23. September 2026
Europameisterschaften Litauen
Vom 22.-27.09.2026 finden in Litauen die Europameisterschaften statt. Wettkampfort ist Druskininkai, im Süden des Landes, unweit der polnischen und belarussischen Grenze. Es tritt ein großes deutsches Team an, das die guten Ergebnisse aus dem Weltcup zuletzt bestätigen möchte.
Programm
Mittwoch, 23.09., Qualifikation
Donnerstag, 24.09., Langdistanz
Samstag, 26.09., Mitteldistanz
Sonntag, 27.09., Staffel
Wie auch im Weltcup zuletzt üblich wartet zunächst eine kombinierte Qualifikation mit Mittel- und Langdistanzanteilen auf die Läufer*innen. Bei einer Siegerzeit von etwa 50 Minuten gilt es, unter die besten 20 seines Heats zu kommen, um in der Langdistanz im A-Finale startberechtigt zu sein. Für die Mitteldistanz rücken die 10 bestplatzierten B-Finalist*innen, sowie der*die Sieger*in eines möglichen C-Finals ins A-Finale auf. So heißt es also schon am Mittwochvormittag Daumendrücken, denn Qualifikationen sind üblicherweise sehr eng.
Gelände
Typisch baltisches Gelände wartet auf die Läufer*innen. Es wird flach, doch die typische wellige Struktur mit kleinen Hügeln und Senken fordert höchste Aufmerksamkeit. Es geht darum, bei hohem Tempo möglichst präzise den Kompass zu nutzen und dabei die Objekte innerhalb des Sichtkorridors mitzulesen, denn im litauischen Wald ist die Sicht üblicherweise etwas eingeschränkt. Den Kartenkontakt zu verlieren gilt es dabei unter allen Umständen zu vermeiden, zu ähnlich sehen sich viele Strukturen, sodass Einlesen viel Zeit kostet. So hilft es gerade auf langen Strecken sicherlich, Wegerouten zu nutzen, um dem Kopf eine kurze Pause zu gönnen. Physisch wird ein hohes Tempo gefordert sein, entsprechend lang sind die Strecken. Auch die Höhenmeter sind nicht zu unterschätzen. Trotz, dass die Anstiege nicht länger als 20 – 30 Meter sind, addieren sie sich auf der Langdistanz zu über 400 Metern auf.
Team
Damen
Emma Caspari (OL Team Lippe)
Birte Friedrichs (MTV Seesen)
Julia Fritz (OL-Team Filder)
Marlene Fritz (OL-Team Filder)
Ellen Klüser (USV TU Dresden)
Hanna Müller (Gundelfinger Turnerschaft)
Patricia Nieke (USV TU Dresden)
Lone Constanze Pompe (SV Robotron Dresden)
Paula Starke (USV TU Dresden)
Herren
Bojan Blumenstein (OSC Kassel)
Riccardo Casanova (OLG Regensburg)
Ole Hennseler (MTV Seesen)
Konstantin Kunckel (USV TU Dresden)
Timon Lorenz (OLG Regensburg)
Florian Nagel (OL-Team Filder)
Tobias Nagel (OL-Team Filder)
Anselm Reichenbach (SSV Planeta Radebeul)
Anton Silier (Preetzer TSV)
Aufgrund von Krankheiten ergeben sich gegenüber der Nominierung kleinere Änderungen. Das Ziel bleibt davon sicherlich unberührt: Es sollen ähnlich gute Ergebnisse wie zuletzt beim Weltcup in Tschechien gelingen. Dafür bereitete sich das Team in zwei Trainingslagern in diesem Jahr vor Ort vor. Das letzte Großereignis in diesem Geländetyp, die WOC 2017 in Estland, ist inzwischen so lange her, dass nur noch wenige Athlet*innen Vorerfahrung mitbringen.
Favoriten
Wer hätte es gedacht, die üblichen Verdächtigen. Bei den Damen ist Simona Aebersold die Topfavoritin, die es zu schlagen gilt. Die Schweizerin berichtete in der Vorbereitung davon, noch nicht so gut mit dem Gelände klarzukommen, wie sie das wünschte. Auch die Schwedin Tove Alexandersson tritt an und damit wird es erstmals in dieser Saison zum Duell der beiden Ausnahmekönnerinnen kommen – jedenfalls auf höchstem Niveau. Mit Hanna Lundberg und Sanna Fast stehen zwei weitere Schwedinnen mit Medaillenambitionen an der Startlinie. Dahinter kämpft die junge Generation um Podestplätze, allen voran Pia Young Vik (NOR) und Lucie Dittrichova (CZE), auch wenn abzuwarten ist, wie gut beide mit diesem eher ungewohnten Geländetyp klarkommen. Nicht zu vernachlässigen sind in diesem Gelände sicherlich auch die Finninnen, unter ihnen Venla Harju und Marika Teini. Schließlich wollen auch die Baltinnen selbst in „ihrem“ Gelände ein Wörtchen mitreden. In Tschechien zuletzt machte Judita Traubaite (LTU) mit einer Weltklasseleistung in der Staffel auf sich aufmerksam. Kann sie diese auch in ihrem Heimwald bringen?
In der Herrenkonkurrenz ist der Gesamtweltcupführende Kasper Harlem Fosser (NOR) einmal mehr Topfavorit. In Tschechien noch nicht in seiner besten Waldverfassung hatte er nun ausreichend Zeit, entsprechende Routinen aufzufrischen. Es bahnt sich ein erneutes Duell mit Viktor Svensk (SWE) an. Der jüngste der Svensk-Brüder konnte Fosser zuletzt gleich zweimal schlagen. Weiterhin dürften Tomas Krivda (CZE) und Fabian Aebersold (SUI) auf das Podest schielen. Gerade auf der Mitteldistanz ist Spezialist Eirik Langedal Breivik (NOR) immer ein Mitfavorit. Aus Frankreich starten die starken Quentin Moulet (zuletzt Langdistanzvierter) und Matthieu Perrin. Und auch bei den Herren können die Finnen vorn angreifen, allen voran Miika Kirmula und Olli Ojanaho. Aus der jüngsten Generation machte zuletzt schon Matthieu Bührer (SUI) auf sich aufmerksam. (Ge-)Heimfavoriten? Die besten Karten könnte hier der laufstarke Jurgen Joonas (EST) haben.
EOC verfolgen
Wie bei jedem Großereignis gibt es auch bei der EM eine umfassende Liveübertragung. Schon für die Qualifikation wird neben GPS-Tracking und Livesplits ein Livestream auf Eurovisionsports zur Verfügung stehen. Zu den Finalläufen gibt es den IOF Livestream zu den üblichen Konditionen, in dem einmal mehr Kathrine Bett und Jonas Merz durchs Geschehen führen werden. Schaltet rein und feuert hoffentlich viele deutsche Finalteilnehmer*innen an!