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07. April 2025

DM Sprint in Clausthal-Zellerfeld

Marek Pompe
Kampf bis zur Ziellinie: Marek Pompe gewinnt die DM Sprint 2025 in der Herren Elite.
Foto: Eike Bruns
Kampf bis zur Ziellinie: Marek Pompe gewinnt die DM Sprint 2025 in der Herren Elite.
Foto: Eike Bruns

Das erste Meisterschaftswochenende des Jahres ist Geschichte. Der MTK Bad Harzburg bot in der Bergstadt würdige Titelkämpfe. Jule Roßner (OK Leipzig) und Marek Pompe (SV Robotron Dresden) kürten sich im Sprint zu den neuen deutschen Meistern in den Hauptklassen. In der Sprintstaffel sicherte sich der MTV Seesen den Titel.

Viel los am Wochenende, vier Wettkämpfe, vier Titelentscheidungen. Wir arbeiten das Geschehen nacheinander ab.

 

Höhepunkt 1 – DM Sprint

Vorbei an der Marktkirche, über den Alten Friedhof und durch verschiedenste Gebäude der TU Clausthal hinauf zur Mensa, das war die DM Sprint 2025. Die Strecke war physisch geprägt, insbesondere im Schlussteil. Die Bahnleger Tom Buchholz und Christoph Hofmeister hatten sich bis zu 60 Höhenmeter für die zweite Hälfte der Strecke aufgespart. Wenn Beine und Kopf langsam müde wurden musste gekämpft und das Tempo hochgehalten werden. 

Im Damenrennen gelang dies Jule Roßner vom OK Leipzig am besten. Im letzten Jahr konnte sie verletzungsbedingt nur an wenigen Läufen starten, weshalb sie nun deutlich vor dem restlichen Favoritinnenfeld startete. Sie zeigte sich vom Start weg überlegen: Schon im Anfangsteil baute sie nach und nach einen deutlichen Vorsprung auf, bis zum Funkposten hatte sie mit schnellem Tempo und guten Routenausführungen bereits einen Puffer von 13 Sekunden auf die bis dorthin zweitplatzierte Ellen Klüser. Im Schlussteil zeigte sie sich physisch der Konkurrenz überlegen. Lediglich die Silbermedaillengewinnerin Marieluise Schmitt-Gran (Gundelfinger TS) und Maren Guthier konnte ein annähernd ähnliches Tempo laufen. Die Bronzemedaille gewann Ellen Klüser (USV TU Dresden), die im Anstieg einer Erkältung Tribut zollen musste.

Bei den Herren entwickelte sich schon zu Beginn ein enges Rennen zwischen den vier Favoriten. Bis zum Funkposten lagen alle innerhalb von 15 Sekunden, wobei auch dort Marek Pompe (SV Robotron Dresden) bereits einen leichten Vorteil für sich verbuchen konnte. Sein Tempo den Berg hinauf blieb unantastbar. Er baute den Vorsprung aus und konnte sich mit 15 Sekunden Vorsprung auf Timon Lorenz (OLG Regensburg) seinen ersten Einzeltitel in der Elite sichern. Konstantin Kunckel (USV TU Dresden) konnte Ole Hennseler noch abfangen und sicherte sich Bronze, nachdem dieser einen Posten überlaufen hatte und umdrehen musste.

Auch Abseits des Eliterennens gab es spannende Medaillenentscheide. In einigen Klassen lagen nur Sekunden zwischen den Medaillist*innen, während andere überlegene Siege feiern durften. Am engsten ging es in der H16, der H35 und der D60 zu. Bei den Jugendlichen sicherte sich der für den MTK Bad Harzburg startende Norweger Troj Gunnarsson den Titel mit einer Sekunde Vorsprung vor Jacob Imbsweiler, 12 Sekunden später folgte Daniel Schmidt. Nicht viel weniger knapp waren die Jungsenioren der H35 – Wieland Kundisch erkämpfte sich mit einer unwiderstehlichen Bergstärke die Goldmedaille ebenso knapp vor Matthias Kretzschmar, mit wiederum 14 Sekunden Rückstand gewann Sören Lösch Bronze. In der D60 wurde es dagegen nur um den Sieg derart knapp: Es siegte Kristine Fritz eine Sekunde vor Kirsten Kolbe. 
Andere Sieger*innen konnten überlegene Siege feiern, unter anderem Seriensieger Michael Finkenstädt in der H60. Auch zwei im Vorbericht aufgegriffene Fragen können nun beantwortet werden. Anicó Kulow sicherte sich souverän den Sieg in der D35, während Christoph Freudenfeld (5. in der H45) vielleicht auch die zugewiesene Favouritenrolle zu viel Druck auferlegte.

 

Höhepunkt 2 – DM Sprintstaffel

Nur wenige Stunden nach der DM Sprint ging es bei der DM Sprintstaffel schon um die nächsten Medaillen. Auf dem Campusgelände rund um die Mensa standen enge und spannende Rennen an. Einmal mehr ging es um ein hohes Lauftempo, gleichzeitig musste der Wechsel aus kurzen Postenverbindungen und rechts-links-Routenwahlen optimal ausgeführt werden. 

Im Elitefeld übernahmen die laufstarken Nationalkaderläuferinnen vom Start weg die Kontrolle über das Renngeschehen. Maren Guthier zeigte sich als die stärkste Läuferin und übergab als erste. Die erste Läuferin eines (Geheim-)Favoritenteams war Julia Fritz vom OL-Team Filder auf Platz 4. Andere Favoritenteams wie Regensburg oder Seesen folgten im Sekundenabstand. Der SV Robotron Dresden verlor als Titelverteidiger bereits auf der Startstrecke entscheidend an Zeit. 
Auf der zweiten Strecke setzte sich das OL-Team Filder durch eine klasse Leistung von Nachwuchsläufer Daniel Schmidt in Führung. Mit Bestzeit auf Strecke zwei lief dahinter Wieland Kundisch seinen USV TU Dresden bis auf drei Sekunden an die Spitze heran. Die OLG Regensburg lag zu diesem Zeitpunkt 17 Sekunden zurück. Für den MTV Seesen konnte Till Buchberger den Rückstand in Grenzen halten, sodass ihre beiden stärksten Läufer*innen sich an die Aufholjagd machen konnten.
Das gelang auf Strecke drei Ole Hennseler. Hatte er am Morgen noch das Nachsehen, so lief er nun Streckenbestzeit, rund dreißig Sekunden schneller als die vor ihm liegenden Nationalmannschaftskollegen Konstantin Kunckel und Timon Lorenz. 
Es war bereitet für eine spannende Schlussstrecke. Bis zur Sichtstrecke konnte Birte Friedrichs die 27-sekündige Lücke zu Ellen Klüser schließen. Sie ruhte sich einige Sekunden im Windschatten aus, so mutmaßte zumindest Sprecher Patrick Hofmeister, am Anstieg der letzten Posten zog sie schließlich davon und sicherte dem Lokalmatador MTV Seesen die Goldmedaille. Nach einem spannenden Kampf freute sich auch der USV TU Dresden sichtlich über Silber, Bronze ging an die OLG Regensburg.

In der Jugendklasse gewannen die Favoriten des OLV Steinbergs souverän. Schon auf der Startstrecke konnte lediglich Nele Simon von der OLG Regensburg der schnellen Steinbergerin Sophie Behrendt folgen, spätestens auf der zweiten Strecke war das Rennen durch Michael Schlei entschieden. Julian Doetsch und Lina Behrendt mussten den Vorsprung nur noch verwalten und ließen nichts mehr anbrennen.
Im Kinderrennen bis 12 siegte der Post SV Dresden mit Johanna Wiedenfeld – Tyra Bader – Merle Richter. Die jüngere Seniorenklasse konnte der OSC Hamburg für sich entscheiden, hier fing Christian Teich den Königsteiner Ingo Horst noch auf der Schlussstrecke um Sekunden ab. Die Senior*innen ab 180T gewann das OL-Team Filder.

Einziges Manko rund um eine gelungene Sprintstaffel: Es gab einige Regelverletzungen und Übertritte über verbotene Mauern und Hecken. Natürlich ist eine Sprintstaffel hektisch und man hat nicht immer die volle Kontrolle über die Situation. Auch einen Posten in einer engen, heckenumgebenen Sitzgruppe hätte der Veranstalter bei einer Sprintstaffel vielleicht günstiger platzieren können. Letztlich ist jede*r Läufer*in selbst dafür verantwortlich, die Regeln einzuhalten. Fehler passieren (siehe unten), steht dazu. Die Fairness gebietet, dass man sich selbst disqualifiziert, wenn man sich einen unfairen Vorteil verschafft, egal was die Konkurrenz um eine*n herum machte. Es gibt die Möglichkeit die Regeln zu lernen und zu verinnerlichen, dass so ein Fehler beim nächsten Mal nicht mehr passiert.

 

Höhepunkt 3 – DHM Einzel & Staffel

Zum ersten Mal fand die deutsche Hochschulmeisterschaft im Rahmen einer Meisterschaft statt. Zum ersten Mal wurde der Einzellauf als Sprint ausgetragen, zum ersten Mal konnte man in einem Lauf deutsche*r Hochschulmeister*in und deutsche*r Meister*in werden. Viele Prämieren, so auch bei den Sieger*innen des Einzellaufs. Dieser ist schnell erzählt, sowohl Jule Roßner als auch Marek Pompe ergriffen die Gelegenheit und kürten sich zu, Achtung, Prämierensieger*innen. Für beide ist es sowohl der erste Einzeltitel auf Eliteniveau wie auch der erste DHM Einzeltitel. Die DHM-Staffel fand bereits am Freitagnachmittag statt, und auch hier zeigte sich der Vorzug der Terminierung: Ein derart großes Starterfeld gab es bei einer DHM lange nicht. Im Damenrennen setzte sich die WG Göttingen mit Emma Caspari und Paula Starke souverän durch. Knapper wurde es bei den Herren. Marek Pompe und Konstantin Kunckel führten für die TU Dresden das Feld lange überlegen an. Erst auf der Schlussstrecke der 2x2-Staffel wurde es noch einmal knapp, als Konstantin Kunckel einen Umweg nahm, um einen Stempel an einem vorigen Posten zu kontrollieren und einen Fehlstempel zu vermeiden. Letztlich reichte es trotzdem für den Sieg der beiden.

 

Höhepunkt 4 – DBK Mannschaft

Den Abschluss des Wochenendes bildeten die deutschen Bestenkämpfe in der Mannschaft. Zum ersten Mal kamen im Seniorenbereich die neuen Klasseneinteilungen zum Einsatz. Das Gelände erwies sich als vergleichsweise flach für Harzer Verhältnisse, es stand auch noch erstaunlich viel des gut belaufbaren Fichtenwaldes. Bahnleger Thilo Bruns hatte sich ein weiteres Mal die ein oder andere spannende Aufteilungsschwierigkeit ausgedacht, die manch eine Mannschaft vor Schwierigkeiten stellte. Wer sich und seine Teammitglieder am besten einschätzen konnte, der kam im besten Fall zeitgleich am Endposten an. Viel Platz für Fehler blieb bei recht kurzen Bahnen von teils unter einer halben Stunde Siegerzeit nicht. Andere mussten vielleicht länger warten und konnten sich bei recht kühlen Temperaturen in der Sonne etwas aufwärmen und mit anderen Wartenden ein Pläuschchen halten.

Die Titel „Deutsche Beste“ sicherten sich in der Eliteklasse der Herren der Post SV Dresden mit Philipp Müller, Matthias Kretzschmar und David Saupe – ohne „echten“ Eliteläufer. Bei den Damen siegte die Gundelfinger Turnerschaft mit Nora Schüßler, Marieluise Schmitt-Gran und Hanna Müller wesentlich knapper.

 

Ein paar Anekdoten

Wie bei jedem Orientierungslauf hat wohl Jede*r sein persönliches besonderes Erlebnis gehabt – die eine etwas alltäglicher, der andere etwas außergewöhnlicher. Natürlich gab es auch an diesem Wochenende wieder Geschichten, die lustig sind, wenn man sie hört, die für viele aber so nachvollziehbar sind, dass man sagen würde: „Das könnte mir genauso passieren!“ Wer kennt es nicht, wenn man nach dem Wechsel einer Altersklasse im ersten Wettkampf routinemäßig die falsche Postenbeschreibung greift – umso verständlicher, wenn man 15 Jahre lang in jedem Wettkampf nach der Eliteklasse gegriffen hat, und umso ärgerlicher, wenn der Sieg nach kurzem Zögern am ersten Posten um Sekunden verloren geht. Wenn man am Anfang einer DBK Mannschaft ist, gerät das Aufteilen der Posten so in den Vordergrund, dass das Anorientieren des ersten Pflichtpostens auch mal schiefläuft. So kann es auch gestandenen Eliteläuferinnen passieren, dass sie jenen nicht finden und der Aufteilerin sagen, sie solle sich an Ort und Stelle hinhocken, während die beiden anderen zur Suche ausschwärmen. An gar zu sumpfigen Stellen des Waldes kann auch mal ein Schuh verloren gehen. Wie praktisch, wenn bei einer Mannschaft Teamkolleg*innen nicht fern sind und Eine*n aus dem Sumpf herausziehen können.

Massenstart Sprintstaffel Massenstart Sprintstaffel
Der Massenstart der DM Sprintstaffel.
Foto: Eike Bruns
Der Massenstart der DM Sprintstaffel.
Foto: Eike Bruns
Birte Friedrichs Birte Friedrichs
Birte Friedrichs erläuft auf der Schlussstrecke die Goldmedaille für den MTV Seesen.
Foto: Eike Bruns
Birte Friedrichs erläuft auf der Schlussstrecke die Goldmedaille für den MTV Seesen.
Foto: Eike Bruns
Jubel bei Seesen Jubel bei Seesen
Das Team des MTV Seesen jubelt über Gold.
Foto: Leon Kollenbach
Das Team des MTV Seesen jubelt über Gold.
Foto: Leon Kollenbach
Siegerteam 135 Siegerteam 135
In der Klasse D/H135T gewinnt der OSC Hamburg und freut sich über den Sieg.
Foto: Eike Bruns
In der Klasse D/H135T gewinnt der OSC Hamburg und freut sich über den Sieg.
Foto: Eike Bruns
Mannschaft Mannschaft
Michaela Bruns gibt einigen Einsteigern eine Einführung in Mannschafts-OL.
Foto: Eike Bruns
Michaela Bruns gibt einigen Einsteigern eine Einführung in Mannschafts-OL.
Foto: Eike Bruns
Podest Mannschaft Damen Podest Mannschaft Damen
Die Gundelfinger Turnerschaft gewinnt die DBK Mannschaft in der Damen Elite vor dem USV TU Dresden und dem OL-Team Filder.
Foto: Sabine Rothaug
Die Gundelfinger Turnerschaft gewinnt die DBK Mannschaft in der Damen Elite vor dem USV TU Dresden und dem OL-Team Filder.
Foto: Sabine Rothaug
Podest Mannschaft Herren Podest Mannschaft Herren
Der Post SV Dresden gewinnt die DBK Mannschaft in der Herren Elite vor dem OL Görlitz und dem SV Robotron Dresden.
Foto: Sabine Rothaug
Der Post SV Dresden gewinnt die DBK Mannschaft in der Herren Elite vor dem OL Görlitz und dem SV Robotron Dresden.
Foto: Sabine Rothaug

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Leon Kollenbach
Vorschau: DM Sprint
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