit tollen Einzelergebnissen spiegelte sich so auch in der abschließenden Teamwertung wider. Besonders der Staffeltag brachte das Team noch einmal nach vorn: Am Ende stand ein hervorragender siebter Platz im Nationenranking, welches von Tschechien gewonnen wurde.
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